November 29, 2008

TV: Fernsehtipps vom 29.11. - 05.12.2008 (inklusive Weihnachtstipps von Mr. Hankey)

Samstag, 29.11.

20:15 Uhr – Good Will Hunting (VOX)

Verlogenes Gutmenschendrama, unfassbar klebrig geschrieben und mitunter absolut widerwärtig gespielt. Die ganze ideologische Zielrichtung des Films könnte falscher gar nicht sein. Neben "Psycho" Begründer meiner Van Sant-Antipathie.

22:50 Uhr – Aliens – Die Rückkehr (K1)

Camerons bildgewaltige Umdichtung des Vorgängers: Gleich mit mehreren Dutzend Aliens bekommt man es hier zu tun, und die psychosexuelle Metaphorik erscheint bestenfalls kuvriert zugunsten spektakulärer Action, die nur noch als Korsett für Insekten-Horror fungiert. Wo der erste Film intellektuell funktionierte, ist die Fortsetzung schlicht überwältigend inszeniertes, archaisches Kino mit der üblichen Chauvi-Prise Marke Cameron.

23:10 Uhr – Der Hauch des Todes (ARD)

Timothy Dalton ist der beste Bond. Ende und aus.

2:30 Uhr – König der Fischer (K1)

Jeff Bridges ist göttlich in diesem Film. Mehr ist nicht darüber zu sagen.

Sonntag, 30.11.

7:30 Uhr – Breakfast Club (RTL2)

Der Teenie-80s-Klassiker. Die pubertären Nöte der US-Kids wirken heute leicht angestaubt und auch ein wenig sehr harmlos, aber der Film hatte zu Recht einen gewaltigen Genre-Impact – und allein der Simple Minds-Titelsong ist ja auch großartig.

20:15 Uhr – Das Haus am See (RTL)

Habe ich nicht gesehen, aber auf der Bambi-Verleihung vor einigen Tagen meinte Karoline Herfurth, der Film hätte sie zutiefst bewegt. Dann überreichte sie Keanu Reeves einen Preis für den besten internationalen Schauspieler (?) und es gab Standing Ovations. Da musste ich dann wirklich an Marcel denken. Absurder geht’s nimmer.

22:00 Uhr – Kill Bill: Vol.2 (Pro7)

Der, nun ja, meditative Nachschlag oder Epilog oder die impertinent gelassene zweite Hälfte. Wie auch immer, hat mir noch mehr zugesagt als die überlange Schwertkampforgie Teil 1.

Montag, 01.12.

22:15 Uhr – Switchback (ZDF)

Habe ich irgendwann mal nachts im ZDF geschaut und fand den überraschend okay. Spannend und unterhaltsam und so. Will ja nicht viel sein. So wie der nicht unähnliche "Transsiberian", der bald startet.

Dienstag, 02.12.

20:15 Uhr – Thirteen Days (K1)

War damals ein typischer Berlinale-Film. Ein bisschen scheinkritisch, möchtegern-brisant und ungeheuer dialoglastig. Fand den wahrscheinlich deshalb auch gut.

Mittwoch, 03.12.

22:45 Uhr – Lichter der Vorstadt (Arte)

Kaurismäkis Trilogie-Abschluss. Noch nicht gesehen, verspreche mir aber viel von.

23:00 Uhr – Frenzy (SWR)

Für Hitchcock erstaunlich weird, aber der Film hat echt einige brillante Momente, die sogar richtig gehend verstörend sind. Kann mich auch kaum an einen schlüpfrigeren Film im an schlüpfrigen Themen nicht gerade armen Oeuvre des Meisters erinnern.

Donnerstag, 04.12.

22:15 Uhr – Lethal Weapon 3 (VOX)

Die Lethal Weapon-Filme haben bei mir über die Jahre besonders gelitten. Bis auf den schicken vierten Teil erscheinen mir die so stur in ihrem konventionellen Buddy-Muster und so zwingend nach Schema F gestrickt. Der Homo-Pegel mag zwar alle zwei Minuten ausschlagen, das allein verrät jedoch noch nichts über das reflexive Vermögen von so viel ausgestellter Männlichkeit.

0:50 Uhr – Moby Dick (ARD)

John Huston ist ja der beste amerikanische Regisseur aller Zeiten, stimmt’s McKenzie? ;)

Freitag, 05.12.

20:15 Uhr – xXx – Triple X (Pro7)

An einem Freitagabend kann so ein Film gar nicht einmal das Verkehrteste sein. Die Stunts dieses Wannabe-Bonds haben mich zumindest im Kino prächtig amüsiert.

20:15 Uhr – Bodyguard (RTL2)

Ganz klarer Guilty Pleasure-Kandidat von mir. Der Film ist totaler Rotz, aber ich mag ihn trotzdem.

0:20 Uhr – Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist wieder da (RTL2)

Kennt noch jemand Jenny Agutter? Die wird hier abgemurkst. Und der Film hat außerdem ein hübsches Studio-Finale in einer Spielwarenfabrik. Gibt schlimmeres.

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Mr. Hankeys Weihnachtstipps

Samstag, 29.11.

14:25 Uhr – Schöne Bescherung (RTL2)

Hier schon die zweite Ausstrahlung des X-Mas-Komödienklassikers und dabei ist noch nicht einmal Advent! Den kann man sich aber auch wirklich zig Mal ansehen, ohne dass er langweilig wird! :-)

20:15 Uhr – Santa Clause 3: Eine frostige Beschehrung (Premiere 1)

Nachdem Teil 1 immer noch einer der besten Disney-Weihnachtsfilme überhaupt ist, ist Teil 3 nur noch ein seelenloses Abziehbild von dem, was Santa Clause einmal war. Dennoch, der Fight Tim Allen Vs. Martin Short macht hier und da Laune und der übliche US-Bombast ist auch vorhanden. Wer also nicht zu viel erwartet, der kann dennoch seinen hirnfreien Weihnachtsspaß haben.

(und kleine Hankeys erwarten für gewöhnlich ja nicht viel^^)

Sonntag, 30.11.

