Wahnwitziger Technicolor-Camp, der Schwimm- und Musicalstar
Esther Williams in ihrer ersten Hauptrolle zum Durchbruch verhalf. "Bathing
Beauty", ursprünglich ganz auf Comedy-Liebling Red Skelton zugeschnitten,
zählt nicht nur zu den einträglichsten MGM-Filmen aller Zeiten, sondern
begründete laut Williams mit seiner finalen und vereinzelt an Busby Berkeley
erinnernden Aquashow sogar noch das moderne Synchronschwimmen. Im opulenten wie
quietsch- fidelen Schlusshöhepunkt preist der Film sogleich seine Charakteristika:
Der die gesamte Handlung motivierende Liebesirrtum wird mit einem Nebensatz
erledigt, die Bühne für ein farbenfrohes Planschvergnügen eröffnet. Kaum ein
zeitgenössisches Musical frönte so sehr der Lust am realitätsfernen Nonsens,
präsentierte sich so konsequent plotfrei, begnügte sich so offenkundig mit
irrsinnigen, wenn nicht gar haarsträubenden Musicaleinlagen. "Bathing
Beauty" feiert unentwegt die eigene kunterbunte Heiterkeit, als könne man
zur absurden Orgelakrobatik einer Ethel Smith den lieben langen Tag trällern.
Was für ein Film.
70%



"It is considered a classic Hollywood musical in China" (laut einem Imdb-User)
AntwortenLöschenAls ich den vor zig Jahren beim rumzappen mal zufällig im Nachmittagsprogramm bemerkte, blieb ich auch sofort hängen, obwohl mir bis dato keiner der Darsteller bekannt war, und ich auch mit Musicals noch nicht viel anfangen konnte. Skelton und der Humor irritierten mich, aber Williams - und vor allem die Synchronschwimmszenen - faszinierten mich. Seitdem wollte ich unbedingt weiteres von Williams sehen - vielleicht ist dein Review endlich ein Anlass dies auch zu tun. :-D
Regisseur George Sidney (der für dich sicher auch kein unbeschriebenes Blatt ist) ist übrigens ein oft unterschätztes Regietalent, dessen Bewegungs- und Raumchoreographien aber dennoch immer mal wieder gelobt werden.
PS: Falls ich nicht eine fälschliche Tendenz aus deinen letzten Blogaktivitäten herauslese, und du deine Leserschaft in Zukunft tatsächlich regelmäßig mit kürzeren Revies deiner "regulären" Sichtungen beglücken willst, bin ich der erste der dir dazu gratuliert. ;-)
Sehe gerade nach einigen schnellen Recherche-Schritten, dass ich damals nicht BATHING BEAUTY sondern NEPTUNE'S DAUGHTER (1949) gesehen haben muss. Und trotzdem habe ich BATHING BEAUTY inder Imdb bewertet %-)
AntwortenLöschenDemnach also ein Grund sich BATHING BEAUTY anzuschaffen - nicht zuletzt wegen George Sidney ;-)
Wie aus meinem ersten Kommentar ersichtlich wird, war NEPTUNE'S DAUGHTER aber auch hypnotisierend, wobei mir vor allem die Synchronschwimmbaletts in Erinnerung geblieben sind. Auch später noch sehr Busby Berkeley-like.
Re: Regelmäßige Kurzreviews:
AntwortenLöschenWird sich zeigen. Wollte ehrlich geagt auch nur ein wenig die dünne Kinowoche stopfen, da ich sowohl zu den Avengers als auch American Reunion keine Texte geschrieben habe.
wünscht sich natürlich auch mehr Kurzkommentare, die Rajko Burchardt aus Laune an der Lust verfasst. Oder so ähnlich.
AntwortenLöschenIch liebe Sidneys Verfilmung von THE THREE MUSKETEERS. Eine unfassbare Orgie des Zappeligen, Gothischen und Blutenden. Vielleicht mein Lieblingsauftritt von Gene Kelly. Muss man gesehen haben. Ist unwiderstehlich.