Dezember 31, 2011

Zuletzt gesehen: I SAW THE DEVIL [aka. AKMAREUL BOATDA aka. HASCH MICH, ICH BIN DER OLDBOY]

Sagenhafter Quatsch zum Quadrat, der sich in einer selbstherrlichen Mischung aus Gorebauer-Pleaser mit Torture-Porn-Zielsetzung und scheinorigineller Drehbuchhyper- konstruktion als kunstvolle Variante des ja besonders im südkoreanischen Kino offenbar nimmer abgenudelten Rachethrillers vorkommt, sich aber samt jeder einzelnen seiner aufgeblasenen 140 Minuten in komplettem Schwachsinn besäuft. Von zwei, drei guten Einfällen abgesehen, inszeniert Kim Jee-woon mit schier unglaublicher Beharrlichkeit eine Blödsinnsidee nach der anderen in ständigen Nah- und Halbnahaufnahmen (grandios-doofer Höhepunkt: das formal von Emmanuel Lubezkis Kamerachoreographie geräuberte und innerhalb der Handlung vollkommen irrelevante Blutgesuppe im fahrenden Auto), während sich Choi Min-sik flagrant an einer Parodie seiner "Kultrolle" vom Hammer schwingenden "Oldboy" abarbeitet (mit Erfolg). Ein Film, der offenbar im kompletten Vollrausch entstanden ist und dank seiner hanebüchenen "Wendungen" auf Backebackekuchenniveau sowie der herrlich doofen Anbiederungsstrategie, dumpfesten Splatter mit Schau-mal-einer-da-Logik zu veredeln, gebührend vertrasht werden muss. Zumindest, so lange man sich an der Kunstfeindlichkeit dieser Mumpitzapotheose nicht die Zähne ausschlägt – was keinem zu verübeln wäre. (Extrapunkte für die super tighten Klamotten des Hauptdarstellers!)


30%

Kommentare:

  1. Hihi, klingt ja ähnlich wie bei "Cold Fish". (den ich auch ein bisschen blöd fand, der mich aber in seiner Radikalität schon auch faszinierte.)

    Der hier interessiert mich aber eigentlich gar nicht.

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  2. Ach, dann raucht halt weiterhin heimlich hinterm Programmkino Zigaretten wenn´s in Paris grad Mitternacht schlägt. Dafür ist es bei mir in den Misan-Tropen stets heiter bis wolkig. ;)

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