12:00 Uhr – Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (KiKa)

Zwar noch ein bisschen früh für den absoluten Märchenklassiker zu Weihnachten, ist dieser wundervolle Film aber auch am ersten Advent schon ein wunderbarer Beweiß dafür, dass Weihnachten auch vor der Glotze durchaus viel Freude machen kann. Kommt aber zu den Weihnachtstagen sicher auch noch ein paar Mal auf den Dritten. Warten würde also auch nicht Schaden!

Montag, 01.12.

20:15 Uhr – Weihnachten in Handschellen (Premiere 1)

TV-Film um eine Kellnerin, die sich zu Weihnachten einen Kerl kidnappt, um vor ihrer Familie mit einem Freund angeben zu können. Könnte aufgrund des Regisseurs Ron Underwood ("Im Land der Raketenwürmer") ganz nett werden, Melissa Joan Heart ist dagegen gewöhnungsbedürftig, wenngleich ich sie als "Clarissa" damals mochte!

Mittwoch, 03.12.

20:15 Uhr – Buddy, der Weihnachtself (SAT.1)

Will Ferrell in Strumpfhosen mit kindlichem Gemüt fand ich damals im Kino recht nervtötend, wenngleich ich zugeben muss, dass der Film bei jedem weiteren Mal irgendwie charmanter wird, was aber vor allem an James Caan liegt. Der kann einfach alles irgendwie retten. Und irgendwann gewöhnt man sich auch an Ferrell!

(wieso guckt man sich einen Film, den man schon beim ersten Mal nervig fand, immer wieder an?)

20:15 Uhr - Santa Clause - Eine schöne Bescherung (S-RTL)

Immer wieder gern gesehen. Tim Allen in seiner Paraderolle als Weihnachtsmann wider Willen, die ihn zu Mr. Christmasmovie machte. Herzensgut, witzig und rundum weihnachtlich, kann man sich dem Charme des Ganzen einfach nicht entziehen. Zumal es hier auch mal nicht überall unentwegt glitzert und funkelt. So müssten alle Weihnachtskomödien aus Amerika sein. Nicht so wie die Sequels!

(ich konnte mich dem ganz gut entziehen *g*)

Donnerstag 04.12.

20:15 Uhr – Die Familie Stone: Verloben verboten (VOX)

Tolle Darsteller, biederer Film. Sarah Jessica Parker und Diane Keaton mühen sich redlich ab, um dem bieder ausgeschmückten Filmchen etwas abzugewinnen. Allzu öde ist das Ganze zwar nicht, aber einmal angucken reicht aus und vergessen ist er auch ganz schnell wieder!

Freitag, 05.12.

20:15 Uhr – Der Nikolaus im Haus (ARD)

Bähh! Abgewrackte deutsche Filmstars (u.a. Christiane Neubauer) in einem Weihnachtsfilm für den Kukident-Sender ARD! Auch wenn’s auf dem Sender, in den letzten Jahren, durchaus so manchen Hingucker gab (z. Bsp. "Das Weihnachts-Ekel"), aber das hier hört sich wie die Hölle auf Erden an. Für alle unter 60 garantiert nicht zu ertragen!

(Kukident-Sender LOL)

20:15 Uhr – Die Geister, die ich rief (SAT.1)

Ebenfalls jedes Jahr ein Muss: Bill Murray in einer der besten und abgefahrendsten Adaptionen der bekannten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Witzig, Actionreich und genial gespielt, macht der Streifen einfach nur enorm viel Laune. Nur das mit der guten Moral etwas zu überzogene Ende büßt ein wenig ein. Ansonsten aber, neben "Schöne Bescherung", einer der US-Komödienklassiker überhaupt!

(nur bei SAT.1 alljährlich konsequent in der gecroppten 4:3-Fassung)


Kommentare:

  1. The Lake House ist wirklich toll...schnieeeeeef...Du Fiesling!

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  2. frau rieger29/11/08 18:10

    Timothy Dalton - HA!

    Dein Geschenk an die Welt zum Jahresende.

    Hat was.

    Doch.

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  3. John Huston ist ja der beste amerikanische Regisseur aller Zeiten, stimmt’s McKenzie? ;)

    Auf jeden Fall, er teilt sich bei mir den Tron noch mit Hitchcock, Chaplin und Kubrick, könnte aber beide theoretisch noch überrunden, da er von den dreien definitiv der bescheidenste, angenehmste und unprätentiöseste ist, der nie auf seinen Status als Künstler und Autorenfilmer gepocht hat. MOBY DICK ist zwar nicht sein bester Film (würde THE MISFITS, THE MAN WHO WOULD BE KING und AFRICAN QUEEN noch etwas höher einordnen), auf jeden Fall an sich aber schon großartig in seiner kargen, wunderbar einfachen Prägnanz und Ästhetik. Ich muss allerdings unbedingt noch viel mehr von ihm sehen, vor allem HEAVEN KNOWS MR. ALLISON, von dem ich mir ein Meisterwerk erwarte (Kerr und Mitchum, lechz), sowie als interessante Verunglückung, THE BARBARIAN AND THE GEISHA. Und, >natürlich< REFLECTIONS IN A GOLDEN EYE mit dem großen und erotischen Marlon Brando als schwulem Militärhauptmann sowie FREUD mit dem nicht minder großartigen Montgomery Clift und NIGHT OF THE IGUANA. Ja, so schnell wird der genialische Nachschub nicht ausgehen!8-) Sicherlich, seine Auftragsarbeiten sind weniger prickeln, habe kürzlich mit dem wahnsinnig uninspirierten PHOBIA einen beinharten Schock erlitten - aber bei soviel sonstiger Größe verzeihe ich Huston auch solche Fehlschlägte.
    PS:
    http://www.youtube.com/watch?v=hqLC4g1fMHQ
    Allein schon seine Stimme...

    Huston hätte sich eine Wiederentdeckung durchaus verdient, alle Welt schwärmt von THE MALTESE FALCON und vielleicht noch AFRICAN QUEEN, aber sonst schert man sich heute nicht mehr viel um Huston. Die unglaublich ignorante Behauptung, er hätte keinen eigenen, ausgeprägtem Stil (Himmel...), ist schon bezeichnend für die Stock-im-Arsch-Mentalität der Kanon-Kreatoren, die mit ihren kleinkarierten Kriterien einen Regisseur wie Huston mal eben so schnell aussortieren (außer dem Falken, denn der ist ja filmhistorisch signifikant, *Kotz*).

