April 11, 2009

TV: Fernsehtipps vom 11.04. - 17.04.2009

Samstag, 11.04.

20:15 Uhr – Bei Anruf Mord

Hitchcocks theatralischste Regiearbeit, deren Einfluss noch heute jedem zweiten Thriller anzumerken ist. Nebenbei der einzige mir bekannte 3D-Film, der den Effekt nicht für simple Gimmicks, sondern einen höchst raffinierten doppelten Bezug zum Publikum nutzt.

22:10 Uhr – The Amityville Horror (Pro7)

Optisch betont schickes Remake des angeblichen Gruselklassikers mit Margot Kidder, dabei jedoch weitaus weniger hanebüchen, trashig und unfreiwillig komisch – bis zum orgiastischen Finale, bei dem die Klischeemottenkiste umso cheesiger geplündert wird. Ryan Reynolds macht oben ohne übrigens einen guten Job – gewiss der Traum aller Bären.

22:30 Uhr – Mad Max (K1)

George Millers enorm ökonomisches Endzeitspektakel mit einem noch ganz unschuldigen, unverbrauchten Gibson. Toller, stilbildender Film, dessen Fortsetzung ich aber noch wesentlich mehr mag. Gekürzt wie immer.

23:45 Uhr – Chucky’s Baby (Pro7)

Den Höhenflug, der die Serie mit dem vierten Teil ereilte, setzt Chucky-Erfinder Mancini fort: Frecher, ungehobelter Puppen-Horror mit Trash-Anspruch und John Waters in Nebenbesetzung.

Das schrieb ich bei der letzten Ausstrahlung – nichts ahnend, dass ich den Film aus diesem Anlass zufällig noch einmal anschauen und feststellen würde, wie unfassbar nicht komisch, peinlich und penetrant zitierfreudig dieser schwachsinnige Nachschlag eigentlich ist…


Sonntag, 12.04.

11:40 Uhr – Explorers (K1)

Spielbergianisches 80er-Jahre-Jugendkino von Joe Dante mit einem ganz grünschnäbligen Ethan Hawke und dem großartigen River Phoenix. Der verspielten ersten folgt eine fast meditative zweite Hälfte – mochte den als Kind sehr gern.

13:30 Uhr – My Girl – Meine erste Liebe (SAT.1)

Wiedersehen hat kürzlich Freude, aber auch den Blick freier gemacht.

13:40 Uhr – Unheimliche Begegnung der dritten Art (K1)

Habe ich im letzten Jahr allein drei Mal gesehen – in vielerlei Hinsicht typischer und auch völlig untypischer Spielberg-Film, der dramaturgisch und inszenatorisch alle Regeln der Blockbusterkunst beherrscht. Die Spezialeffekte sind in ihrer Schönheit bis heute unübertroffen. In seiner philosophischen Verhandlung mit naiven humanistischen Fragen für mich übrigens der bessere "2001".

15:40 Uhr – Happy Feet (ARD)

Die Animation ist brillant und abseits von Pixar ohnegleichen, die Geschichte jedoch simpel und altbacken, ebenso wie der Verlass auf zahlreiche Popsongs, die der Film gar nicht benötigt hätte.

22:20 Uhr – Crank (RTL)

Nervtötend geschnittener Thriller auf Speed, den man sich wohl auch als Dekonstruktion des Actionfilms schönreden kann. Bei mir funktionierte aber weder der prollige Humor, noch die Spielerei mit dem McGuffin. Gekürzt.

22:25 Uhr – Open Water (K1)

Ganz wunderbar effizient inszenierter, origineller Hai-Thriller, der keiner ist – beklemmend bis zum cleveren Schluss.

22:50 Uhr – Stirb Langsam (Pro7)

Das Maß der Dinge.

23:45 Uhr – Leoparden küsst man nicht (BR)

Das Maß der Dinge #2.

1:30 Uhr – Blood Diamond (Pro7)

Reißerische Afrika- Exotik vom unerträglichen Edward Zwick. Gibt sich anfangs ambitioniert, ist aber letztlich die schlimmste vorstellbare Räuberpistole zum Thema. Mehr hier.


Montag, 13.04.

13:00 Uhr – Cry Baby (RTL2)

Und ich fürchtete schon, dieses Ostern würde ohne John Waters auskommen müssen. Der Film: Göttlich. Und genau richtig zum Mittagessen.

