Oktober 11, 2008

TV: Fernsehtipps vom 11.10. - 17.10.2008

Samstag, 11.10.

20:15 Uhr – Der ewige Gärtner (SAT.1)

Steht seit einer halben Ewigkeit ungesehen bei mir im DVD-Regal. In Erinnerung an den mehr oder weniger vermurksten "City of God" habe ich allerdings nie Lust den zu sehen!?

20:15 Uhr – Hook (K1)

Kürzlich erst wieder geschaut. Kann den Film gar nicht wirklich fassen, ist das doch ein so absolut prädestinierter Spielberg-Stoff, den der gute da in allen Belangen kaputt inszeniert. Fürchterlich überladener Studiofilm, dessen Familienmoral sogar noch einmal die Mutterideologie der Disney-Version übertrifft. Den Plot – Peter Pan erwachsen werden zu lassen, um aus ihm einen guten Vater zu machen – kann man zudem nur als Vergewaltigung der wunderschönen Geschichte verstehen. Der wohl mit Abstand schlechteste Spielberg-Film.

20:15 Uhr – Zurück in die Zukunft (Das Vierte)

Hat zwar nie ganz mein Herz erobert, ist aber natürlich trotzdem ganz toll und aufregend und clever. Die Fortsetzung fand ich dennoch noch einmal deutlich besser. Hätte aber nicht Zemeckis inszenieren sollen. Sondern Spielberg. ;)

22:15 Uhr – Harley Davidson & The Marlboro Man (Tele5)

Guilty Pleasure. Sofern es so was gibt. Das Hochhaus-Finale, ich muss es immer wieder sagen, fand ich damals wirklich stark.

23:00 Uhr – Carrie 2 (K1)

Mehr Remake, denn Fortsetzung. Ist teilweise etwas arg grobschlächtig in Sachen Figurenzeichnung und Set-Up, hat aber ein hübsches Finale mit viel kreativem Leichengedöse. Ehrlich gesagt konnte ich dem auch mehr abgewinnen als dem schlecht adaptierten De Palma-Gewurschtel.

0:15 Uhr – Die Fürsten der Dunkelheit (Tele5)

Carpenter goes Hawks, die gefühlte 125te. Atmosphärisches, unheimliches, irgendwie auch gemütliches kleines Horrorstück, aber wahrlich nichts Besonderes.

5:40 Uhr – Das darf man nur als Erwachsener (RTL2)

Sehr schöner John Hughes-Film, in dem alle Molly Ringwalds Geburtstag vergessen. Wirkt heute bisserl manieriert und sehr unrealistisch, ist aber trotzdem noch immer anrührend, verträumt und fantasievoll.

Sonntag, 12.10.

6:15 Uhr – Sindbad – Herr der sieben Meere (SAT.1)

In der italienischen Lou Ferrigno-Version. Die Ultimative Melange aus superpeinlichem Trash und spannend-ulkiger Pappmaché-Action. Es gibt nur einen wahren Jaffa.

12:40 Uhr – High School Musical (Pro7)

Der dritte Film kommt jetzt bald in die Kinos, der erste hier aber wurde noch fürs Fernsehen gedreht. Süßlicher Disney-Kitsch mit nichtsdestotrotz schönen Gesangseinlagen. Ich mag den.

20:15 Uhr – The Da Vinci Code – Sakrileg (Pro7)

Unglaublich ödes, braves, biederes Bebildern eines ohnehin völlig uninteressanten Stückes Pulp-Fiction. Am meisten nervt eigentlich die wichtigtuerische Inszenierung mit ihren Hokuspokus-Effekten, nicht zu vergessen die Hans Zimmer-Gülle, die manche Musik nennen. Ach ja: Wen interessiert eigentlich überhaupt eine ach so wagemutige Fantasy-Theorie zur Bibel, wenn es sich doch bereits bei dieser schon um reine Fantasy handelt?

20:15 Uhr – 7 Zwerge – Männer allein im Wald (RTL)

Ist auf jeden Fall in meiner Top10 der unlustigsten Komödien aller Zeiten. Ähm, "Komödien".