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  4. @Mephisto:

    Ohhhhh. ;)

    @die schon vom Jahresende träumende Frau Rieger:

    War das nicht bekannt?

    @McK:

    MALTESE FALCON ist ja nun einmal auch toll. Sein bester, würde ich sagen. Aber ich kann über Huston noch kein wirkliches Urteil fällen, ich habe zu wenig gesehen (spontan fallen mir nur noch ASPHALT JUNGLE, AFRICAN QUEEN, THE KILLERS und HIGH SIERRA ein - alle toll!). Als Schauspieler war der Mann ja bereits eine Wucht (CHINATOWN), und PTA hat ihm (nicht Kubrick!) dieses Jahr nun auch ein entsprechendes Denkmal gesetzt.

    Hast du MOULIN ROUGE gesehen? Der steht noch auf meiner Liste.

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  5. frau rieger29/11/08 19:32

    Gewiss, aber es erschlägt einen immer wieder aufs Neue. ;)

    Finde ich ja auch gut, diese Haltung, der Mann kann jeden Fürsprecher gebrauchen.

    Finde außerdem gut, wie McKenzie heute mal entrüstet über elitäre Filmkanoniere herziehen UND gleichzeitig sein Posting kurz halten kann.

    Finde auch "König der Fischer" gut.

    Finde überhaupt alles gut.

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  6. MALTESE FALCON ist ja nun einmal auch toll. Sein bester, würde ich sagen.

    Natürlich ist er sehr, sehr gut (mehr kann ich nicht sagen momentan, ich sah in zuletzt vor 4 Jahren im TV auf deutsch).

    Ich verabscheue nur diese Mentalität der Filmklugscheißer, manche Regisseur, die eine wechselhafte Karriere hatten, auf ein, zwei "bedeutende" Filme in Ihrem Schaffen zu reduzieren und den Rest zu ignorieren oder abzuwerten. Bei Huston sind das der Falke, vielleicht KEY LARGO, ASPHALT JUNGLE, AFRICAN QUEEN und THE MISFITS und (natürlich) THE TREASURE OF THE SIERRA MADRE (auch großartig). Kaum auch nur ein Wort über THE UNFORGIVEN, HEAVEN KNOWS MR. ALLISON, ROOTS OF HEAVEN, FREUD, REFLECTIONS IN A GOLDEN EYE, NIGHT OF THE IGUANA, A WALK WITH LOVE AND DEATH, FAT CITY, WISE BLOOD, THE DEAD...

    HEAVEN KNOWS... war übrigens einer von Hustons Favoriten und ich warte jetzt schon ganz kribbelig auf die nächste Gelegenheit, mir die DVD zuzulegen... Sicher, man kann Huston bashen, weil er auch "Peinlichkeiten" wie THE BIBLE, PHOBIA, ANNIE oder eben VICTORY in seiner Filmographie hat, nur spricht das eigentlich imho eher für ihn - Huston war eben im Gegensatz zu anderen Regisseuren der alten Schule nicht so "self indulgent" und hat auch teilweise Angebote nur zum Spaß angenommen wie eben z. B. THE BIBLE (er selbst war Atheist) [O-Ton Huston: "I'm sure, it will be a lot of fun") - und daran kann ich nichts schlechtes erkennen. Selbst diese Filme sind immer noch solide inszeniert und überraschen teilweise mit originellen, kleinen Regie-Einfällen. Und ganz abgesehen davon hatte Huston mit seiner Vorstellung von Kino natürlich ab den 70igern zunehmend Probleme, adäquate Projekte zu finden, bzw. selbst zu initiieren und es ist natürlich erfreulich, dass er seine Karriere mit einem persönlichen Film (THE DEAD) beenden konnte.

    THE KILLERS und HIGH SIERRA

    Die er allerdings nur geschrieben hat, natürlich.

    Als Schauspieler war der Mann ja bereits eine Wucht

    Der Hauptgrund, warum ich THE BIBLE schon zweimal gesehen habe - es wird nie einen perfekteren Noah und eine perfektere Gottesstime als John Huston geben. *gg* Ganz zu schweigen von CHINATOWN natürlich.

    und PTA hat ihm (nicht Kubrick!) dieses Jahr nun auch ein entsprechendes Denkmal gesetzt.

    Sei nur nicht zu altklug, mir ist natürlich bewusst, dass THERE WILL BE BLOOD in erster Linie eine Hommage an SIERRA MADRE und typische Huston-Motive ist, trotzdem wandelt er formal und dramaturgisch eher auf Kubricks Spuren. Aber eben doch auf so brillante Art und Weise. Hatte gestern mit einem Freund erst eine ausgedehnte Diskussion nach dem Motto NO COUNTRY FOR OLD MEN vs. THERE WILL BE BLOOD (ganz neu) und habe auch erneut betont, um wieviel mehr (und origineller) Anderson die Postmoderne im Kino zu nutzen weiß als die technokratischen Coens.

    Hast du MOULIN ROUGE gesehen? Der steht noch auf meiner Liste.

    Natürlich steht der auf deiner Liste, ist ja ein Musical^^. Nee, noch nicht, kommt aber bald, ich entwickle gerade eine regelrechte Sucht, meine Bewunderung für Huston wächst täglich. Jetzt ist aber mit FAT CITY, der gerade preiswert auf DVD erschienen ist, erst einmal eine klassische Travis-Prätention dran, ich freu mich schon.8-)

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  7. Finde ich ja auch gut, diese Haltung, der Mann kann jeden Fürsprecher gebrauchen.

    Ach ja, ganz vergessen. Finde ich auch, Dalton rangiert bei mir auch weit über Moore und Brosnan (Kann mich ansonsten zwischen Connery, Dalton, Craig und Lazenby, den ich im Gegensatz zu den meisten hervorragend fand, nicht so recht entscheiden).

    Finde außerdem gut, wie McKenzie heute mal entrüstet über elitäre Filmkanoniere herziehen (...) kann.

    Jederzeit, immerzu. Man kann über diese extreme Form des kulturellen Faschismus (ich weiß, ich verwende das Wort zu häufig - hier trifft es meine Gedanken aber einfach ausgezeichnet) gar nicht genug herziehen.