20:15 Uhr – Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs (RTL)

Nicht in diesem Bildformat, nicht in dieser Fassung. Aber sonst: Das Maß der Dinge #3.

20:15 Uhr – Prestige – Meister der Magie (Pro7)

Christopher Nolans Magierduell gefällt mit jedem Bild, jeder Ausstattungsnote und jeder feinen Geste seiner Hauptdarsteller – doch hinter der vermeintlich verschachtelten Geschichte verbirgt sich nicht mehr als ein Ringen um eitle Männerkomplexe, das weder Platz für eine Auseinandersetzung mit der Blendwirkung von Unterhaltung, noch tiefer gehende Fragen nach Schein und Sein finden mag. Der um seine Storytwists herumkonstruierte und leider fürchterlich vorhersehbare Film bleibt deshalb letztlich vor allem stilvoller, aber durch und durch gewaltig aufgeblasener Budenzauber.


Dienstag, 14.04.

0:20 Uhr – Das 11. Gebot (ZDF)

Was wie ein ausgeglichenes Charakterdrama beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer unberechenbaren Mischung aus schwülem Rachethriller und tragischer coming of age-Geschichte. Der unangenehme Tonfall und die bewusst elliptische Inszenierung versperren ihm jedoch den emotionalem Zugang: Voll gepackt mit Abel und Kain-Analogien und biblischen Motiven, lässt sich der hier nur auf DVD veröffentlichte Film sowohl als konservativer Paukenschlag wie auch als Bild einer dysfunktionalen, gewalttätigen Priesterfamilie lesen. Immerhin gut besetzt: Mit Gael Garcia Bernal, William Hurt und Paul Dano.


Mittwoch, 15.04.

0:50 Uhr – Das Appartement (ARD)

Billy Wilders bester Film. Punkt.


Donnerstag, 16.04.

Nix.


Freitag, 16.04.

22:05 Uhr – Alien³ (RTL2)

Dritter Film der Serie, diesmal fest in Männerhand. Ganz schön verspielt und ganz schön Fincheresk, aber das Finale entschädigt für fast alles.


Kommentare:

  1. Boah, von jemandem, der HdR (und da auch noch den letzten Teil, bei dem ich nach ca. 30 Min anfing, auf die Uhr zu schauen! Seitdem es den Directors Cut davon gibt, hat die Hölle für mich einen neuen Namen!), dieses auf kontinentale Größe breitgetretene Nichts von einem Nichts an Substanz zum Maß der Dinge erklärt, lasse ich mir nicht "Prestige" schlechtreden. Das Ding ist wunderbare, anspruchsvolle Unterhaltung! Also angucken... kennen sowieso viel zu wenige.

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  2. Nervtötend geschnittener Thriller auf Speed, den man sich wohl auch als Dekonstruktion des Actionfilms schönreden kann. Bei mir funktionierte aber weder der prollige Humor, noch die Spielerei mit dem McGuffin. Gekürzt.

    Aaach, Rajko. Der ist doch keine Dekonstruktion des Actionfilms und schon gar kein Thriller. Crank ist einfach die perfekte Rockstargameverfilmung. Nicht mehr und nicht weniger. Da besteht überhaupt kein Interesse am klassischem Actionfilm. Der ist einfach nur cool. Schon mal was von Grand Theft Auto gehört?^^

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  3. Hast du eigentlich Watchmen gesehen?

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  4. ...gewiss der Traum aller Bären.

    *lol*

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  5. Tumi:

    GTA III, IV und San Andreas haben mich als absoluten Nicht-Gamer damals nächtelang beschäftigt. :)

    Was das mit Schmu wie CRANK zu tun haben soll, geschweige denn ihn besser machen soll, erschließt sich mir deshalb aber nicht.

    Anonym:

    Ich warte auf den DC auf DVD.

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  6. Was das mit Schmu wie CRANK zu tun haben soll, geschweige denn ihn besser machen soll, erschließt sich mir deshalb aber nicht.

