April 02, 2011

Zuletzt gesehen: FILME IM MÄRZ 2011


Starship Troopers

(USA 1997, Paul Verhoeven) (5/10)

Mars Attacks!
(USA 1996, Tim Burton) (8/10)

Zoolander
(USA 2001, Ben Stiller) (4/10)

Justin Bieber: Never Say Never
(USA 2011, Jon Chu) (5/10)

Limitless
(USA 2011, Neil Burger) (8/10)

Hatchet II
(USA 2010, Adam Green) (5/10)

Terminator 2: Judgment Day
(USA 1991, James Cameron) (9/10)

Drive Angry 3D
(USA 2011, Patrick Lussier) (4/10)

The Fighter
(USA 2010, David O. Russell) (3/10)

Season of the Witch
(USA 2010, Dominic Sena) (2/10)

Sanctum
(AUS/USA 2011, Alister Grierson) (4/10)

Prey
(USA 2003, Ti West) (6/10)

The Roost
(USA 2004, Ti West) (5/10)

Trigger Man
(USA 2007, Ti West) (7/10)

Joan Crawford: The Ultimate Movie Star
(USA 2002, Peter Fitzgerald) (6/10)

Sucker Punch
(USA/CAN 2011) (1/10)

Winter's Bone
(USA 2010, Debra Granik) (4/10)

The X Files – Season 7
(USA 1999, Rob Bowman, Kim Manners u.a.) (6/10)

The X Files – Season 8
(USA 2000, David Duchovny, Kim Manners u.a.) (6/10)

The X Files – Season 9
(USA 2001, Chris Carter, John Shiban u.a.) (5/10)

Kommentare:

  1. Starship Troopers 5/10 -- WTF?

    AntwortenLöschen
  2. Immerhin magst du Limitless - bei weiten nicht so gut wie das Buch, aber welcher Film schafft das auch schon - ich fand Bradley Cooper wirklich ganz groß in diesem Film.

    AntwortenLöschen
  3. Noch größer als er ist der Film. Einfach herausragend.

    AntwortenLöschen
  4. Der Film wird aber gnadenlos an den deutschen Kinoskassen floppen. Leider, aber so wird es wohl enden.

    AntwortenLöschen
  5. KarloKarlsen3/4/11 14:15

    Zoolander und Starship Troopers hätte ich persönliche jeweils 2 Sterne mehr gegeben. Aber ich mag deine Listen sehr... so wird man auf einige Filme aufmerksam. Vor allem ist bei älteren Filmen der 'Hype' schon verflogen somit schaut man sich so Filme viel entspannter an.

    AntwortenLöschen
  6. Rajko, wird es eigentlich eine Review zum Filmstart in Deutschland zu Limitless - Ohne Limit von dir geben?

    AntwortenLöschen
  7. Achja, in die X-FILES müsste ich auch einmal einen Blick werfen, bin da noch ein völlig unbeschriebenes Blatt in dieser Hinsicht...Kannst du sagen, ob die UK-Box was taugt? Irgendwie verunsichert mich die große Preisdifferenz zum RC1-Release, konnte da bisher aber keiner wirklichen Unterschied feststellen?!

    AntwortenLöschen
  8. Bis auf UT- und Sprachabweichungen sind mir keine Unterschiede bekannt. X-FILES übrigens zählt zu den ganz, ganz wenigen Serien (Filmen), die in der deutschen Synchro Spaß machen bzw. teils sogar etwas besser sind. Anderson meinte wohl sogar mal, ihre deutsche Stimme sei ihrer eigentlichen überlegen.

    Reicht übrigens, wenn Du nur bis Staffel sechs schaust. Dann verkommt die Serie zur Selbstparodie.

    AntwortenLöschen
  9. Weil generell so oft auf die deutsche Synchro geschimpft wird, mal folgendes: Wir haben in Deutschland mit die beste, wenn nicht DIE beste Synchro weltweit. Mal von dümmlichen Übersetzungen -besonders bei den Filmtiteln- mal abgesehn. Noch heute wird in vielen Ländern gar nicht synchronisiert oder nur mit Untertiteln gearbeitet. Weit verbreitet (weltweit und besonders im osteuropäischen Raum) ist auch die beliebte Variante, alles von nur einer Person sprechen zulassen. Das meiste dann noch völlig emotionslos und eher im Vorlesestil. Insofern haben wir es richtig gut hier.