    UND gleichzeitig sein Posting kurz halten kann.

    Jaja, diese Frau Rieger ist schon eine lesefaule alte Vettel.

    Deswegen habe ich mein letztes Posting auch gleich erweitert

    ^^

    Finde überhaupt alles gut.

    "Frau Rieger, warum hast du so große Augen?"

    - "Damit ich mehr STERNE sehen kann, Kleiner!"

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  8. Ah, stimmt, SIERRA MADRE, den habe ich völlig vergessen, toller Film. KEY LARGO ebenso. Siehst du, habe doch mehr von ihm gesehen als ich dachte. Liegt wohl daran, dass ich Huston eben (wohl aus den von dir genannten Vorurteilen) im Hinterkopf nicht als Autorenfilmer betrachte und seine Filme deshalb nicht sofort abrufbereit habe.

    Ansonsten schönes, hartnäckiges, rebellisches, enthusiastisches Plädoyer, glaube ich jetzt alles einfach mal so. Hätte schwören können, HIGH SIERRA hätte er auch inszeniert, aber ich denke wohl immer zu sehr in terms of scripting oder so. (oho)

    Und hör’ mir auf mit der Kubrick-Kacke. Alles Bullshit. Das ist genauso wie der leidige Einwand der Feuilletonisten zum Kinostart von MAGNOLIA, der ja nur eine Verbeugung vor Altman und der schlechtere SHORT CUTS sei. Dabei hat PTA Altman längst überflügelt, genauso wie schon BOOGIE NIGHTS besser als jeder Kubrick war. ;)

    Und bist du die leidigen NCFOM vs. TWBB-Debatten nicht langsam mal leid?^^ Ich meine, das eine ist eben eine selbstgefällige Nullnummer der Coens, das andere ein zeitloses Meisterwerk. Und fertig.

    Sei nur nicht zu altklug

    Da musste ich jetzt echt lachen!

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  9. Liegt wohl daran, dass ich Huston eben (wohl aus den von dir genannten Vorurteilen) im Hinterkopf nicht als Autorenfilmer betrachte und seine Filme deshalb nicht sofort abrufbereit habe.

    Ein echtes Exempel... gerade meinte ich noch.. .-/
    Nun, deine bereits vorhandenen Lobeshymnen gleichen das wieder aus;-)

    (Auch wenn es mir irgendwie total klar war, dass du den wichtigen Falken am meisten schätzt)

    Huston war 50:50 Auftragsarbeiter und Autorenfilmer. Im Endeffekt hat er sich, wie soviele andere zu dieser Zeit auch, mit den Auftragsarbeiten und deren Erfolgen seine Wunschprojekte ermöglicht - wobei diese natürlich nicht automatisch massenuntaugliche Flops waren, AFRICAN QUEEN z. B. war schließlich, afaik, sein erfolgreichster Film.

    Ansonsten schönes, hartnäckiges, rebellisches, enthusiastisches Plädoyer, glaube ich jetzt alles einfach mal so.

    Soll natürlich auch eine Anregung und Verteidigung sein, ich versuche ja immer, für meine Lieblinge zu werben, besonders wenn sie eine so schwierige Reputation genießen. Kennst du ja auch von dem ganzen Spielberg-Gebashe.;-)

    Hätte schwören können, HIGH SIERRA hätte er auch inszeniert, aber ich denke wohl immer zu sehr in terms of scripting oder so. (oho)

    Gerade auf einem solchen Stoff wie HIGH SIERRA, thematisch und vom Sujet her Huston pur, bleibt natürlich seine Handschrift haften. Was hältst du übrigens von "African Queen"?

    Und hör’ mir auf mit der Kubrick-Kacke. Alles Bullshit.

    Das habe ich von dir aber auch schonmal anders gehört. Ist schließlich keine Abwertung (auch in meinen Augen nicht). Aber natürlich, Anderson ist sowieso viel großartiger als Kubrick.

    LOL.

    Als ob Anderson, trotz seines enormen Talents, nicht auch einer von den Postmodernen wäre.

    Das ist genauso wie der leidige Einwand der Feuilletonisten zum Kinostart von MAGNOLIA, der ja nur eine Verbeugung vor Altman und der schlechtere SHORT CUTS sei.

    Das ist aber eine viel oberflächlichere und kurzsichtigere Behauptung, die sich einzig und allein auf die Erzählstruktur und den Rhytmus des Films bezieht. Und mit der ich ebensowenig d'accord gehe.

    genauso wie schon BOOGIE NIGHTS besser als jeder Kubrick war. ;)

    Is that you, Klaus Kinski, is that me?

    Und bist du die leidigen NCFOM vs. TWBB-Debatten nicht langsam mal leid?^^

    Ich schon längst (LÄNGST! *Ächz*), verstehe auch immer noch nicht, was es da überhaupt groß zu diskutieren gibt (ha, der Duce in mir kommt wieder zum Vorschein). Besagter Freund fühlte sich nach der Zweitsichtung im August von mir aber überheblich behandelt, weil ich ihm sagte (er findet den Film großartig und kann das - ich bin fast vesucht, zu sagen "leider"^^ - relativ überzeugend begründen), er sei imho den Coens und ihrer perfiden Kinocollage /- verführung voll auf den Leim gegangen. Im Gegenzug fand er THERE WILL BE BLOOD nur okay und nicht ganz überzeugend (konnte das in meinen Augen nicht so wirklich plausibel erklären, räumte aber ein, er müsste TWBB noch ein zweites Mal sehen müsse [NCFOM sah er schon zweimal], was ich in diesem Fall gelten lassen muss, ging mir nicht anders). Um also eventuelle Missgünstigkeiten wegen meines vermeintlichen Geschmacksfaschismus aus der Welt zu räumen, habe ich mich nochmal aufs Schlachtfeld begeben. Das wird aber vorerst das letzte Mal gewesen sein, ich kann und will nicht mehr.
    Sollen die Anderen doch alle den Coens die gelackten Gamaschen küssen;-)

    Ich meine, das eine ist eben eine selbstgefällige Nullnummer der Coens, das andere ein zeitloses Meisterwerk. Und fertig.

    I most certainly concure.

