Dezember 30, 2006

TV: Fernsehtipps 30.12.06 - 05.01.07

Samstag, 30.12.

20:15 Uhr - „Charade“ (Das Vierte)

Großartige Hitchcock-Hommage, die in jeder Hinsicht ein Vergnügen ist. Immer wieder schön.

22:05 Uhr – „Todesstille“ (RTL2)

Hochspannender Psycho-Thriller mit einigen sehr raffinierten Momenten.

22:15 Uhr – „Last Man Standing“ (Pro7)

Mal übertrieben inszeniert, mal ungewollt komisch, aber doch ganz unterhaltsam.

0:15 Uhr – „Lolita“ (Pro7)

Peinliche Neuadaption des Stoffes.

Sonntag, 31.12.

20:15 Uhr – „Grease“ (K1)

Schön-schmalziger Tanzfilm mit einem unverbrauchten Travolta.

20:15 Uhr – „Ali G Indahouse“ (RTL2)

Unglaublich komisch, aber in der Synchronfassung schlicht nicht genießbar.

20:15 Uhr – „New York, New York“ (Das Vierte)

Gut gemeint, aber so wirklich will es Scorsese nicht gelingen, die große Ära der Musicals zu reanimieren.

20:35 Uhr – „Singin’ in the Rain“ (Arte)

Einer der ganz großen Klassiker des Genres, die anschließende Dokumentation über Fred Astare dürfte interessant sein.

2:45 Uhr – „Arsen und Spitzenhäubchen“ (ARD)

Leichter, sehr witziger Komödienklassiker mit viel Schwung.

Montag, 01.01.

20:15 Uhr – „Van Helsing“ (RTL)

Hugh Jackman ist sympathisch in der Hauptrolle, doch der maßlose Einsatz von visuellen, mitunter sehr schlechten Effekten zerstört jegliches Vergnügen an dem überladenen Kasperltheater.

22:25 Uhr – „Final Destination 2“ (Pro7)

Komplett absurdes, unlogisch konstruiertes Teenie-Gemetzel, das verdammt viel Spaß macht.

22:45 Uhr – „Riddick – Chroniken eines Kriegers“ (RTL)

Unfassbar, wie sich Judi Dench für so etwas hergeben kann.

1:15 Uhr – „Gangster in Key Largo“ (ARD)

Dicht inszenierter Noir-Klassiker, unglaublich spannend.

Dienstag, 02.01.

11:55 Uhr – „1941“ (K1)

Spielbergs Satire auf Film, Politik und Gesellschaft funktioniert hinten und vorne nicht – ein wahlloses Chaos, das mir noch nie zusagte.

22:00 Uhr – „Todesmelodie“ (WDR)

Sergio Leone wird meines Erachtens maßlos überschätzt, sein ewiges Hohelied auf patriarchalische Strukturen und die Dominanz und Überrolle von Männern habe ich mir schon lange übergehört. Für chauvinistische Kleingeister.

23:05 Uhr – „eXistenZ“ (Pro7)

Absolut brillante, sehr spezielle Cyber-Groteske von David Cronenberg, die all das ist, was „Matrix“ gern wäre.

0:05 Uhr – „GoodFellas“ (ZDF)

Wirklich fantastisch inszenierte Mafia-Mär, deren Frauenbild für Scorsese-Verhältnisse erstaunlich unbedenklich ist.

Mittwoch, 03.01.

21:10 Uhr – „24: Tag 5“ (RTL2)

Fand ich persönlich weitaus besser als die letzte, fragwürdige 4. Staffel. Nach dem ersten Tag vor einigen Jahren, ist diese hier sogar die gelungenste Season der Serie. Inwiefern das ganze nun unrealistisch war oder nicht, ist schwer zu beurteilen, es wurde zumindest dramaturgisch weitestgehend hervorragend verarbeitet und aufbereitet und war in sich auch relativ schlüssig. Ob der bekannte "Kollateralschaden" in der politischen Wirklichkeit tatsächlich eher so definiert werden sollte, dass es um das Ermöglichen von Anschlägen, um andere größere zu verhindern, geht, fand ich einen interessanten Ansatz dieser Season. Dass Nietzsche wiederum wohl seine wahre Freude an Jack Bauer gefunden hätte, muss man wohl ungefragt hinnehmen, seine Unzerstörbarkeit ist ja nun einmal auch so etwas wie das inoffizielle Prinzip der Serie.