20:15 Uhr – Die Wonder Boys (Tele5)

Toll gespielte, ganz wundervolle Geschichte, die Curtis Hanson auch ebenso wundervoll und überaus kauzig erzählt.

0:20 Uhr –True Romance (K1)

Angestrengt in Szene gesetzt und fast zwanghaft ausgestellt cool, gefällt Tony Scotts Road Movie als postmoderne Bonnie and Clyde-Version lediglich phasenweise durch feine Kabinettstückchen und stilisierte Gewalt. Ansonsten ist der von Over Acting durchzogene Testosterontrip nur ein romantisch-verklärender Abgesang auf den American Dream, dem es ganz deutlich an Reife fehlt.

Montag, 13.10.

22:15 Uhr – Im Körper des Feindes (ZDF)

Aufgeblasener Sci-Fi-Thriller, der aus seiner Grundkonstellation nichts macht. Die Action ist in Ordnung, im Vergleich zu den HK-Filmen Woos aber ein Witz. In Hollywood hat der Mann eigentlich keinen einzigen anständigen Film hinbekommen.

22:15 Uhr – Mortal Kombat (K1)

Herrlich dämliche, mit viel optischem Pomp aufgesetzte Game-Adaption. Steht in der Videothek neben dem Power Rangers-Film.

Dienstag, 14.10.

20:15 Uhr – Besser geht’s nicht (K1)

Joa, nicht gerade besonders tiefsinniger Film, aber dank Nicholson allemal lustig und unterhaltsam und so.

23:15 Uhr – H.P. Lovecrafts Necronomicon (Das Vierte)

Den habe ich immer besser im Kopf, als er eigentlich ist. Drei mittelmäßig inszenierte Episoden, die im Prinzip nur durch einige augenfällige Horror-Zutaten Gewicht haben. Die Rahmenhandlung mit Jeffrey Combs gefällt aber. Im Fernsehen wohl sicher noch immer arg gekürzt, trotz mittlerweile erhältlicher unzensierter KJ-Fassung.

Mittwoch, 15.10.

22:30 Uhr – Last Days (Arte)

Die Teenage Angst-Prätentionsbombe. Ach ja, den müsste ich wohl noch einmal schauen, nachdem sich mein Gus van Sant-Bild ja doch ein wenig, ich sage mal, verrückt hat. Fand den aber dennoch unsäglich und unnötig, vor allem gerade nach "Gerry".

23:00 Uhr – Die Verurteilten (SWR)

Guter Gefängnisfilm, mitleidig erzählt, sicher sehr solide inszeniert. Aber, um mal die Relationen zu wahren: Nie und nimmer hat der solch einen Ruf verdient. Ist vielmehr einer der meistüberschätzten Filme der 90er.

Donnerstag, 16.10.

Nur Wiederholungsprozedere.

Freitag, 17.10.

20:15 Uhr – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Pro7)

In der SE von 1997. Wäre unter den drei Filmen, die ich mit auf eine Insel nehmen würde. Allein der Kampf Vader gegen Luke ist mit dem großartigsten Stück Filmmusik unterlegt, das Williams je geschrieben hat. Ansonsten der Star Wars-Teil mit dem sichersten Schnitt, der ausgewogensten Inszenierung und klassischsten Narration.

20:15 Uhr – Dornröschen (S-RTL)

Das 58er Disney-Original. Der kommt ja nun wirklich selten im Fernsehen. Lange nicht gesehen, habe ich aber als einen der ganz großen in Eerinnerung.

0:30 Uhr – Dummer Junge (Arte)

Schwulendrama mit – laut Programmzeitschrift – expliziten Sexszenen. Ist mal vorgemerkt. ;)


Kommentare:

  1. Na endlich, hatte heute doch noch fest vor gehabt ein wenig zu schmunzeln.;)

    Tony Scotts Abgesang auf den American Dream ist aber auch so etwas von kein Kultfilm, da hast Du einfach recht. Aber als Wild at Heart Plagiat für den Mainstream geht er durch.