    Da musste ich jetzt echt lachen!

    Wie darf ich das bitteschön verstehen?

    (Ach ja, bitte nenn' mich nicht dauernd McK, das erinnert mich irgendwie so an Steve McQueen, warum auch immer - und das mag ich nicht, auch wenn der natürlich ein cooler Hund und ein heißer Schlitten war;-)

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  10. Mit dem Film "Bodyguard" hatte ich mein lustiges Kinoerlebnis, was da damals abging war unglaublich und alle beteiligten Reden heute noch davon. :-)

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  11. Mr. Hankey29/11/08 21:52

    Jeff Bridges ist göttlich in diesem Film. Mehr ist nicht darüber zu sagen.

    Und Robin Williams erst. Ist auch so ein Darsteller der von Dir, so glaube ich, sträflichst unterschätzt wird!

    Karoline Herfurth, der Film hätte sie zutiefst bewegt.

    Na ja, bewegt ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber recht hat sie irgendwo schon. Der Film ist wirklich überraschend angenehm ausgefallen. Mooni hat dazu ja auch ne schöne Kritik geschrieben. Aber nun gut, ist halt ne versponnene Hetero-Romanze, also nichts für Dich! ;)

    So wie der nicht unähnliche "Transsiberian", der bald startet.

    Bahhh, schon wieder an diese Scheisse erinnert worden. Und dabei hatte ich mir diesen Mist gerade so schön aus meinem Gedächtnis getrichen. ;-)

    An einem Freitagabend kann so ein Film gar nicht einmal das Verkehrteste sein.

    Selbst wenn es nur einen Film auf dieser Welt gäbe, wäre "XXX" mordsmäßige Zeitverschwendung!

    (und kleine Hankeys erwarten für gewöhnlich ja nicht viel^^)

    "XXX" mögen, aber behaupten mehr zu erwarten als meinereins! Verlogenes Würstchen, Du! ;)

    (wieso guckt man sich einen Film, den man schon beim ersten Mal nervig fand, immer wieder an?)

    Habe ich doch geschrieben: Wegen dem göttlichen James Caan! ;-)

    (ich konnte mich dem ganz gut entziehen *g*)

    Du bist ja auch Schwul und hast kein Herz! Was sollst Du also mit nem herzerwärmenden Familienfilm anfangen können?^^

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  12. Zitat-Zweckentfremdungen:

    (...) das andere ein zeitloses Meisterwerk.

    Da musste ich jetzt echt lachen!

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  13. An einem Freitagabend kann so ein Film gar nicht einmal das Verkehrteste sein.

    Wenn man einen ausgeprägten Hang zum Masochismus hat.;)

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  14. Karoline Herfurths Intellekt scheint so groß zu sein wie ihr Busen, aber was kann man von einer Berliner Göre schon anderes erwarten...
    Bei Lake House hat sich die Bullock am Reeves ein Beispiel genommen, und man sieht nun zwei Stöcke auf der Leinwand, die den Charme einer nackten Betonwand versprühen. Wäre die Handlung wenigstens konsequent, und der grinsende Hohlkopf würde am Ende standesgemäß vom Auto überfahren werden (ups, Spoiler), wären die Tränen der Schicksen so groß, daß sie im verheulten Zustand nicht sehen können, wie Scheiße ihr Date eigentlich aussieht, und die Chance auf eine nette Nummer würde zu unseren Gunsten steigen - aber nicht einmal das gönnt uns dieses beschissene Drecksmachwerk.

    Dalton ist wirklich der beste Bond, allerdings ist Craig gerade dabei, ihn zu überholen.

    John Huston ist der von "Home Alone", oder?

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  15. Gerade kürzlich erst gelesen/gehört/gesehen/keine Ahnung, dass "Magnolia" "Short Cuts" alleine schon deshalb überragt, weil Anderson jeder einzelnen seiner Figuren Liebe entgegenbringt, egal wie grob bösewichtig er sie auch versucht sein könnte zu zeichnen. Altman hingegen ergötze sich vielmehr am eigenen Zirkus seiner merkwürdigen Subjekte.
    Das ist schön zusammengefasst, und sorgt auch, wie ich finde, für die nötige vorweihnachtliche Wärme. :)

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  16. @Steve McQueen:

    (Auch wenn es mir irgendwie total klar war, dass du den wichtigen Falken am meisten schätzt)

    Na logan, ich bin doch der superprätentiöse Kanon-Filmkritiker. ;)

    Was hältst du übrigens von "African Queen"?

    Ganz wunderbare Melange aus Screwball-Comedy und Abenteuerfilm, fantastisch gefilmt und wahnsinnig clever geschrieben. Außerdem: Es gibt keine schlechten Filme mit Katherine Hepburn [/homo-style].

    Als ob Anderson, trotz seines enormen Talents, nicht auch einer von den Postmodernen wäre.

    Wieso „trotz“? Was ist an postmodern per se schlecht? Und inwiefern kann ein künstlerisch und kommerziell erfolgreicher Regisseur heutzutage nicht innerhalb postmoderner Strukturen arbeiten? Gerade PTA liefert ja, wie auch Scorsese zum Beispiel, einen Beleg dafür, dass der Umgang mit Postmodernität im Kino nicht nur different, sondern auch niveauvoll sein kann. In TWBB wird ja nicht mit Mitteln der (Selbst)Reflexivität- und referentialität, Ironie oder Diskursivität, des Rezeptionsverhaltens oder (wie Susan Sontag so schön schrieb) einer „Rhetorik der Anführungsstriche“ ein Meta-Film-Kontext gesponnen, in dem PTA mal eben demonstriert, welche Filme er denn nun gesehen und verstanden hat (so wie es m.E. die Coens bsp. tun), sondern alles (die Referenzvorbilder, die Konventionen, die Mechanismen) wird verarbeitet und sinnvoll eingeflochten, es bildet einen Text ab und generiert neue Blickwinkel (ist insofern natürlich freilich postmodern). Nur: PTA bezieht das alles so mit ein, dass quasi ein Austausch stattfindet, ein komplexer Dialog. In TWBB kommunizieren CHINATOWN und SIERRA MADRE miteinander, ohne dass es ostentativ oder gekünstelt wirken würde, oder man es überhaupt bemerken müsse.