    Nur mal eben so. :)

    AntwortenLöschen
  10. Noch heute wird in vielen Ländern gar nicht synchronisiert oder nur mit Untertiteln gearbeitet.

    Was auch am Besten ist. So werden Filme nicht verfälscht und Kinder wachsen gleich noch bilingual auf, siehe z.B. die Niederlande. Optimal.

    Aber jetzt bitte nicht wieder diese abgestandene OV-Versus-Synchro-Debatte.

    AntwortenLöschen
  11. Ich guck schon genug arte. ;-)

    Fakt sind 2 Dinge, wir brauchen und wollen ne Synchro und wir haben mit die beste überhaupt.

    Glaube kaum das du dir Akte X im Original angeguckt hast.

    AntwortenLöschen
  12. Das "wir" eine Synchro brauchen, ist ja letztlich selbstverschuldet, weil der Großteil eben nicht mehr bereit ist, sich umzugewöhnen.
    Aber diese Diskussion ist sowieso blöd, weniger weil sie schon so oft geführt wurde, sondern viel mehr, weil ich vorhin die englische Box auf ebay ergattert habe, und nun nix mehr von einer gelungenen Synchro hören will, die ich eh nicht auf meinen Scheiben vorfinde :P

    AntwortenLöschen
  13. Ob es "Fakt" ist, kann so wohl kaum gesagt werden, weil das nicht belegbar und an Geschmacksfragen gekoppelt ist. Und ob "wir" eine Synchronisationskultur "brauchen und wollen", möchte ich auch mal ganz stark anzweifeln. Ich brauche und will jedenfalls keine, da ich mittlerweile nahezu alles in der OV schaue, wenn ich die Wahl habe (und die habe ich in der Regel). Für mich bleiben Synchronisationen Einschnitte in die künstlerische Integrität eines Films, weil sie a) in den Dialog eingreifen, b) Schauspielern eines ihrer stärksten Handwerksinstrumente rauben, nämlich ihre Stimme, und sie c) sinnentstellend wirken. Davon abgsehen, dass ich es verwirrend finde, wenn ein und derselbe Sprecher hundert verschiedene Schauspieler synchronisiert, fallen mir Synchros vor allem dadurch negativ auf, dass sie gekünstelt sind, artifiziell wirken und man die dumpfen Sprechkabinen nicht selten geradezu raushört - was auch daran liegt, dass Synchros immer in den Originalton des Films gemischt werden müssen, was am Ende zu Wahrnehmungsmanipulationen beispielsweise zwischen Dialogen und Geräuschen führt. Ich würde sogar noch weiter gehen, aber das artet sonst wieder aus. Ich erinnere mich jedenfalls mit Schrecken an die Synchronsation meines letztjährigen Lieblingsfilms HOUSE OF THE DEVIL, die ich einmal notgedrungen hören musste. Das war eine akkustische Vergewaltigung dieses Films.

    Was X-FILES betrifft, sagte ich ja bereits, dass ich die deutsche Synchro als eine positive Ausnahme empfinde. Ob ich's wirklich auch allein synchronisiert geschaut hätte, weiß ich allerdings nicht, das hing nämlich von meinem Freund ab, mit dem ich zuletzt alle Staffeln verschlungen habe.

    PS: Weil es oft angeführt wird in dieser Diskussion - nicht ausreichende Sprachkenntnisse lasse ich nicht gelten als Pro-Argument für Synchros. Es gibt fast immer die Möglichkeit, Filme mit Untertiteln zu schauen.

    AntwortenLöschen
  14. Mephisto6/4/11 23:58

    Dass wir in Deutschland im Vergleich gute Synchronisationen haben ändert aber nichts daran, dass das zumindest nach meinem subjektiven Empfinden für 20 Jahren schonmal besser war.
    Gerade bei meinen alten Videokassetten sind aus den 90ern selbst die B-Movies gut synchronisiert.

    Zu den Untertiteln möchte ich aber noch anmerken, dass diese auch in den visuell-künstlerischen Aspekt des Films eingreifen und teilweise schlecht übersetzt sind. Da muss jeder für sich selber abwägen, ob er lieber einen geringen Einschnitt in das visuelle oder einen großen in das akustische Vergnügen bevorzugt, wobei letzteres ein entspannteres Gucken ermöglicht.