    Ansonsten auch nur Zustimmung. Und glaube mir, den ewigen Gärtner kannst Du ungesehen der Stadtbibliothek stiften;)

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  2. Der Bibliothek stiften, tumi, sehr gut, beste Idee die wo da gibt. ;)

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  3. Den Plot – Peter Pan erwachsen werden zu lassen, um aus ihm einen guten Vater zu machen – kann man zudem nur als Vergewaltigung der wunderschönen Geschichte verstehen. Der wohl mit Abstand schlechteste Spielberg-Film.

    Du hast nur den Film nicht verstanden.

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  4. Boah, also so "fanboyish" kamen mir die Tipps aber lange nicht mehr vor - hier Zimmer-Bashing, da Williams-Lobhudelei, dort STAR-WARS- und Gay-Pr0n-Gewichse ... :p ;-)

    Dafür liebe ich Dich ja aber auch! *g*

    (großer Widerspruch allerdings bei CARRIE - allein das Finale ist sowohl optisch als auch inszenatorisch buchstäblich der Wahnsinn!)

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  5. Ich würde mir Dumme Junge schenken, man verpasst nichts, wenn man den Murks nicht gesehen hat.
    Somit kannst du nachher nicht sagen, warum dich keiner vor diesen Film gewarnt hat.

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  6. Na los, Rudi, erklär' mal!

    @cleric:

    Bin ja auch Fanboy. Kann ich nix gegen machen. ;)

    @spidy:

    Oh ok, dir vertraue ich da ja eigentlich. *anDREAMBOYdenk* ;)

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  7. Einen müden Stöhner bringe ich zu deinem absurden Carrie-Kommentar gerade noch hervor, so sehr hast du mich durch dein kontinuierliches De Palma-Bashing bereits abgestumpft. Völliger Blödsinn natürlich, was du da im Angesicht des grottigen Sequels vom Stapel lässt.

    Ansonsten überwiegend Zustimmung, gerade in Bezug auf Hook und den Da Vinci Kot.

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  8. @Rudi

    Vega hat wohl Seesslens Spielberg-Buch gelesen. ;)

    Ansonsten viel Zustimmung meinerseits.

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  9. Das ist ja grade der Clou in HOOK, die Umkehr der Story, die Gestaltung von Peter Pan als Mr. Darling und somit die Selbsfindung der Figur in Analogie zur Selbstfindung des Publikums. Der Film erfasst sehr gelungen Spielbergs eigenes Peter-Pan-Syndrom und stellt leider zugleich fast das Ende seines eigenes Kindes in sich dar, denn außer JURASSIC PARK kam anschließend nicht mehr viel geistreich-phantasievolles vom Stevey.

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  10. Angesichts der wenig ernstzunehmenden Einschätzung der letzten 15 Jahre Spielberg-Filme ergibt diese Lesart natürlich durchaus einen Sinn...

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  11. @kaiser: Dünkt mir auch, scheinbar hat er dessen Thesen 1:1 übernommen ;)

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  12. psychopaul13/10/08 00:15

    Der ewige Gärtner ist einer der besten Filme der letzten Jahre, aber macht es wirklich Sinn, das jemandem zu sagen, der die Großartigkeit des großartigen Face/Off nicht erkennen vermag? ;)
    Der beste Woo, nicht nur wegen der 'Over the rainbow' Szene, die dir doch auch gefallen müsste?

    (und True Romance ist ein Hammer Film, das Lustigste, das Tarantino je geschrieben hat, da gibts nix, scheiß auf die Reife bei so einer Gaudi)

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  13. Jou, ich mag diese Kritikelchen sehr; grad' die der Platznot geschuldete Subjektive.

    Fremdschämen ist überhaupt nicht mein Ding, und ich kann's riechen, wenn's bevorsteht. Aber gestern musste ich wegen+mit der Liebsten das Da-Vinci-Ding (vergib uns, Meister!) überstehen: Ent-setz-lich! Hätt' nicht gedacht, dass man mit so viel Geld so viel derart schrecklich lange, zähe, klebrige Streberscheiße bau'n kann. Wow.
    Das soll jetzt natürlich keine Kritik sein, kann's ja nicht. Ist nur Abfuhr schlimmer Hirn- und Augenschmerzen. Schnell verdrängen.