    @spidy:

    Mit dem Film "Bodyguard" hatte ich mein lustiges Kinoerlebnis, was da damals abging war unglaublich und alle beteiligten Reden heute noch davon. :-)

    Was war denn? Ist dir einer abgegangen als Whitney I will always love you gesungen hat? ;)

    @Hankey:

    Und Robin Williams erst. Ist auch so ein Darsteller der von Dir, so glaube ich, sträflichst unterschätzt wird!

    Robin Williams ist die Pest! Seine Rollen in GOOD WILL HUNTING, HOOK, JACK, PATCH ADAMS, DEAD POET’S SOCIETY … gibt kein besseres Brechmittel.

    Aber nun gut, ist halt ne versponnene Hetero-Romanze, also nichts für Dich!

    *gähn*

    "XXX" mögen, aber behaupten mehr zu erwarten als meinereins! Verlogenes Würstchen, Du! ;)

    Also von mögen war hier keine Rede.

    Du bist ja auch Schwul und hast kein Herz! Was sollst Du also mit nem herzerwärmenden Familienfilm anfangen können?^^

    Du bist ein Nazi.

    @Gott:

    John Huston ist der von "Home Alone", oder?

    Genau … Korn gefunden.

    @Chili:

    MAGNOLIA ist vor allem auch deshalb gaaanz weit weg von SHORT CUTS, weil er mit dem Realismus Altmans nichts zu tun hat, sondern sich auch mit phantastischen Elementen, mit (Kino-)Magie und Pulp-Poesie zu arbeiten traut. Etwas, das PTA ja auch in Altmans letzten Film als 2nd Unit Director eingebracht hat (wenn auch arg befremdlich).

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  17. Mr. Hankey30/11/08 13:07

    Robin Williams ist die Pest! Seine Rollen in GOOD WILL HUNTING, HOOK, JACK, PATCH ADAMS, DEAD POET’S SOCIETY … gibt kein besseres Brechmittel.

    *Gähn* Die paar schlechten Filme aufzuzählen, die sich gegen eine ganze Latte von guten oder zumindest annehmbaren Streifen stellt, ist wirklich ne arme Leistung meiner Lieber! Außerdem ist die Qualität eines Films nicht immer gleichwertig mit der Leistung des Darstellers. Aber ich sags ja, Robin Williams wird unterschätzt, Rajko (vor allem von sich selbst) nicht selten überschätzt! ;-)

    Du bist ein Nazi.

    Du bist ein Nazi!

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  18. @Mr.Vega: Nein, nein, nein! Wir waren damals zu viert in Bodyguard, jedenfalls hatte das Mädchen endlich geschafft den Jungen ins Kino zu schleppen in den sie verliebt war und dann kam die Szene als Kevin Costner angeschossen wurde und er ist vom Kinositz aufgesprungen und auf die Knie gefallen und hat lauthals geschriehen "Nein, er darf nicht sterben", dass nenne ich mal ein Coming out! Und wenn ich jedes Mal nur Bodyguard sehe oder auch nur lese, muss ich an dieses Ereignis denken.

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  19. Hankey,

    Die paar schlechten Filme aufzuzählen, die sich gegen eine ganze Latte von guten oder zumindest annehmbaren Streifen stellt, ist wirklich ne arme Leistung meiner Lieber! Außerdem ist die Qualität eines Films nicht immer gleichwertig mit der Leistung des Darstellers.

    Das tue ich gar nicht. Ich finde Williams schrecklich in diesen Filmen, das hat erst einmal nicht unbedingt etwas mit den Filmen an sich zu tun (die, zugegeben, auch scheiße sind).

    @spidy:

    Das soll ein Coming Out gewesen sein? Klingt aber nach lustigem Gay-Camp. ;)

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  20. Mit 16 Jahren kann man es noch als ein unfreiwilliges Coming out nennen :-), da er sich ja erst über 10 Jahre später sein Coming out hatte.

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  21. Ich wusste es schon immer: Kevin Costner macht schwul.

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  22. Darüber kannst du dann deine Diplomarbeit machen! :-)

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  23. Diplom? Wir leben in Zeiten der Postmoderne, da schreibt man Bachelor-Arbeiten. ;)

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  24. Dann schreibst du halt deine Bachelor-Arbeit :-)
    Immer dieser neumodischer Kram *gggg* *lol* :-)))))

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  25. Who the Fuck is Karoline Herfurth? Ich dachte der Typ "Riemann" wäre endlich ausgestorben...

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  26. Wäre ja auch mal ne Idee für Troma:

    The Urban Burton Fanboy GAYS vs. Teenage Homophobic Mainstream NAZIS!

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  27. Wie kann man Kaurismäki mögen und Jim Jarmusch nicht?

    Gruß, COPFKILLER

    ab jetzt wieder anonym hier weil mein google-konto nicht mehr funktioniert und ich keinen nerv habe schon wieder eins zu erstellen...

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  28. Von Mögen würde ich nicht unbedingt sprechen wollen, aber wieso sollten sich die beiden denn ähneln?

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  29. dorkheimer1/12/08 19:18

    Folgende Filme demnächst in Vinnie Vegas TV-Tipps mit lobender Erwähnung: http://www.artforum.com/inprint/id=21496

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  30. ... wohl kaum. Aber vielen Dank.

    Waters' Filmgeschmack und ich, wir sind nicht so dicke. Immerhin mag er Godard.

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  31. M.Milling1/12/08 20:57

    Good Will Hunting

    Robin Williams eben...

    Hatte ich schon erwähnt, dass ich sein penetrantes rührseliges Gutmenschentum einfach widerlich finde? ;-P

    Aliens – Die Rückkehr

    Launiger Low-Budget-Actioner, steht bei mir im Regal direkt neben Predator. ;-)

    König der Fischer

    Wenn R.W. nicht währe... Zudem ist das schleimige Happy End fürchterlich!

    Kill Bill: Vol.2

    Ja, die meditative Kehrseite der Medaille. Sergio Leone hat in Q.T. einen gelehrigen Epigonen gefunden.