    AntwortenLöschen
  15. Also ich schaue, sollte es Verständnisprobleme geben, englischsprachige Filme beispielsweise mit englischen Untertiteln - diese entsprechen in der Regel eins zu eins dem Dialog, da geht also gar nichts verloren. :)

    Untertitel lesen ist außerdem eine reine Übungs- und Gewöhnungsfrage, weniger entspanntes Gucken empfinde ich da nur in absoluten Ausnahmefällen (bei Müdigkeit z.B., aber dann sollte man ohnehin keinen Film gucken).

    Aber auch für den Fall, dass man mit deutschen Untertiteln schaut, bleibt einem trotzdem der "originale" Eindruck, den Stimmen und Tondesign so vermitteln, wie es eben gedacht ist.

    Ich jedenfalls möchte nicht, wenn ich THERE WILL BE BLOOD schaue, Daniel Day Lewis mit der deutschen Stimme von Pierce Brosnan sagen hören: Ich habe meinen Sohn verstoßen. Und wenn ich MILK gucke, mag ich nicht hören, wie sich der Sprecher von Kiefer Sutherland im Jack-Bauer-Modus einen abschwult, um Sean Penns grandiose Leistung in eine irgendwie geartete Übersetzung zu bringen. Nein, nein und nochmals nein.

    AntwortenLöschen
  16. Wie Armond White - und nicht nur er - mal meinte: Wenn ich einen Film sehe, will ich den Film sehen und nicht lesen. Untertitel sind, insbesondere in asiatischen Filmen, eine Zumutung und transportieren nie die schauspielerische Kraft einer Synchro, da die Intonation und Phonetik asiatischer Sprachen anders ist als die romanischer, germanischer etc. Auch wird in Italien, Hongkong, Phlippinen erst seit wenigen Jahren mit Direktton gearbeitet. Das bedeutet, es gibt im Grunde bei Filmen aus diesen Ländern bis in die 1990er Jahre keinen am Set entstandenen O-Ton, sondern oftmals noch dumpfere, synthetischere und asynchronere "Originalversionen". Wer sich mal durch das phlippinische und sogar große Teile des italienischen oder spanischen Kinos (die haben's aber ganz gut drauf) im Original durchgearbeitet hat, sehnt sich nach einer deutschen Synchronisation. Selbst im Hollywoodkino haben wir häufig Synchroverfremdungen. Da wird manchmal sogar ein anderer Sprecher genommen, weil der Hollywoodstar gerade nicht abkömmlich ist sich selbst einzusprechen. Jeder soll natürlich hören was wer will, aber das Purismusargument des O-Tons basiert auf einem Missverständniss. Die Synchro ergibt die transkulturelle Einbettung eines Werkes, welches so auch viel mehr Menschen zugänglich wird. Dass heutige Synchros wesentlich schlechter sind als früher liegt leider daran, dass man heute kein ausgebildeter Schauspieler mehr sein muss. Die G.G. Hoffmanns existieren kaum noch. Niemand bekommt heute noch einen Kreislaufzusammenbruch, wenn er sich in eine Rolle hineinsteigert. Außerdem müsste dieses Argument dann auch für die Literatur gelten. Nur wer Shakespeare oder Mori Ogai im Original gelesen hat, kann wirklich behaupten, sich mit dem Kern auseinandergesetzt haben. Solange man des englischen oder japanischen aber nicht mächtig ist, kann man sich auch auf die transkulturelle Vermittlung einlassen. Für solche Zaubereien ist Sprache doch auch letztlich da. :)

    AntwortenLöschen
  17. Wo es ja hier um die zuletzt gesehenen Filme geht und STARSHIP TROOPERS die Liste anführt - dieser beispielsweise ist in der deutschen Fassung derart sinnentstellend synchronisiert, dass ein erheblicher Teil von Verhoevens faschistoidem Zukunftsentwurf verloren geht. Im Prinzip ist dies in der deutschen Fassung zu einem gewissen Teil ein völlig anderer Film (das ganze Ausmaß der Dialogzensur kann man hier nachvollziehen).

