Mai 16, 2012

Kino: THE DICTATOR

In liebevollem Gedenken an Kim Jong-il, steht da geschrieben. Schon ein Lacher, noch bevor der Film überhaupt begonnen hat. Dass Sacha Baron Cohen der vielleicht witzigste Mensch auf der Erde ist, wissen wir dank Ali G, Borat oder Brüno schon eine ganze Weile. Nun eben weiß man noch: Er ist auch der weltbeste Diktator - in der wohl bösesten und doch auch schönsten Komödie des Jahres. [...]

Kommentare:

  1. Mr. Hankey27/5/12 23:53

    Obwohl ich Ali G ja nur bedingt lustig fand und mit "Borat" auch nicht so wirklich warm wurde (und Brüno bisher noch nicht gesehen habe), so muss ich doch sagen, beim Diktator große Freude empfunden zu haben. Teils habe ich mich über die böööössssen Gags echt beömelt vor lachen. Die Fäkalgags hätte es zwar nicht gebraucht, aber insgesamt doch ein hoch amüsantes Werk, bei dem einem das Lachen nicht selten im Hals stecken bleibt 7,5/10

    Verstehe gar nicht, warum gerade der insgesamt nur so durchschnittlich bei den Kritikern abschneidet.

    Ach ja, die deutsche Synchro ist soweit Okay, aber ich sehne mich nach der OmU-Fassung. Die lief hier nur eine Woche und auch nur zu unmöglichsten Zeiten... ;-(

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  2. Der Film ist klasse und wird sicher noch wachsen, er wird als Komödie vermutlich einmal als die vielschichtigste Aufschlüsselung der symbolischen Idiotien unser zeitgenössischen politischen Öffentlichkeit gelten. Ich teile deine Wertschätzung, haste sehr präzise und schön herausgearbeitet.

    Ein Wort zu den meiner Meinung nach bei Teilen des Publikums missverstandenen Sperma- und Fäkalgags. Beim Kinobesuch durfte ich vor dem Hauptfilm diverse Trailer von kommenden (drohenden?) Komödien geniessen, die tatsächlich anscheinend alle auf alberne Zoten abheben. Genau hier konnte man den entscheidenden Unterschied zu Cohens Humor erkennen. Cohen weiß nämlich sehr genau was er tut, seine Grenzüberschreitungen simulieren nur den knallchargigen Brachialhumor. In Wirklichkeit arbeitet er sehr feinfühlig und benützt das Zotige als rhetorische Form in einem übergreifenden satirischen Konzept.

    Cohen ist sich nicht nur der verschiedenen Formen und Stillagen des Komischen bewusst, sondern auch deren Geschichte. Seine Anklänge an Chaplin zeugen ebenfalls von einem tiefergehenden Verständnis, das über oberflächliches Name- und Zitatdropping weit hinausgeht.

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  3. @Sieben Berge:

    ja ne is klar

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  4. Mr. Hankey4/6/12 18:47

    Sicher nicht falsch, aber schon ein bisschen arg hochgergriffen. Man muss die Fäkalgags nicht schönreden, es hätte sie nicht gebraucht. Ach ja: Welche Spermagags?

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  5. Welche Spermagags? Hast Du die Szene im Bioladen vergessen, wo sich Aladeen das erste mal im Leben einen runterholt? (Und danach mit dem verklebten Papiertaschentuch an der Hand zurückkommt.)

    Natürlich gab es an der Oberfläche solche Gags schon zu Hauf, etwa die legendäre "Haargel"-Szene in VERRÜCKT NACH MARY usw.

    Was den Gag hier eine zusätzliche Ebene verleiht, ist seine Einbindung in den Kontext des Diktatoren-Themas. Cohen analysiert mit seinen Gags Unfreiheit im weitesten Sinne, in der Politik, im Denken, in der Sexualität. Das Politische und das Private sind - das ist nun in der Tat aber nicht neu - unauflöslich miteinander verbunden. Aladeens bizarr verkalauerte unfreie Sexualität ist eben nicht nur ein Witz nebenbei, sondern in einem sehr ernsten Sinne entscheidender Teil seiner unfreien Auffassung von Mensch und Gesellschaft.

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