    Moby Dick

    Hier kann ich nicht ganz objektiv urteilen, da sentimentale Erinnerungen mein Urteilsvermögen trüben (verregnete Sonntagnachmittage, heißer Kakao, NDR, Queequegs exotische Tätowierungen, Ahabs Walbeinprothese, Harpunen fliegen durch die Gischt und der weiße Wal im wogenden Schwarz des Meeres). Hielt und halte "Moby Dick" immer noch für einen der besten Seefahrerabenteuerfilme der Filmgeschichte. Auch und gerade der gegen die Erwartung des Publikums gecastete Gregory Peck macht mir immer noch Spaß.
    Interessant finde ich auch die gewollt gelb-braune Farbgebung, die dem Ganzen die Patina eines verschmutzten Ölgemäldes in einer rauchigen Seefahrerkneipe gibt.
    Dem weitaus komplexeren Roman wird die stark gekürzte Fassung John Hustons natürlich nicht gerecht, ist mehr eine auf das Wesentliche reduzierte Kurzfassung, aber eine werkgetreue Verfilmung hätte mich als Kind wohl kaum derart begeistern können.

    Berufswunsch: Walfänger

    Spontan sind mir (neben Moby Dick) folgende Huston Filme im Gedächtnis geblieben:
    The Maltese Falcon, The Treasure of the Sierra Madre, The African Queen,
    Misfits, The Man Who Would Be King, Prizzi's Honor

    Die Kanonisierung John Hustons überlasse ich aber gerne den Großmeistern der Blog-Kritik. ;-)

    xXx – Triple X

    Mag sein, dass der unterhaltsam ist, habe und werde ihn aber wohl nie zu sehen bekommen. Eine Lücke die ich verkraften kann.

    Bodyguard

    Ich weiß nicht, irgendwie habe ich den Film nicht verstanden oder warum kann ich mit dieser triefenden Kitschgranate einfach nichts anfangen (Zwei meiner Schwestern fanden ihn aber damals ganz toll romantisch)?

    Viele Grüße

    M.

    PS
    "There Will Be Blood" oder "No Country for Old Men"? Ist das die Frage an der sich die Filmgeister scheiden?
    NCFOM fand ich durchaus unterhaltsam, aber war im Endeffekt nichts weiter als eine stilistische Masturbation.
    TWBB habe ich als gewaltig empfunden, vor allem das Zusammenwirken der vibrierenden Filmmusik (z.B. der beunruhigend euphorische Kontrapunkt durch Brahms Violinkonzert) mit der episch archaischen Bildsprache hat mich beeindruckt, aber irgendwie habe ich eine erzählerische Auflösung der Figuren vermisst. Vor allem die Hauptfigur, Daniel Plainview, bleibt rätselhaft. Plainview taucht, einem mythischen Wesen gleich, aus dem Nichts auf und verschwindet nach einem letzten Gewaltausbruch wieder im Nichts. Das ganze lässt mich ein wenig ratlos zurück (ist das so gewollt?) und ein endgültiges Urteil wage ich hier noch nicht zu fällen. Ich muss den Film in ein paar Monaten, mit etwas mehr Abstand, einfach noch einmal sichten.

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  32. Da isser ja endlich. ,)

    Und jetzt habe ich aber wirklich Lust auf MOBY DICK bekommen.

    Bodyguard

    Ich weiß nicht, irgendwie habe ich den Film nicht verstanden oder warum kann ich mit dieser triefenden Kitschgranate einfach nichts anfangen (Zwei meiner Schwestern fanden ihn aber damals ganz toll romantisch)?


    Der Film bedient genau jenen Celebrity-Society-Star-Diva-Showbusiness-Camp, den Frauen und Schwule so gern zelebrieren, deswegen brauchst du dir keine Sorgen machen, wenn das bei dir nicht funktioniert hat. BODYGUARD ist verfilmte Bunte/Gala-Lektüre.

    NCFOM fand ich durchaus unterhaltsam, aber war im Endeffekt nichts weiter als eine stilistische Masturbation.

    Righty right.

    TWBB habe ich als gewaltig empfunden, vor allem das Zusammenwirken der vibrierenden Filmmusik (z.B. der beunruhigend euphorische Kontrapunkt durch Brahms Violinkonzert) mit der episch archaischen Bildsprache hat mich beeindruckt, aber irgendwie habe ich eine erzählerische Auflösung der Figuren vermisst.

    Oh, Plot-Marald schlägt wieder zu. *g*

    Also der letzte Akt ist doch reinste Auflösung. Das war es ja, was dem Film viele – irrsinnigerweise – unterstellt haben, dass er alles, was er über zwei Stunden sorgfältig aufgebaut habe, in nur wenigen Minuten wieder zunichte mache, indem er das Mysterium Daniel Plainview zu einem heruntergewirtschafteten Monstrum degradiere und damit den großen Ausverkauf einer bis dato aus Ambiguitäten zusammengesetzten Geschichte betreibe. Ich finde aber, dass PTA bis zur letzten Einstellung, der grandiosesten letzten Einstellung des Filmjahres, nie die erzählerische Kontrolle verliert und habe die Einwände hinsichtlich des Epilogs, der gar keiner ist, nicht verstehen können. Jedenfalls interessant, dass dir da eher noch Auflösung fehlte. ;)

    Oh, ich merke soeben, dass ich diesen Film wieder sehen muss. Schon beim Gedanken an dieses unglaubliche Meisterwerk werde ich ganz feucht. :D

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  33. M. Milling1/12/08 22:55

    @ Rajko

    Besser spät als nie und außerdem musste ich mich erst von der Elektroschocktherapie erholen (am Wochenende hatte ich striktes Internetverbot).

    Meine linke Augenbraue zuckt immer noch...

    Der Film bedient genau jenen Celebrity-Society-Star-Diva-Showbusiness-Camp, den Frauen und Schwule so gern zelebrieren, deswegen brauchst du dir keine Sorgen machen, wenn das bei dir nicht funktioniert hat. BODYGUARD ist verfilmte Bunte/Gala-Lektüre.

    Man, da bin ich aber beruhigt und ich dachte schon es wäre was Schlimmes, dabei bin ich einfach nur hetero! ;-D

    Oh, ich merke soeben, dass ich diesen Film wieder sehen muss. Schon beim Gedanken an dieses unglaubliche Meisterwerk werde ich ganz feucht.