    Und das ist keine Ausnahme. Besonders die Synchronisationen diverser amerikanischer Filmklassiker bemühen sich redlich, Aussagen und Eindrücke zu verfälschen. Aus Nazis werden dann gerne mal russische Spione oder ähnliches (Beispiel: Hitchcocks NOTORIOUS), und die deutsche Tonspur verzichtet einfach komplett auf Musik (Beispiel: Hustons IN THIS OUR LIFE, bei dem in der deutschen Synchronisation von Max Steiners Score nichts mehr zu hören ist). Musicals werden grauenvoll mit deutschen Liedübersetzungen verunstaltet, oder der von vielen ja kultisch verehrte Rainer Brandt baut in seine Übersetzungen einfach mal lauter Witze ein, wo gar keine sind.

    Ich frage mich wirklich, wie man da noch schlampigen Eindeutschungen den Vorzug gegenüber Originalfassungen geben kann.

    AntwortenLöschen
  18. @Außenseiter:

    Ändert für mich nichts. Gar nichts. Armond White lassen wir mal lieber gleich außen vor, wir wollen ja ein gewisses Niveau beibehalten. :)

    "Transkulturelle Vermittlung" schön und gut. Die Vergleiche aber hinken. Ich möchte Synchronisationen und Nachsynchronisationen unterschieden wissen (Stichwort: italienische Filme). Auch gelten für das nichtenglischsprachige Kino noch einmal andere Regeln, das ist klar. Ich argumentiere jetzt einfach mal stark mit englischsprachigen Filmen im Hinterkopf, da ich bekanntermaßen vorwiegend solche schaue (wie "Diskussionsanstifter" DerDude übrigens auch). Dort werden nur mal hier und da einzelne Teile nachsynchronisiert, und nur in Ausnahmefällen von anderen Sprechern. Das ist oft nicht einmal zu bemerken und nun gewiss nicht die Regel. Ferner bleiben für mich, wie im obigen Post angeführt, die bestehenden Probleme: Sinnentstellung, Verfremdungseffekte, Schauspielerbeschneidung, Künstlichkeit.

    Ich glaube ich habe noch nie einen amerikanischen Film vor 1960 gesehen, dessen deutsche Synchronisation kein künstlerisches Verbrechen war. Ich kann gerne unzählige Beispiele aufführen.

    AntwortenLöschen
  19. Das Problem vieler Synchronisationen beschränkt sich aber ja eben nicht nur auf die - ansich sowieso schon schlimmen - Auswirkungen auf die Film-Atmosphäre durch Sprechkabinen, nachträgliches Aufsetzen der Tonspur und all der anderen Dinge, die Rajko oben schon angesprochen hat, sondern geht bisweilen massiv auf den Inhalt über - etwas was auch auf die oftmals verklärten Synchronisationen der vergangenen Jahrzehnte zutrifft. Exemplarisch sei einmal Wilders ONE, TWO, THREE, Cravens HILLS und Fosses CABARET genannt: Im ersten und dritten Fall wird die gesamte Mehrsprachigkeit und damit weite Teile der Authentizität des jeweiligen Szenarios herausgefiltert, die damit einhergehende Unterschlagung verschiedenster Nazi-Anspielungen kann man fast schon als unbewusst/bewusste Zensur auslegen. Bei Craven wird dann gleich dessen Politikparabel durch die sinnbefreite Transformation von Kannibalen in "Außerirdische" der eigentlich starke Realitätsbezug samt Zeitkontext in Frage gestellt.

    Es sind eben nicht nur ein paar Ausnahmen, die man da aufführen könnte, sondern es gibt gesamte Genres - allen voran die schon angesprochenen Musikfilme und Musicals - die komplett kaputt synchronisiert wurden, und noch immer werden (siehe MOULIN ROUGE).

    AntwortenLöschen
  20. Allerdings. Wenn ich nur Synchros schaute, würde ich vermutlich immer noch glauben, in Cravens THE HILLS HAVE EYES ginge es um Außerirdische statt Kannibalen - und das hat, im Gegensatz zu DIE HARD beispielsweise, wo in der Übersetzung aus deutschen Terroristen namentlich englische mit teils kuriosen frei erfundenen italienischen Akzenten gemacht wurden, auch eine inhaltliche Relevanz. CABARET auf Deutsch wiederum ist eine so massive künstlerische Unverschämtheit, dass es einem die Sprache verschlägt. Synchros - nicht mit mir. :D

