Mai 05, 2013

Zuletzt gesehen: AKAMORU - THE DARK, WILD YEARNING [aka. AKAMORU - DAS DUNKLE, WILDE BEGEHREN aka. CHI WA TAIYO YORI AKAI] (1967)

Studentenfilmartig inszenierte Coming-of-Age-Geschichte um gleichermaßen sexuelles wie machtorientiertes Verlangen, pubertäre Wunschträume, adoleszenten Größenwahn und arbeitspolitische Korruption. Von Koji Wakamatsu ist das, nach dem großen Berlinale-Eklat, sprich, nach "Secrets Behind the Wall", weitgehend uneinheitlich mittels eines zuvorderst recht zornigen Lausbuben erzählt, der dem Titel durchaus gerecht wird. Dessen sinnfälliger Zusatz beschreibt sowohl die hormonellen erotischen Sehnsüchte des Jungen als auch das (Auf-)Begehren, sich erwachsener Vormundschaft mit drastischen Mitteln entgegen zu stellen. Die Mischung aus Pink- und Agitationsfilm, inklusive einer farbigen hypnotischen Traumsequenz und zahlreichen Impressionen juveniler Delinquenten, ist so super wie irgendwie auch super langweilig. Weltweit weder auf VHS noch DVD und auch nicht über cinephile Sonderwege erhältlich, kann "Akamoru" hierzulande Dank einer kürzlich wieder entdeckten deutschsprachigen 35mm-Kopie zumindest vereinzelt im Kino bestaunt werden. Die Hürde der Synchronisation, diesem großen kulturellen Übel, ließ sich aber zumindest von mir nicht problemlos nehmen: Symptomatische deutsche Schmier- lappendialoge ("Saufen und ein bisschen Liebe, das ist immer noch das beste Rezept!") und Wakamatsus einprägsame Bildsprache ergeben einen disparaten, dem Film eher abträglichen Effekt.


50%

1 Kommentar:

  1. "Symptomatische deutsche Schmierlappendialoge"

    Mein Gott, ist das humorlos von dir!

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