    Und "Hook". Seufz. Kaum zu glauben, aber als der 'raus kam, fand ich den gut, soweit ich mich erinnnere. Erstens wegen der Grundidee. Denn genau das ist Peter Pans Schicksal: ein hyperaktiver, sagenhaft unsympatischer, vollkommen ich-zentrierter Borderliner zu werden, mit dem (top of hell!) Gesicht von, ächz - Robin Williams.
    (Aber ja, steht alles schon in der prima Vorlage, und klingt auch gut in der 2003er Version mit Jeremy Sumpter an ...).
    Das trägt dann auch ein paar Minuten; Höhepunkt, also zweitens, ist die von Hooks Haken (sorry) geil zerkratzte Burg der Pan-Familie. Was für ein Versprechen, was'n teaser!
    Naja, wie man jetzt mit größerem Abstand sieht, sehen MUSS, auch mit den besten Vorurteilen, die ich bei Spielberg immer, auch heute noch aufbringe, kann es leider nur den Bach 'runter gehen.
    Schade, denn diesem Pan hätte konsequenterweise noch einiges mehr und härteres auf und in die Fresse gehört. Und das hätte uns gefallen, doch, doch, und dann wär' der Film heute auch nicht so - verklemmt&peinlich, wie ich ihn eben wahrgenommen hab'.
    Will mir einfach nicht einleuchten, dass man so einen Mythos nicht folgerichtig durchexerziert, wenn man schon so viel Zeit, Kohle, und hordenweise zur völligen Enthemmung bereite Profis vor die Kamera kriegt. Und selber auch noch Talent hat, eigentlich.
    Tja, "1941" bleibt ewige Warnung ...

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  14. psychopaul13/10/08 12:48

    jo mei, is ja doch hoffnungslos mit dir, du Berliner Kindl ;)

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  15. Genau papity,

    der Borderline-Fatalismus, die Angst, ein langweiliger, ignoranter, ich-besessener Workaholic zu werden, die ist ja schon, mehr oder weniger, in des Stoffes Subtext als angsteinflößende Dystopie (?) eingeflochten, von daher ist es völlig sinnfällig, wenn Spielberg das peinlich-laut ausformuliert, wo doch die Geschichte selbst diesen Gedanken in sich trägt und ihn letztlich zerschlägt, WEIL man ja doch ewig der Junge sein kann. Irgendwie, irgendwo. Insofern IST das ein Verrat, und ein dummer noch dazu, den Spielberg da bei Barry leistet.

    Und 1941 ... der ist als postmodernes Hyper-Spektakel doch ... na ja ... witzig. ;)

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  16. Mr. Hankey13/10/08 17:15

    Ach, das nenne ich mal wieder einen typischen Rajko-Blog, voller charmanter Absurditäten, die einem genauso zum lachen wie zum an den Kopf greifen bringen und zwischendurch immer wieder auf den Punkt gebrachte Analysen! So mag ich ihn!;-)

    Der wohl mit Abstand schlechteste Spielberg-Film.

    Das ist zwar eher "Private Ryan" aber seinen "Hook" mochte ich persönlich auch noch nie so besonders, eben weil auch mich die Umkehrung der Geschichte stört. Aber warum in Peter Pan Mutterideologie stecken soll werde ich wohl nie nachvollziehen können. In die Geschichte passt die ganze Darstellung der weiblichen Figuren nämlich optimal rein. Warum jedes Familienideal bei Dir so sauer aufstößt wundert mich doch schon ein wenig.

    Mehr Remake, denn Fortsetzung. Ist teilweise etwas arg grobschlächtig in Sachen Figurenzeichnung und Set-Up, hat aber ein hübsches Finale mit viel kreativem Leichengedöse. Ehrlich gesagt konnte ich dem auch mehr abgewinnen als dem schlecht adaptierten De Palma-Gewurschtel.