    AntwortenLöschen
  21. Nun, zum einen benennst Du Beispiele, die das Fehlverhalten kultureller Einbettung bedingen (etwas, was in nahezu allen Textübersetzungen weltliterarischer Werke geschieht und da lernt auch niemand arabisch um Usama ibn Munqidh im Original lesen zu können, nicht mal Historiker) und weiterhin gibt es auch noch Filme aus anderen Kulturen, als der anglo-amerikanischen. Ich würde bei einer puristischen Analyse nie einer Synchro den Vorzug gegenüber dem Original geben, aber ich würde nie ein Original einer Sprache sehen, die ich nicht mal im Ansatz verstehe. Deren Klang mir nicht mal vertraut ist. Sinnverfälschungen einer Synchro sind störend, manchmal aber auch notwendig, um Sinn im Geiste des Rezipienten zu ergeben. Viele Andeutungen, die sich nur auf die Kultur beziehen aus welcher der Film stammt, ergeben ohne äquivalentes Element in der anderen rezipierenden Kultur keinen Sinn. Auch die Breite der Veröffentlichungen in den deutschen Kinos in der Nachkriegszeit ist durch die Synchro möglich gewesen. Filme, die sonst nur ein Schatten-Dasein in Programmkinos gefristet hätten, konnten so von Millionen wahrgenommen werden. Ohne Uwe Schier kein Fernostkino. Ohne Hartmut Neugebauer kein italienisches Gewaltkino. Und ohne Rainer Brandt keine Revolution in der deutschen Synchronisation. Ihm haben wir es entscheiden zu verdanken, dass Kraftausdrücke angefangen wurden zu übersetzen. Sein Bruder lebte in Kalifornien und kannte den Hippieslang, der hier nicht nur von niemandem verstanden, sondern von niemandem übersetzt werden konnte. Da hätte es dann auch keine funktionierenden UTs gegeben, weil niemand in ganz Deutschland wusste, dass Matratze nicht bedeutet, dass er müde ist, sondern was zum bumsen braucht. Besonders faszinierend ist, dass viele Sprüche Rainer Brandts interlineare Übersetzungen, also 1zu1-ÜBersetzungen idiomatischer Redewendungen der Originalsprache sind, die übersetzt eben keinerlei Sinn ergeben. Außerdem hat er die Tradition Lubitschs fortgeführt das deutsche mit dem Wortwitz des jiddischen anzureichern und dass kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen. Das ging ja sogar so weit, dass man ihn nach Italien und Spanien gebeten hat, um dort die Dialoge zu schreiben. In Frankreich fing man an deutsche Synchros rückzuübersetzen. Bis zum Drehbuchautor hat er sich aufgeschwungen. Das ist eigentlich ein sehr faszinierender künstlerischer Schaffensprozess von in Bewegung seienden Werken. So wie eben auch Literatur ständig neu zum sprechen gebracht wird.

    AntwortenLöschen
  22. Also ich muss mich da mal komplett dem Außenseiter anschließen, besser und fundierter kann man es nicht ausdrücken / darlegen.

    Ich wollte auch eigentlich keine Debatte anstoßen ob Synchro ja oder nein, sondern einfach nur ne Lanze brechen für die an internationalen Maßstäben gemessene deutsche Synchro. Und ob nun besser jetzt oder annodazumal, sie ist besser und zwar WEIT besser als in 99% der anderen Länder dieser Erde.

    Ich gucke sowohl Filme im Original, mit Untertiteln (Z.B. dritte Programme) als auch vorwiegend mit deutscher Synchro. Und ein Oldboy mag ich nicht in koreanisch sehn. Und mein englisch ist leider nicht so gut, dass ich jeden Slang absolut verstehen kann. Und für mich ist das ein Argument, ob Rajko es zulässt oder nicht.

    P.S. Ich kenne einige Russen in meinem Alter (33) die in ihrer Jugend Rambo und Co. auf Videos in ihrer damaligen Heimat sahen...was die schilderten... DAS ist grauenvoll. Eine Frau mit Männerstimme liest den gesamten Film, dazu chinesische Untertitel. HURRA :D

    AntwortenLöschen
  23. "Viele Andeutungen, die sich nur auf die Kultur beziehen aus welcher der Film stammt, ergeben ohne äquivalentes Element in der anderen rezipierenden Kultur keinen Sinn."