    Wie? Dir ist nicht aufgefallen, daß Chev Chelios nichts anderes macht als durch die Gegend rennen, ballern, Autos klauen, Polizeimotorad klauen, durch die Gegend fahren, Power Ups einsammeln und kurz vor dem Endgegner abzukacken? Das ist GTA!*gg*

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  7. Insbesondere bei diesem - sicher zutreffenden, aber grundsätzlich auf fast jeden postmodernen Actionfilm anwendbaren - Vergleich würde für mich umso deutlicher, warum ich mich bei CRANK zu Tode langweile... weil der eben naturgemäß nicht die Interaktivität des Vorbildes bieten kann.

    Ein Grundsatzproblem übrigens auch der vielen Game-Verfilmungen, die zumeist irrtümlich denken, dass filmische Nachstellung eines tollen Spiels auch gleich toll sei.

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  8. Crank 2 setzt dem ersten teil noch die krone auf. da wird der arcade-game-bezug noch deutlicher.

    PS: wo sind denn papa, mama und sohn bär? ;-)

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  9. Ich nehme an, dass "Bär" einen Homosexuellen meint, der auf haarige Männer steht (weil Reynolds einiges an Brusthaar zu bieten hat?)?

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  10. Ach, ob nun "Crank" eine verkappte GTA-Verfilmung ist, oder nicht. Ob der Film das Action-Kino dekosntruieren will, oder nicht, ist doch völlig egal. Ich mag Filme (und ich kann somit "Crank" auch eine ganze Menge abgewinnen) die keinen Hehl aus ihrer Intention machen: Unterhaltung in Reinkultur in fast unfassbarer Übertreibung. Und: Jason Statham ist ne coole Sau.

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  11. Rajko, bevor Du Dich noch mehr in die Postmoderne Bla Bla Bla Argumentation verrennst. Abspannsitzenbleiber sind wie immer im Vorteil.*gg*

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  12. Ich wusste ja gar nicht, dass du solch eine Zuneigung zu Computerspielen hast ^^

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  13. @Marcus:

    Watt? :)

    @Stefan:

    Klemmig formuliert, aber... ja. :)
    Allerdings ist der Bart das Entscheidende.

    @C.H.:

    Uhhh, da kommen wir ja gleich wieder in einen anderen grenzwertigen Bereich... Intentionalismus. Bekay, wo bist du? :D

    @mephisto:

    Ich hatte mal meine Phase. Mit Tony Hawk, Half Life 2 und Unreal Tournament. Glaube so zum Abitur brauchte ich das immer.^^

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  14. Bekay bringt es bestimmt fertig Crank von hinten nach vorne und bis es tot am Boden liegt, zu "analysieren" auch da wo es nichts zu finden gibt.

    Bei Prestige frage ich mich ja auch immer ob er überhaupt so clever sein will, wie man annehmen könnte.

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  15. Wenn er das nicht sein will (I really doubt that), frage ich mich, was sonst übrig bleibt - bei all der Wichtigtuerei, die Nolans Filme immer so abtörnend machen.

    Ich glaube der Film hält sich für unglaublich clever. Und dass der von nicht wenigen zur Meta-Kinoreflektion hochstilisiert wurde, hat Nolan bestimmt 'nen Dauerständer verpasst.

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  16. Ach, Prestige ist doch harmlos im Verhältnis zu Memento und den Batdingens Filmen.

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  17. Nimmt sich nicht viel. Obwohl MEMENTO schon auch derbe scheiße war, ja.

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  18. In seiner philosophischen Verhandlung mit naiven humanistischen Fragen für mich übrigens der bessere "2001".

    Wundert mich nicht.

    Und wer CRANK als GTA-Verfilmung geil findet, der wird auch Spaß an Ridley Scotts MONOPOLY (mit Russell) und Michael Bays BATTLESHIP (mit Shia) haben.

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  19. Ey, "Prestige" spielt nicht umsonst am Beginn des Industriezeitalters, es geht da hauptsächlich um das Bewahren von Mysterien in einer aufgeklärt-technisierten Welt. Und um Männerkomplexe, natürlich.

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  20. In "Prestige" verbirgt sich doch kein Ringen um eitle Männerkomplexe. Der Film ist ein Film über eitle Männerkomplexe. Mitunter. :D

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  21. Bekay bringt es bestimmt fertig Crank von hinten nach vorne und bis es tot am Boden liegt, zu "analysieren" auch da wo es nichts zu finden gibt.