22:10 Uhr – „Running Man“ (Pro7)

Ich mochte den Film immer, auch wenn seine medienkritische Präsentation nur die selbst zweckhafte Gewalt rechtfertigen soll. Dennoch spannend.

Donnerstag, 04.01.

22:00 Uhr – „South Park – Der Film“ (MTV)

Irre komisch, die Synchronisation allerdings weniger.

0:10 Uhr – „Arlington Road“ (ZDF)

Phänomenaler Film über Terrorismus, der einige gewagte Thesen aufstellt. Jeff Bridges war nur selten so gut wie hier, in jeder Hinsicht eine Meisterleistung.

Freitag, 05.01.

20:15 Uhr – „Chihiros Reise ins Zauberland“ (S-RTL)

Die DVD steht in meinem Schrank, doch ich komme nicht recht dazu, ihn endlich zu sehen. Soll großartig sein.

0:45 Uhr – „Gangs of New York“ (Pro7)

Unterschätztes Epos über die Geschichte Amerikas, toll inszeniert und gut gespielt, gelingt es Scorsese leider nicht gänzlich über die Symbolik des Films hinaus Ursachen historisch verankerter Gewalt zu bebildern.

1:09 Uhr – „Die Nacht der lebenden Toten“ (Arte)

Einer der besten Horrorfilme aller Zeiten, Romeros apokalyptisch konnotierte Zombies treten ihren nihilistischen Streifzug durchs Genre an. Nie zuvor wurde der Schrecken der Gegenwart so untrennbar und radikal direkt auf Zelluloid gebannt. Ein unschuldiger Klassiker über eine Zeit, an der die Schuld umso mehr haftete.

Dezember 29, 2006

Vorschau: Upcoming Reviews

Demnächst Filmbesprechungen zu: "An American Haunting - Der Fluch der Betsy Bell" (Courtney Solomon), "Krass - Running with Scissors" (Ryan Murphy), "Rocky Balboa" (Sylvester Stallone) und "Blood Diamond" (Edward Zwick).

Dezember 28, 2006

Retro: CHRISTMAS IN JULY (1940)

Der Büroangestellte Jimmy MacDonald (Dick Powell) hat nicht viel Glück im Leben – sein Job ist eintönig, sein Gehalt nicht der Rede wert und die Rechnungen allesamt unbezahlt. Doch der Maxford House Coffee Slogan Contest mit einem Höchstpreis von 25 000 US-Dollar könnte die Chance sein, sich von allen Schulden zu befreien. Jimmy glaubt fest an die Gewinnchancen seines Vorschlags, „If you can't sleep at night, it isn't the coffee - it's the bunk!“. Doch nicht nur seine Freundin Betty (Ellen Drew) hält den Slogan für etwas sinnfrei, auch die Arbeitskollegen amüsieren sich über die Naivität Jimmys und spielen ihm einen folgenschweren Streich. Sie fälschen die Gewinnbescheinigung und lösen damit eine unvorhersehbare Aktionskette aus.

Das ist ein ganz und gar typischer Stoff für eine Preston Sturges-Komödie, die Geschichte vom Gewinn und raschen Verlust, vom Geben und Nehmen und Auf- wie Abstieg erfährt durch die Variation eines Mittelstandsarbeiters – für gewöhnlich sind es entweder die ganz armen oder aber die sehr reichen Bürger, von denen der Maestro berichtet –, der sein Glück mit den Bedürftigen dieser Welt teilt, dahingehend eine andere Note, als Jimmy MacDonald sich seiner Prinzipien stets treu bleibt. Er durchlebt eine zweifellos turbulente Zeit, doch ohne die standardisierten Läuterungen ist er zuletzt noch immer der naive, etwas treudoofe Mann von nebenan, der sein plötzliches Glück wohl ebenso wenig begreift wie sein eigentliches Unglück.