    Dann ist das aber ein Fakt, den man zu akzeptieren hat, bzw. der eine aktivere Auseinandersetzung des jeweiligen Zuschauers erfordert, und eben keine Vorinterpretation einer Synchronisation. Auf einem solchen - in meinen Augen falschen - Verständnis gründen doch Millionen von Sitcom- und Cartoon-Dialoge, die dann bspw. bei ALF oder MARRIED WITH CHILDREN dazu führen, dass sich scheinkomische Kuriositäten, wie die Nennung der "Schwarzwaldklinik" oder "DalliDalli" in der Synchro einnisten, weil man insgeheim glaubt, der deutsche Zuschauer wäre nicht in der Lage, die gleiche Pointe mit den ursprünglichen Bezeichnungen zu verstehen; etwas, was vor allem bei Running Gags innerhalb einer Folge zu haarsträubenden Sinnfrei-Dialogen führt - von dem atmosphärischen Verlust, die meist sehr stark in der amerikanischen Kultur verankerten mit solchen Stilblüten anzureichern, ganz zu schweigen.

    AntwortenLöschen
  24. @Außenseiter:

    Das alles klingt ein wenig nach Argumentation im Mantel der Nostalgie. Ich möchte keine "Revolution in der deutschen Synchronisation" lobpreisen, wenn ich die deutsche Synchronisation sowieso eher ablehne. Der Einfluss Brandts bis hin zu Untertiteln ist wahrscheinlich empirisch nicht nachweisbar. Ich glaube das jetzt mal. Verstehe auch vollkommen, was du meinst. Ich mag nur diese Verklärung von Übersetzungsverfälschung eingebettet in den Versuch, Synchronisationen als Kunst für sich auszuweisen, nicht sonderlich. Im Zweifelsfall ist es doch ganz einfach: Deutsch- und englischsprachige Filme schaue ich so wie sie sind. Das ist der unmittelbarste Weg zur Rezeption. Bei allen anderen muss ich auf Untertitel zurückgreifen, wo zweifellos etwas verloren geht oder schlicht von mir nicht erfasst oder verstanden werden kann. Das aber ist mir immer noch 100mal lieber, als die Bemühung einer deutschen Synchronisation, Fremdartiges mit fragwürdigen Mitteln in den heimeligen Kulturkreis einzugliedern. Etwas, das besonders bei asiatischen Filmen einfach mal GAR NICHT geht.

    Was soll eigentlich der Vergleich von Übersetzungen literarischer Texte mit Synchronisationen bezwecken? Wusste gar nicht, dass ein Buch ein akkustisches Medium ist. :)

    AntwortenLöschen
  25. Dann ist das aber ein Fakt, den man zu akzeptieren hat, bzw. der eine aktivere Auseinandersetzung des jeweiligen Zuschauers erfordert, und eben keine Vorinterpretation einer Synchronisation.

    !

    AntwortenLöschen
  26. Gute Synchro ist eine Kunst. <---Punkt

    Darüber gibt es nichts zu diskutieren. :)

    AntwortenLöschen
  27. Nur weil bei dir alles "Punkt" und "Fakt" ist, muss das noch lange nicht so sein. :)

    AntwortenLöschen
  28. Hab ick ja was losgetreten, ganz ohne zu ahnen, dass es sich um eine Uraltdebatte handelt. ^^

    Finde es aber sehr unterhaltsam und interessant meine Herren. :)

    *Getränke reicht*

    AntwortenLöschen
  29. Das ist wahrscheinlich die älteste Debatte unter Filmfans überhaupt. Ein Thema, das wahrscheinlich schon in einer Million Filmforen durchgekaspert wurde. Auch drüben bei den Filmfreunden. Batz und ich versus Nilz, dem Synchroverteidiger. :)

    AntwortenLöschen
  30. Mit Nostalgie hat das eher weniger zu tun. Eher mit Kulturgeschichte in deutschen Landen. Wobei man das wohl auch ähnlich einstufen könnte. :)

    Die Lobpreisungen entstehen daher, dass Millionen von Menschen, wie z.B. meine gesamte Familie, des englischen nie mächtig waren und so mit Filmen beschenkt wurden, die sie sonst nie hätten sehen können. Die Synchro hat es ihnen ermöglicht. So wurde mein Großvater ein Anhänger asiatischer Filme, obwohl er die Schule nach der 4. Klasse verließ und meine Großmutter des italienischen Kinos. Das hat erst mal nichts mit Nostalgie, sondern mit kulturübergreifender Völkerverständigung zu tun.