    Ja, das scheint mir das grunsätzliche Problem zu sein: die Unterstellung, es gäbe Filme, die nicht analysierbar sind, weil sie doch nur unterhalten wollen. Jeder, der sich aufschwingt, diesen oder jenen Filme als nicht diskussionswert abzustempeln, darf natürlich gern zur härtesten Filmredaktion Europas und kleine Anspuchspünktchen verteilen, damit die Menschen ja wissen, worüber sie wie zu denken haben. :)

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  22. Bekay, stimmt analysieren kann man vieles, nur ob das der Intention des Autors/Regisseurs entspricht ist eine ganz andere Frage, sowohl aus künstlerischer als auch marketingtechnischer Sicht.

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  23. Ob ein Film immer das darstellt und aussagt, was der Autor ursprünglich beabsichtigt hat, ist wiederum eine andere Frage...
    Die Intention des Regisseurs kann zum Beispiel sein, einen stinknormalen Actionfilm zu machen, der ohne drüber nachzudenken unterhält. Dieser Film kann aber, ohne vom Regisseur bewusst beabsichtigt, auch im höchsten Maße frauenfeindlich sein, wobei ich dann nicht einsehe, wieso man das nicht analysieren dürfen sollte.

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  24. Die Bärenmutti13/4/09 23:07

    Ich finde Ryan Reynolds eigentlich gar nicht so geil. Schon eher seinen Vater, z. B. in DELIVERANCE. *ggg*

    @ bekay:

    Ich gehe wieder einmal d'accord mit dir, weswegen ich in Rajkos Augen jetzt natürlich mega-p. bin.

    gez.
    McKenzie

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  25. Bekay, stimmt analysieren kann man vieles, nur ob das der Intention des Autors/Regisseurs entspricht ist eine ganz andere Frage, sowohl aus künstlerischer als auch marketingtechnischer Sicht.

    Du hörst dich so an, also ob es dieser Sicht entsprechen müsste...? Die Filmemacher haben mitnichten eine priviligierte Deutungsmacht über ihre Filme. So weit kommt es noch, dass ich mir von denen vorschreiben lasse, was ich zu denken habe. :) Sowas kann schlechterdings nur der Film selber...

    Es ist eben so: wer meint, bestimmen zu können, was einer Analyse wert ist und was nicht, meint sich im ignoranten Besitz einer Macht - der Macht, den Unterschied ganz klar zu sehen und diese Sichtweise nicht einmal zur Debatte zu stellen, weil die Sache doch so eindeutig ist. Das ist, ich denke, dass muss ich nicht weiter verdeutlichen, die Wurzel von Diskriminierungsdenken (aller Art). Und das will ja gewiss keiner.

    Und @Reynoldsmutti: Ich wüsste nicht, was das mit der Megadimension von p. zu tun hat. :D

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  26. "... Appartement ... Billy Wilders bester Film. Punkt." Punkt! Aber hallo.

    Nie wieder einen dermaßen komischen Film gesehen, der so hartnäckig und überzeugend NICHT komisch sein will.
    Der völlig glaubwürdig nur unterhalten zu wollen vorgibt und dabei dem ganz gewöhnlichen Bürger-/Spießertum (und mir+Dir) soziologisch und psychologisch äußerst nahrhaft derart genüßlich das Fell vom lebendigem Leib zieht.
    Der seine Main Characters so liebevoll, zärtlich und nachsichtig solch grausam-lustvoll ausgedehnten Peinlichkeiten unterwirft und sie mit einem der schönsten letzten Sätze ("Shut up and deal!") in einen sehr wahrscheinlich ebenso guten, aber völlig anderen, leider ungedrehten neuen Film entläßt.

    Kein Oscar für Lemmon und MacLaine: Rätsel dieser Welt.

    Sowas will ich sofort wieder haben, aus dem Hier&Jetzt, in Farbe, mit den Spielzeugen des 21. Century (und wenn's sein muss, auch in 3D).

    Hab' ich schon erwähnt, dass ich die Nazis neben 57 Trillionen anderer schwer wiegender Gründe auch deswegen hasse, weil sie Leute wie Wilder aus Europa vergrault haben?