    Abgesehen vom letzten Satz (so ein Käse!), soweit Zustimmung. Hat Spaß gemacht!

    Der dritte Film kommt jetzt bald in die Kinos, der erste hier aber wurde noch fürs Fernsehen gedreht. Süßlicher Disney-Kitsch mit nichtsdestotrotz schönen Gesangseinlagen. Ich mag den.

    Gott sei Dank läuft dieser letzte Rotz von einem Musical-Film bald in den Kinos an. Der Trailer ist für mich der mit Abstand fürchterlichste der letzten Jahre und geht mir nun schon seit Monaten auf den Senkel!

    20:15 Uhr – The Da Vinci Code – Sakrileg (Pro7)...

    Ich wusste, dass es ein Fest wird. Na ja, findet ihr den ruhig langweillig, ich fand ihn in seiner Art schon ganz adrett abgefilmt, wenngleich er bei weitem nicht an das Buch herankommt. Ach und die Zimmer-Musik, die ja so manch taube Nuss als Gülle bezeichnet, lief bestimmt schon gefühlte 30 Mal in meinem CD-Player. ;-)

    Ach ja: Wen interessiert eigentlich überhaupt eine ach so wagemutige Fantasy-Theorie zur Bibel, wenn es sich doch bereits bei dieser schon um reine Fantasy handelt?

    All die Menschen, die die Bibel halt nicht als reine Fiktion bezeichnen. Und das sind glaube schon so ein paar! ;) Dünnes Eis, auf was sich da unser Rajko begibt. Aber nun gut, dass ist kein Bibel-Forum hier! ;)

    Herrlich dämliche, mit viel optischem Pomp aufgesetzte Game-Adaption. Steht in der Videothek neben dem Power Rangers-Film.

    Year Baby! Genau so ist es! :-)

    Das 58er Disney-Original. Der kommt ja nun wirklich selten im Fernsehen. Lange nicht gesehen, habe ich aber als einen der ganz großen in Eerinnerung.

    Und einen Tag zuvor endlich auf Blu-ray! Habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen und auch noch nicht in meiner Sammlung. Da wird der Donnerstag zu Weihnachten! :-)

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  17. "... postmodern ..." Hihi, ausgerechnet Spielberg, den ich nach wie vor sehr mag, ähm, also: viele seiner Filme ;). Aber ich würde ihn eher als einen ganz ganz späten Modernen (kunsthistorisch) sehen, der sich heute imo sehr bewußt weigert, ein Jetzt-Moderner zu werden. Insofern halte ich "1941" HEUTE für einen prä-postmodernen Zufallstreffer, denn gemeint hatte er damals wohl eher die Marx-Brothers, und sozioreligiös kommt' ja auch fast hin (aber eventuell wirklich nur aus heutiger Sicht).
    Nuja, schlecht find' ich ihn ja auch nicht ernsthaft (im Gegensatz zu "Color Purple", oder, leider "Always", oder "A.I.", oder von Herzen: "Terminal"), ich weiß aber nicht mehr so richtig, warum ich mich LeipzigeinundLeipzig tagelang so beömmelt habe ...

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  18. Was hat Robbin Williams als Peter Pan denn mit Borderline zu tun?

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  19. Hankey,

    Gott sei Dank läuft dieser letzte Rotz von einem Musical-Film bald in den Kinos an. Der Trailer ist für mich der mit Abstand fürchterlichste der letzten Jahre und geht mir nun schon seit Monaten auf den Senkel!

    Man sollte nie von Trailern Rückschlüsse auf den eigentlichen Film ziehen.

    Ach und die Zimmer-Musik, die ja so manch taube Nuss als Gülle bezeichnet, lief bestimmt schon gefühlte 30 Mal in meinem CD-Player. ;-)

    Manchmal tun mir CD-Player richtig leid. ;(

    papity,

    klar, 1941 ist nicht wirklich postmodern, kann er auch gar nicht sein, aber er wendet eigentlich schon alles an, wofür man ihm heute einen solchen Stempel würd' aufdrücken können. Die "selbstreflexiven" Eigenveralberungen sollen ja durchaus ironisch gemeint sein. Obwohl ich das so genau nie herausgefunden hab. ;)

    Ich mag Spielberg natürlich auch. Seine Filme auch.

    mephisto,

    na, öhm, wie jetzt?