    Was das Buch und akustische Prozesse angeht. Auch wenn das Wernicke-Zentrum (auditorisch) und die Occipitallappen (visuell) unterschiedlich funktionieren und verarbeiten, wird das kognitive Verstehen trotzdem über limbisches System, Basalganglien und Hippocampus zusammengeführt und im Neocortex als verstehende Einheit wahrgenommen. Das macht letztlich also keinen Unterschied, wenn es um die Ebene des Verstehens geht. Nur bzgl. sensorischer Verarbeitungen. Wie man das dann für sich ideologisch interpretiert steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber das dauert auch länger al 1-2 Sekunden und hat ja auch mehr mit individueller Einstellung zu tun.

    Ich hoffe, es ist klar, dass ich hier nicht emotional argumentiere. Gespräche dieser Art führe ich kaum noch abseits mit meiner Frau. Ich finde das Ganze also eher angenehm und will hier niemandem seine Meinung nehmen oder irgendwie überbügeln.

    AntwortenLöschen
  31. Einige Dinge sind doch für dich auch unumstößlich Rajko. ;-)

    Ich denke du weißt ganz genau, welch Können ein guter Synchronist besitzen und mit welch Leidenschaft und Fingerspitzengefühl er zu Werke gehen muss. Unabhängig davon ob du Synchro für dich in Anspruch nimmst oder nicht. Schlechte Synchro darf man bei RTL erleben, wenn der Typ der sonst Boxkämpfe und Formel 1 Rennen kommentiert in US C-Movies sein Können demonstriert. DAS ist befremdlich. :D

    AntwortenLöschen
  32. Lieber Außenseiter, ich muss gerade an deinen SUCKER-PUNCH-Kommentar denken, also an das mit den wissenschaftlichen Texten und den Menschen dahinter. :D

    Ich beschränke mich mal weiterhin auf's Emotionale. Synchronisationen mögen als Vermittlungsmedium einen Zweck erfüllen, als Möglichkeit, Filme zugänglich zu machen. Okay, gern. Ist womöglich auch wichtig, um Eliten vorzubeugen. Ändert für mich aber immer noch nichts daran, dass mit diesem Gewinn auch ein Verlust einhergeht, zu Ungunsten der Kunst. Und dass man sich darüber im Klaren sein sollte, dass man Film XY gerade verfälscht schaut, auch wenn das ggf. keine Rolle spielen sollte im Vergleich zur Chance, ihn überhaupt sehen zu können. Ich möchte Synchronisationen übrigens nicht ihre Daseinsberechtigung absprechen (u.a. aus den von dir benannten Gründen), aber ich möchte sie eben nicht konsumieren. Ich habe das Privileg, mich entscheiden zu können. Und so wie ein echter Jane-Austen-Fan eben notfalls Englisch lernen muss, um ihre Bücher voll zu genießen, so sollte ein wahrer Filmfan sich eben überlegen, ob er sich deutsche Synchros antut oder nicht. :D :D :D

    AntwortenLöschen
  33. "Dann ist das aber ein Fakt, den man zu akzeptieren hat, bzw. der eine aktivere Auseinandersetzung des jeweiligen Zuschauers erfordert, und eben keine Vorinterpretation einer Synchronisation."

    Sehr gut benannt. Genau das ist eigentlich der zentrale Punkt meiner Argumentation. Ich sehe darin eine Art erzieherischer Verantwortung des Rezipienten. Sogar mein Großvater lacht auf, wenn bei den Bundys von Klaus-Jürgen Wussow die Rede ist, aber meint im selben Moment, dass die den doch gar nicht kennen werden. Was die wohl wirklich sagen. Und prompt findet mehr Auseinandersetzung mit dem Werk und seinen kulturellen Möglichkeiten statt. Manchmal schalte ich bei einem Film, den ich synchronisiert schaue, UTs einer Sprache, die ich verstehe dazu, die aber nicht die Sprache des Originals ist und überlege, was sie im Original sagen werden. Danach gucke ich mir die Filme im Original an oder schalte bei Filmen, die ich gut kenne, zwischen Synchro und Original hin und her. Das kostet natürlich Zeit und Nerven und ist wohl kaum für jeden geeignet, aber ich glaube, man kann schon etwas daraus mitnehmen. Durch dieses Wissen wohlen was die wirklich sagen wussten übrigens schon Personen die THE HILLS HAVE EYES nie gesehen hatten, dass das doch der Film ist, wo die was mit Außerirdischen reinsnchronisiert haben. Aber jetzt werde ich wirklich zu soziokulturell und entferne mich vom Werk. Ich sehe mich halt in der Tradition Kracauers.