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  27. Die Gaysha (formerly known as Rajko) entzieht sich gerne jeder jede Ernsthaftigkeit streifende Auseinandersetzung mit deinen, bzw. unseren "Thesen" zur Filmrezeption, indem sie sich jauchzend in ihre Prätentions-Polemik stürzt womit ich natürlich auch in diesem Fall gerechnet hätte.
    Allerdings führte ich ja nicht aus, warum ich dir zustimme - oder ich habe dem mit meiner Prophetie vorgebeugt.:-)

    Es gibt nun einmal nicht nur Intentionalismus und Rezeptions-Anarchie, die Grauzone dazwischen ist doch das interessanteste - generell drehe ich sehr häufig bei Filmen völlig "frei", bzw. "prätentiere" sie (nach Rajko-Maßstäben), allerdings gebe ich mich mindestens ebenso oft meinem Autoren-Fetisch (= altherrenhafter Intentionalismus^^) hin - am faszinierendsten wird es m. E. aber erfahrungsgemäß dann, wenn ich glaube, einen gemeinhin als reinen Handwerker geltenden Regisseur ganz und gar unbewusst prätentiöse (= komplexe Diskurse, vielschichtige Reflexionen u. ä.) Dinge tun zu sehen. So etwas kann man aber natürlich nur sehen, wenn man die Existenz besagter Grauzone annimmt.

    Aber da ist ja diese ewige Angst, die Kontrolle über den Film zu verlieren, plötzlich nicht mehr die Oberhand zu haben, nicht mehr als Rezipient zu herrschen und dem Film von oben herab zuzurufen: "Ich durchschaue dich zehnmal besser als du selbst es je könntest!".
    Nein, man möchte als Rezipient schon ein Macho bleiben und auf keinen Fall die Vorzeichen umkehren - deswegen werden immer nur die armen Filme rangenommen, aber sich ihnen hingeben, das geht natürlich gar nicht.

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  28. Nein, man möchte als Rezipient schon ein Macho bleiben und auf keinen Fall die Vorzeichen umkehren - deswegen werden immer nur die armen Filme rangenommen, aber sich ihnen hingeben, das geht natürlich gar nicht.Worte wie warme Butter auf salzigem Popcorn. Darauf eine kalte Flasche herbes Pilsbier.^^

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  29. wenn ich glaube, einen gemeinhin als reinen Handwerker geltenden Regisseur ganz und gar unbewusst prätentiöse (= komplexe Diskurse, vielschichtige Reflexionen u. ä.) Dinge tun zu sehen.Das ist doch schon Intentionalismus pur und keine Grauzone mehr. :D Die erste Stufe des Intentionalismus ist, den Regisseur als aktiven Kofferpacker zu betrachten: Der Film ist der Koffer und die Sachen sind die "Botschaften" und das, was "er uns sagen will". Die hohe esoterische Kunst und zweite Sufe des Intentionalismus ist, den Regisseur als kofferpackendes Es im Sinne Freuds zu betrachten: Der Film ist noch immer ein Koffer, aber das was rein kommt, tut der Regisseur ganz unbewusst rein. Huch, das wollte er uns doch gar nicht sagen! ("Wie kommt denn der Dildo in meinen Koffer?") Das zweitere Sichtweise noch waghalsiger als erstere ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

    Genug gescherzt: Die Kontrolle über einen Film zu verlieren bzw. die Kontrolle über die eigenen Gedanken über einen Film zu verlieren, das finde ich gut, das unterschreibe ich. Selbst wenn ich die harte Linie zu fahren versuche, diese wilden Gedanken nicht auf Biegen und Brechen auf den Regisseur und seine bewussten Entscheidungen wie unbewussten Gedanken zurückzuführen, bin ich mir auch dessen bewusst, dass dies so einfach nicht ist. Der Mensch ist eben von Natur aus Intentionalist. Und wenn man ein anständiges Wissen sowohl über das Oeuvre als auch die Biographie eines Regisseurs hat, lässt sich intentionales Sprechen kaum vermeiden. Jedoch: Wenn die Intention als Totschlageargument bentzt wird, dann sehe ich rot. "Der Film will doch nur unterhalten" ist billigste Entschuldigung zum Berieseln-Lassen, Kontrolle-Behalten und Nicht-Nachdenken-Müssen...

