Dezember 11, 2008

Kino: THE DAY THE EARTH STOOD STILL

Die hauseigenen Remakes bei der Fox gehen mit "The Day the Earth Stood Still" in die nächste Runde. Qualitativ bleibt es weiterhin ganz gruselig. Aus der pazifistischen Meditation über den Kalten Krieg im Original von Robert Wise entwickelt Scott Derrickson nun eine theologisch angehauchte Öko-Parabel, in der Keanu Reeves als Alien-Gentlemen auf der Erde landet, um Jennifer Connelly und ihrem Filmsohn – der in Wirklichkeit zum verzogenen Nachwuchs von Will Smith gehört – die Botschaft zu verkünden, dass die Menschen die Erde zerstören. Connellys "We can change"-Plattitüden haben allerdings Erfolg und geben Reeves mal wieder die Gelegenheit, den noblen Messias zu spielen. Der Film ist dümmlich, von der ersten bis zur letzten Minuten uninteres- sant und in seiner akribischen Nachstellung des bahn- brechenden Originals peinlich unbeholfen. Der vermeintliche Respekt, den das Remake dem Original mit seinem gesetzten Erzähltempo offenbar entgegenzubringen sucht, generiert dabei nur Langeweile. Richtig ärgerlich ist insbesondere die Musik von Tyler Bates, der hier das Erbe von Bernard Herrmann antritt: Dessen Score zum 1951er-Original ist natürlich unerreichbar, aber Bates’ primitives Hans Zimmer- Gedudel kann nur noch als Respektlosigkeit vor der Film- geschichte verstanden werden.


20%

Kommentare:

  1. Trotz aller schlechten Kritiken und auch unnötigen Remake, werde ich mir den Film ansehen.

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  2. Du bist ja auch Sadomasochist. ;)

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  3. Und Fox treibt die Sache auf die Spitze, indem T-Shirts verteilt werden, auf denen ein Satz steht, der im Remake gar nicht fällt.

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  4. Tja, so gedenkt man wohl die alten Fans anzulocken.

    Ich hätte ja sowas wie "Keanu Reeves was ill the Day the Earth Stood Still" lustiger gefunden.

    Aber das würden wahrscheinlich die wenigsten kapieren.

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  5. Wobei ich das gerade gefunden habe:

    "Although the line is in the film, it is buried in the mix beneath a ton of sound effects: to a casual viewer it may be apparent that the alien Klatuu is speaking in his native language to Gort; only fans will recognize, just barely, the specific word."

    Der Sturm war wohl so laut, daß ich da keine Worte ausmachen konnte, und ich habe die ganze Zeit drauf gewartet; wobei ja auch niemand darauf kommen würde, daß Reeves die Worte spricht, er redet dann von sich selbst in der dritten Person...aua

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  6. Ich habe es auch nicht gehört, aber ich habe irgendwann sowieso nicht mehr alles mitbekommen. Mein völliges Desinteresse verursachte auch gelegentliche kleinere Schlafaussetzer.

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  7. Ich fand ihn trotz allem nicht so dröge inszeniert wie Du, man kann ihm durchaus Kurzweiligkeit und Effektspektakel anrechnen; genau das richtige, für Leute, die sich heute keine Schwarzweißfilme mehr ansehen, weil die ja aus Prinzip lagweilig sind.
    Reeves geht mit seinem debilen Underacting sogar perfekt in der Rolle auf.

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  8. Wobei mich just der Schlag trifft, ich habe es doch gehört, es aufgrund des völlig falschen Timings aber einfach ausgeblendet.
    Er sagt es nachdem er angeschossen wird...beim Firt Contact.
    Glaube ich zumindest...

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  9. Das ist auch das einzige, was ich dem Film anrechnen würde, dass die Besetzung mit Reeves insofern sinnvoll ist, als sein für gewöhnlich äußerst beschränkter Ausdruck in einer Rolle, die personifiziertes Nichts abbildet, einmal wirklich Teil des Konzepts zu sein scheint. Aber ob das wirklich ein Lob ist, weiß ich auch nicht. ;)

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  10. Auf jeden Fall ein kleines Lob für die Produzenten, die ausschließlich ihn für die Rolle wollten. ;)
    Und Keanu scheint es nicht zu stören - Geld macht wohl doch glücklich.

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  11. Jetzt spricht er schon mit Gott.

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  12. Gott hört immer zu, auch wenn die anderen schon längst aufgegeben haben.

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  13. Junge, mach bitte Schluß mit den prätentiösen Diskussionen und komm rein, Essen is ferdich!

    (und da haben zwei mischfarbige Lesben für dich angerufen ;D hab die Nummer notiert..)

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  14. Der Film scheint ja richtiger Schrott zu sein. Und der gute Keanu entwickelt sich (eigentlich ist er seit jeher) für mich definitiv zum Warnschild. In einer Reihe mit Tom Cruise und Konsorten. Gibt's denn überhaupt einen guten Film, in dem der Hübsche mitspielt?

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  15. DANGEROUS LIAISONS, POINT BREAK, MY OWN PRIVATE IDAHO, SPEED und, mehr oder weniger, MATRIX.

    Allerdings sind diese Filme nicht gut, weil er da mitspielt.

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  16. Gestern im Kino gewesen - grausiger Schrott. Auch wenn ich nicht viel erwartet habe, das ging ja mal gar nicht. Was freue ich mich auf nächste Woche, da kann ich mir dann endlich WALTZ WITH BASHIR ansehen...

    COPFKILLER

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  17. das ist ja alles richtig, wenn auf dem guten Keanu rumgehackt wird. Ich mag den aus unerfindlichen Gründen trotzdem und ist mir um einiges lieber als so ein Unsymapath wie Sean Penn.

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  18. Ich mag den Keanu auch. Aber er ist halt einfach kein Schauspieler.

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  19. Ich fand ihn okay.
    Er kommt sicher nicht an das Original ran, was an der wesentlich platteren Geschichte liegt, aber er ist nicht annähernd so beschissen inszeniert, wie die Leute hier behaupten.
    Das von "Andromeda Strain" geklaute Anfangszenario, als Conelly abtranportiert wurde, war schon faszinierend; und da wir heute schon wesentlich näher am Abgrund stehen als 1951, darf man auch schon einmal vorsichtig mit der Auslöschung der Erde anfangen, bevor man am Ende die Menschheit für überlebenswürdig hält.
    Vielleicht liegt es daran, daß man als Fan viel zu wenig düstere Sci-Fi geboten bekommt, oder auch daran, daß ich den Film nicht von Anfang an hassen wollte, aber er funktioniert auf seine eigene (zugegeben) dümmere Weise zumindest auf der Unterhaltungsebene.
    Reeves paßt hier wirklich mal wie die Faust aufs Auge, Connelly ist sowieso immer schön - nur die Kackbratze nervt ohne Ende, weswegen die Wandlung Klaatus und die Botschaft am Ende absolut für den Arsch sind.

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  20. Für Dich nur das beste, Spatz.

    Hab jetzt übrigens noch stärkeres Fieber und muß heute ausfallen lassen :(

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