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  20. ...Denn genau das ist Peter Pans Schicksal: ein hyperaktiver, sagenhaft unsympatischer, vollkommen ich-zentrierter Borderliner zu werden ...

    ...der Borderline-Fatalismus, die Angst, ein langweiliger, ignoranter, ich-besessener Workaholic zu werden...


    Außer, dass er etwas unbeherscht und sprunghaft ist, kann ich bei Peter nich viel von einem Borderliner erkennen...Daher frage ich mich, ob wir unter Borderline das gleiche verstehen.

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  21. Na Peter ist im Prinzip doch völlig schizophren - er ist das ewige Kind, das erwachsen geworden ist. Borderline par excellence.

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  22. Du kannst doch Borderline nicht mit Schizophrenie gleichsetzen. Mal davon abgesehen, dass ich nicht glaube, dass Spielberg Peter Pan schizophren darstellen wollte, sondern eher zeigen wollte, wie Magie durch Realität zerstört wird, wodurch Peter das ganze vergessen hat, verhält sich Peter weger als Erwachsener noch als Pan wie ein Borderliner. Bis auf die paar Eigenschaften, die alleine aber nicht charakteristisch genug sind, um zu so einer Schlussfolgerung zu kommen.

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  23. Oups. Na, weil ich den Streit vom Zaum gebrochen hab', nehme ich ab hier die Prügel auf mich, okay?
    Allerdings: suizidales und/oder autoaggressives Verhalten ist nach AWMF (und auch nach DSM-IV) eine hinreichende, aber keine notwendige Bedingung zur Diagnose. Können wir bei Pan (adult) schon mal ignorieren.
    Alles andere käme hin; zur Info http://is.gd/41N3 oder http://is.gd/41N7.
    Aber find' ich im Grunde nicht dramatisch (obwohl dran "schuld"), weil alle Kombattanten den für Film+Thema auch ganz wesentlichen Aspekt des Magischen einbringen. Und da gibt's natürlich keinen Streit bei, oder? ;)

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  24. "Return of the Jedi", jawollja, den muss man mal in Relation zu "Clone Wars" sehen, das kann man gar nicht glauben.
    Superbstes Kinovergnügen mit einem der größten Gänsehautmomente der Filmgeschichte, eine ausgefeilte Farbgebung, Tempo und Schauspieler on top of their game...

    ...also, wer den nicht mag, gehört überm Ewok-Feuerchen geröstet.

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  25. Welcher ist denn besagter Moment?

    Ich finde ja, der dritte ist voll von eben solchen.

    Das Abnehmen der Maske wäre einer, der Kampf Vader vs. Luke ein anderer, das Verbrennen des Vaters zählt wohl defnitiv auch dazu, nicht zu vergessen die tolle Ewok-Parade... ;)

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  26. Was heisst Streit...Mir geht es darum, dass ein Borderliner so ein Leben wie Peter im Film sehr wahrscheinlich nicht ohne Weiteres führen könnte. Das wäre eine arghe Verharmlosung des Syndroms.

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  27. Alle von dir aufgeführten Momente, sind natürlich extrem gut, aber oberste Liga ist...

    "If you will not turn to the dark side, then perhaps she will".
    "NOOOOO!"

    ...und alles Folgende.

    Huuah.

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  28. M. Milling15/10/08 21:43

    Wieder mal eine "provokante" Sicht auf die Spielfilme im aktuellen TV?