    Ja, ja, ist schon gut, TWBB ist ganz, ganz toll! ;-)

    Und der gewaltsame Schluss setzt hinter dem charakterlichen Abriss des Plainview natürlich lediglich das blutige Ausrufezeichen. Dennoch bleibt er mir in seiner Motivation ein Rätsel, aber, das muss ich hier betonen, trotzdem der extrem ehrgeizige und egozentrische Plainview ein Widerling ist, fand ich die Figur äußerst faszinierend (und geradlinig) und in seinem gerechtem Zorn auf den verlogenen Bastard Eli Sunday (ekelhaft diese religiöse Wahn) wird er mir schon wider sympathisch.

    Ich muss ihn einfach noch mal sehen, da er mich bei der ersten Sichtung allein durch die Wucht seiner Bilder geblendet hat (die erzählerische Dimension ging etwas verloren).

    Viele Grüße

    M.

    PS
    Feucht werde ich aber nur, wenn ich im Regen stehe, nach dem Hacken eines Klafters Holz oder anderen schweißtreibenden Tätigkeiten! ;-)

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  34. Aliens – Die Rückkehr

    Launiger Low-Budget-Actioner, steht bei mir im Regal direkt neben Predator. ;-)


    Predator war aber auch sowatt von geil, den kann man sogar getrost neben Moby Dick stellen.:D

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  35. M.Milling2/12/08 09:29

    @ tumulder

    Nö, der "Moby" steht schon direkt zwischen "Seewolf" und "Whale Rider" (vielleicht geht mal ne Harpune durch)! :-D

    Und natürlich ist "Aliens" in meinen Augen (im Vergleich zu "Predator") der deutlich bessere Film, wenn es das ist was dir aufstößt... ;-)

    Viele Grüße

    M.

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  36. Und natürlich ist "Aliens" in meinen Augen (im Vergleich zu "Predator") der deutlich bessere Film, wenn es das ist was dir aufstößt... ;-)

    Nö, ich bin da gar nicht so spießig. Ich finde ja auch Predator 2 großartig (für das was er ist;)). Aber Whale Rider, puhh, da wird mir ganz anders. Den in einem Atemzug mit Moby Dick zu nennen ist eine Unverfrorenheit sondergleichen, die nur mit mit mindestens 10 Peitschenhieben geahndet werden kann. Morgen früh bei Sonnenaufgang, kein Beißholz.

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  37. M.Milling2/12/08 17:05

    @ tumulder

    Ich kenne da keinerlei Berührungsängste. Bisher hat noch kein schlechter Film ein filmisches Meisterwerk mit seiner negativen Aura beschmutzen können. Ehrenvitrinen oder gar Hausschreine für die Säulenheiligen der Kinogeschichte gibt es bei mir nicht!

    Deshalb stehen (oder standen) zuweilen selbst übelste Genrehighlights (z.B. Razorback - Das Cover war so schön) neben dem Paten (zumindest bis ich nach erfolgtem Umzug meine DVD-Sammlung neu sortiert hatte).

    Und was hast du eigentlich gegen
    "Whale Rider"? Ich fand die kleine neuseeländische Independentproduktion, vor allem aufgrund der Hauptdarstellerin, eigentlich ganz charmant (auch wenn der Öko-Ethno-Esoterik-Budenzauber etwas dick aufgetragen war).

    Oh je, jetzt habe ich mich wieder als Filmunsachverständiger des Jahres geoutet. Na was soll’s, ich stell mich schon mal an den Schandpfahl.

    Junge, lass die Neunschwänzige fliegen...

    Confiteor Deo omnipotenti,
    et vobis, fratres,

    quia peccavi nimis
    cogitatione, verbo, opere et omissione:

    mea culpa,
    mea culpa,
    mea maxima culpa.

    Ideo precor beatam Mariam, semper Virginem,
    omnes angelos et sanctos,
    et vos, fratres,
    orare pro me ad Dominum, Deum nostrum.
    ;-)

    Viele Grüße

    M.

    PS
    So langsam artet das hier in einen SM-Blog aus... :-D

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  38. Deshalb stehen (oder standen) zuweilen selbst übelste Genrehighlights (z.B. Razorback - Das Cover war so schön) neben dem Paten (zumindest bis ich nach erfolgtem Umzug meine DVD-Sammlung neu sortiert hatte).

    Könnte es sein, daß Sie mich zu wörtlich nehmen (->Metapher).;)

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  39. M.Milling3/12/08 00:08

    @ tumulder

    ICH=Eulenspiegel!

    ;-)

    Viele Grüße

    M.

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  40. Zu Kaurismäki und Jarmusch würde ich mich gern etwas umfassender äußern aber im Moment fehlt mir dazu die Konzentration. Die Parallelen zwischen den beiden bezüglich Charakterzeichnung, Erzählweise und visuellem Ausdruck müsstest du aber erkennen!?

    COPFKILLER

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  41. Nö, habe aber auch von beiden viel zu wenig gesehen.

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  42. DEAD MAN und GHOST DOG magst du ja bekanntlich nicht, kennste sonst noch was von Jarmusch?

    Besonders sehenswert sind DOWN BY LAW, NIGHT ON EARTH und MYSTERY TRAIN - sind auch anders als die oben genannten. Ferner ist auch STRANGER THAN PARADISE interessant, wenn auch noch ein etwas sehr karges Frühwerk.

    Von Kaurismäki kenne ich nicht viel (von Jarmusch dagegen fast alles) aber wenn man sich mit einem der beiden Regisseure intensiver befasst hat, dann reicht vom anderen ein 10minütiger Ausschnitt um die Parallelen überdeutlich zu erkennen...

    COPFKILLER

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  43. Ach, das Parallelenaufzeigen sollen andere übernehmen. Ich bin ja nur ein kleiner Blogger. ;)

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  44. Einmal mit dem Flieger Ende April in Helsinki landen, in den Flughafenshuttle Bus einsteigen, die äußerst melancholisch kitschige Dudelmusik über sich ergehen lassen, die wie ein Score zu der nicht wirklich aufgehen wollenden Sonne paßt und man kommt Kaurismäki näher als man es sich in den kühnsten Träumen vorstellen kann. Unglaublich.

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