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  30. Kinners: get a life.
    Diese ewige Auseinandernehmen von Filmen eines bspw. Schlages Renny Harlins ist völliger Käse. Der kümmert sich einen Dreck um ausgefallene Kameraeinstellungen oder Charakterzeichnung. Ein Musterbeispiel für Regisseure die ihr Handwerk verstehen und dieses nach Marketinggesichtspunkten ausrichten. Da hört dann jeglicher Intentionalismus auf. Davon mal abgesehen wenn hier schon über Kritik gesprochen wird, dann bitte auch der Exkurs zur Erkenntnistheorie. Das ist dann auch ein grosser Fehler der Kritik an sich, nicht nur sich wichtiger nehmen, als sie ist, dazu noch eine Allgemeingültigkeit herstellen zu wollen, wo gar keine sein kann. Bekay scheint hier abschreckendes Beispiel zu sein. Nichts für ungut:-)

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  31. "Kinners: get a life."

    So kann man sich natürlich immer ziemlich einfach aus Diskussionen zurückziehen und die anderen so richtig schön abwatschen *gähn*

    "Diese ewige Auseinandernehmen von Filmen eines bspw. Schlages Renny Harlins ist völliger Käse. Der kümmert sich einen Dreck um ausgefallene Kameraeinstellungen oder Charakterzeichnung. Ein Musterbeispiel für Regisseure die ihr Handwerk verstehen und dieses nach Marketinggesichtspunkten ausrichten. Da hört dann jeglicher Intentionalismus auf."

    Offensichtlich hast du nicht gelesen, was wir schrieben. Denn da fängt Intentionalismus ja an: Der Unterstellung, ein Regisseur sei ein erfolgsgeiler Arsch und deswegen lohne sich die Auseinandersetzung mit seinen Filmen nicht. Zwei Dinge: (1) Die Beweislage für deine psychologische Annäherung an Harlin ist reichlich dünn und ungesichert (soviel zur Erkenntnistheorie). (2) Nichts könnte mich weniger interessieren: Vielleicht ist Harlin jemand, der seine Filme nicht mit Sorgfalt und Subtilität dreht, das macht sie aber doch nicht unwert für eine Beschäftigung. Gemeinhin ist jeder Film mit Strukturen, Geschichten, Motiven, Bildern, Formen usf. gefüllt, die sich auf die eine oder andere Weise fruchtbar betrachten lassen. Intentionalismus steht bei dieser schönen Tätigkeit nur im Weg.

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  32. Psychologische Annäherung versuchte hier wer?
    Wer sprach sich gegen eine Auseinandersetzung mit solchen Filmen wie Harlins aus?
    Es ist schön, dass du deine dir auf dem Herzen liegenden Punkte vorträgst, aber wenig auf Argumente eingehst, bringt in der Summe aber nichts.
    Du schreibst viel und das ohne viel Substanz.

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  33. "Psychologische Annäherung versuchte hier wer?"

    Ich nicht.

    "Wer sprach sich gegen eine Auseinandersetzung mit solchen Filmen wie Harlins aus?"

    Ich nicht.

    Aber ich steh gerade auf dem Schlauch, wo soll ich das denn jeweils bejaht haben? Das scheinst du ja anzudeuten...

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  34. "Das Appartement (ARD)
    Billy Wilders bester Film. Punkt."

    Danke. Punkt.

    @McKenzie:
    Du kultivierst neuerdings Vorstellungen von Hingabe und Machotum...
    Und von der Leidenschaft Filme zu sehen und über Filme schreiben.

    Ersteres muss kein Gegensatz sein. Letzteres sollte es.
    Und beim Schreiben über Filme zu versuchen, die Hingabe beim Sehen nachträglich Wort werden zu lassen, führt nicht unbedingt zu einer leidenschaftlicheren Kritik. Sehen und Kritik sind verschiedene Planeten im selben Sonnensystem. Die Bewohner Aliens mit unterschiedlicher Sprache und Kultur.

    Ansonsten: Wäre ich König von Deutschland, als erstes würde ich den Gebrauch der Wörter "Prätention" und "Postmoderne" unter schwere Strafen stellen. Sehr schwere.

    Aber es geht ja nicht nach mir :-)

    Schönen Gruß,
    Fastmachine

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  35. @Fastmachine:

    Schön, dass du dich auch einmal hierher verirrt hast. :)

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