    AntwortenLöschen
  34. Man kann aber keine derartige Medienkompetenz voraussetzen - grundsätzlich ist anzunehmen, dass Person X bei der deutschen Version von THE HILLS HAVE EYES davon ausgeht, Pluto und Co. seien Außerirdische.

    Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wo der Gewinn in der von dir beschriebenen Situation liegen soll. Also zu rätseln, ob Al Bundy nun wirklich Klaus-Jürgen Wussow gemeint hat oder nicht.

    Wenn ALF statt Jay Leno Harald Schmidt erwähnt (freies Beispiel), finde ich das in erster Linie bekloppt, nichts weiter.

    Und man muss ja auch klar sagen, dass Serien wie THE SIMPSONS, die von Intertextualität, innerkulturellen Verweisen und konkreter Gesellschaftssatire leben, ab einem gewissen Punkt keinen Sinn mehr ergeben, wenn man versucht, sie so weit wie möglich aus ihrem amerikanischen Kontext zu entwurzeln (bekanntlich gehen in der deutschen Fassung der SIMPSONS mindestens 20% Witz verloren). Das hat doch dann am Ende nichts mehr mit dem eigentlichen Produkt zu tun, transkulturelle Vermittlung hin oder her.?

    AntwortenLöschen
  35. "grundsätzlich ist anzunehmen, dass Person X bei der deutschen Version von THE HILLS HAVE EYES davon ausgeht, Pluto und Co. seien Außerirdische."

    Grundsätzlich ist davon nicht auszugehen. Das widerspricht jeder medienpsychologischen Theorie. Es gibt, außer den auditiven Informationen, keine Hinweise dafür. Natürlich werden viele Menschen die Story um die Außerirdischen für bare Münze genommen haben, aber viele sind auch mit Dissoziationen zurückgeblieben, also innerlichen Diffusionen. Sonst hätte es nicht so viele Personen gegeben, die den Film als unsinnig empfunden haben und dieses Missverständnis aufklären wollten. Das sind Dinge, die erst mal keine Medienkompetenz benötigen, da sie mit wahrnehmungspsychologischen Aspekten zusammenhängen.

    "Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wo der Gewinn in der von dir beschriebenen Situation liegen soll. Also zu rätseln, ob Al Bundy nun wirklich Klaus-Jürgen Wussow gemeint hat oder nicht."

    Regt das abstrakte Denken an. Beginnt ungefähr ab dem neunten Lebensjahr. Beginn der formal-operatorischen Phase und des concept-driven-thinking. Dadurch verstehen wir Zusammenhänge besser und können auf mehreren Ebenen denken.

    Ansonsten spreche ich ja auch von auf jeden Menschen anwendbaren Überlegungen, die ihn erst mal kognitiv formen. Wie Du Deine persönliche Meinung zu Synchronisationen bildest, steht ja auf einem anderen Blatt. Schließlich hast Du die freie Wahl wie Du einen Film sehen willst, wie Du ja selbst erwähnst. Ich mache mir darüber anscheinend mehr auf einer philosophischen Ebene Gedanken.

    AntwortenLöschen
  36. Das abstrakte Denken wird aber vielleicht auch schon vom Gegenstand an sich ausreichend angeregt, nur ist für etwaige Diskurse, die die SIMPSONS beispielsweise anstoßen, gar kein Raum mehr, wenn man irgendwie kognitiv darüber sinniert, ob Witz X nicht eigentlich als Witz Y gemeint gewesen ist. I am sorry, aber darauf kann ich verzichten. So ganz ohne Wissenschaftstermini. :P

    AntwortenLöschen
  37. Ich will Dir hier ja auch nichts verkaufen. ;)

    Ging ja mehr um ein Gedankenspiel und Möglichkeiten, die Film auf den menschlichen Geist hat.

    AntwortenLöschen
  38. Danke. :*

    Ein Abend neigt sich dem Ende zu. Gute Nacht, meine Herren.

    AntwortenLöschen