April 26, 2012

Zuletzt gesehen: FOUR SHADES OF BROWN

Die einzige Kinoproduktion der schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killinggänget, unter Federführung ihres heute prominentesten Mitglieds: Tomas Alfredson. Es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass mich dessen Souveränität und Genauigkeit im Umgang mit eben auch komödiantischen Sujets überrascht hätten. "Four Shades of Brown" setzt sich aus vier voneinander unabhängigen, jedoch verzahnt montierten tragikomischen Episoden zusammen. In seinem lakonischen Witz und der staubtrockenen Schilderung absurder Alltagssituationen erinnert der Film nicht selten an die grotesken filmischen Tableaux vivants eines Roy Andersson. Nie jedoch hebt Alfredson seine episodischen Humormosaike ironisch auf, besonders dort nicht, wo sie gar blanken Zynismus geradewegs herausfordern. Keine Scheu obendrein vor Gesten des Gefühligen, so er seinen eigentümlichen, wirklichkeitsentrückten Figuren immer auch noch Momente der Klarheit, der aufrichtigen Sensibilität schenkt. Aus diesem Handlungs- und Figurenkosmos ließen sich mindestens drei, vier, ach was, ein ganzes Dutzend weiterer Geschichten schöpfen, ausscherend nach links und rechts und oben und unten, um sie dann gleich noch, Kraft der Inszenierung, kreisförmig zu schließen. Wäre dieserlei Vordergründigkeit dem großen Alfredson nur eben nicht so wunderschön fremd.


80%

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