    Die z.T. "überhitzte" Diskussionskultur in diesem Blog amüsiert mich als eher stillem Beobachter immer wieder. Aber das macht diesen Blog ja gerade so liebens- und lesenswert. ;)

    Jede Form von Kritik (ob nun Musik-, Literatur- oder Filmkritik)ist meiner Meinung nach per Definition eine subjektive Angelegenheit, bezieht aber andererseits erst durch seine behauptete Objektivität die notwendige Würze, meine die polemisch überspitzten Reibungspunkte die der Leser braucht, um innerlich lächelnd beizupflichten oder vehement mit zorngeschwellter Halsschlagader zu protestieren. Eine Kritik ohne wohldosiert eingesetzte Polemik, die sich nicht traut auf die heile abgeschottete Welt der Fanboys einzuschlagen, halte ich für langweilig, überflüssig wie ein Uwe Boll Film, so was braucht kein Mensch. Dies gilt auch oder gerade dann, wenn ich der Kritik nicht oder nur eingeschränkt zustimmen kann. Wichtig ist dabei nur, dass mich die ausformulierte Kritik, als eigenständiges Stück Literatur, durch seinen Wortwitz zu unterhalten vermag (was dem Verfasser des Blogs immer wieder gelingt). Doch genug der Metadiskussion und Schleimerei ;P ...

    Also Spielberg... Zeit mich unbeliebt zu machen...

    Irgendwie ist "Hook" für mich systematisch für all das, was ich an vielen Werken Spielbergs verabscheue. Ich spreche von dieser verkitschten Sicht auf die Familie, den Menschen und die Welt, diese unerträglich triefende Sentimentalität, dieses humanistische Pathos, die so viele Spielfilme Spielbergs wie ein dicker schmieriger Sirup überzieht (Folgerichtig ist die Besetzung Robin Williams, schließlich der anerkannte Spezialist klebriger Sentimentalität). Andere Beispiele dafür sind z.B. "Die Farbe Lila", "Amistad", "Schindlers Liste", "James Ryan", "A.I." und auch der vom Verfasser des Blogs geliebte (?) "E.T.". Natürlich ist es unfair diese ansonsten (siehe Drehbuch, Kamera, Musik, Schauspieler) qualitativ so unterschiedliche Werke in einen Topf zu werfen, ich tue es aber trotzdem ohne rot zu werden ;).

    Wenn man es positiv ausdrücken will ist Spielberg "der" Spätromantiker der klassischen Moderne. Einer der ganz großen des Popcornkinos der mit seiner Arbeit Maßstäbe gesetzt hat die bis heute gelten (siehe vor allem Indiana Jones). Ein schwacher Abglanz des Spielbergprinzips findet sich folgerichtig noch im letzten filmischen Verbrechen eines Roland Emmerich oder Michael Bay.

    Dass Spielberg mehr als pathetisches Betroffenheitskino a la "Schindlers Liste" drauf hat, bewies er zuletzt mit dem beeindruckenden "München" (warum nicht öfter so?) der die notwendige Härte zeigt, die ich sonst in seinen Dramen schmerzlich vermisse. Ähnliches gilt für "Krieg der Welten" den ich nach all den gelesenen Verrissen verblüffend positiv aufgenommen habe (nur das Happy End stört den guten Eindruck ein wenig).

    Noch kurz zum Übrigen...

    "Carrie" lässt mich mit Achselzucken zurück (Das Original und erst Recht Teil 2). Als Jugendlicher habe ich Steven King regelrecht verschlungen (vor allem The Stand, Es, Dark Tower), heute bin ich da etwas kritischer... Allein den Grundplot des Films halte ich für fragwürdig (blutiges "Coming-of-age-Drama"? "Horrorfilm"?) und äußerst reißerisch aufgetragen. Meine Schwester mochte ihn dennoch (also ein "Frauenfilm"?)... mich konnte lediglich das Finale inszenatorisch überzeugen.

    "Die Verurteilten"
    Meist überschätzter Film der Neunziger ... genau so sehe ich das auch!

    "The Da Vinci Code – Sakrileg"
    Solche aufgeblasenen Weltverschwörungsfantasien sind ja immer für ein paar Lacher gut. Ich ruf mal beim "Opus Dei" an ob sie noch einen von diesen Schmerzensriemen auf Lager haben, genau das richtige nach solcher Augenfolter...

    Viele Grüße

    M.Milling

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  29. Darauf gehe ich später noch ein.

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