"Christmas in July" – das unrechtmäßige Geld des vermeintlichen Gewinns wird für zahlreiche Geschenke verprasst, sodass es den Protagonisten vorkommt, als sei Weihnachten auf den Sommer vorgezogen – ist nach "The Great McGinty" der zweite Film, den Sturges geschrieben und inszeniert hat. Die halsbrecherische Dynamik dieser Satire durchläuft gerade einmal eine volle Stunde Laufzeit und ist fabulöses Exempel für Timing und pointierten Situationswitz des Regisseurs. Mit etwas unüblicher, aber nie strapaziös exerzierter Sentimentalität lässt er gewohnt illustre Figuren, die allesamt von den immer gleichen, liebevoll schrulligen Gesichtern verkörpert werden, abermals den zum Scheitern verurteilten Weg des amerikanischen Traums durchlaufen.

Erstaunlich zum einen, dass Sturges sich trotz beständigen Sujets nie wiederholt (seine Verlierertypen sind mehr als nur bloße Schablonen, die nach Bedarf neu ausgelegt werden), es vor allem aber immer wieder vorzüglich versteht, die entsprechend verzwickten Geschichten befriedigend aufzulösen, ohne Witz und Schärfe an moralische Glasierungen opfern zu müssen. Sein Märchen vom leichtgläubigen Gewinner, der die Wohlhabenden entkleidet und die Bedürftigen beschenkt, entpuppt sich natürlich als durchaus möglich – Bürokratie und Korruption sei Dank, wird aus dem Scherz vorschnell Realität. Und wenn Sturges den Malapropismus schließlich soweit übersteigert, dass MacDonald als der tatsächliche Gewinner des Wettbewerbs hervorgeht, kennt sein flachsender Humor keine Grenzen mehr. „If you can't sleep at night, it isn't the coffee - it's the bunk!“ – sinnlos, unfassbar und absurd? Aber ja doch!


70%

Dezember 24, 2006

Retro: THE NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS (1993)

Mit der Besprechung dieses wundervollen Films verabschiede ich mich in die Festtage und wünsche allen Lesern fröhliche Weihnachten!

Eine Welt der drei Welten, die sich aus gutem Grund kaum tangieren – Halloween-Town, Christmas-Town und natürlich die Abbildung des Realen sind kontrastiert entworfene Schauplätze in Henry Selicks komödiantischem Grusical, dessen Ideen und Figuren nicht nur dem kreativen Geist Tim Burtons entsprungen sind, sondern deren Umsetzung als dreijähriger Arbeitsprozess sich auszahlte: "Nightmare Before Christmas", der erste Langspielfilm in Stop-Motion, ist ein technisch herausragend kreierter, mit skurrilem Witz überladener Gegenentwurf zu klassischen Weihnachts- geschichten wie dem Grinch und verzaubert durch schrullige, detaillierte Zweckentfremdungen von Raum und Gegenständen als durch und durch typischer Burton-Film.

Die visuelle Erscheinung des mit 24 jeweils individuellen, um wenige Millimeter veränderten Bildern pro Sekunde animierten Films verblüfft nicht nur durch den unvorstellbaren Aufwand, der für die Entstehung zahlreicher aberwitziger Figuren und Bauten nötig war, sondern durch die allgegenwärtig spürbare Liebe zum Detail, der immensen Überzeugungskraft, diese Welt zum Leben erwecken zu können. Da tummeln sich untote Skelette neben kleinwüchsigen Mad Scientists (nach "Frankenweenie" und "Edward Scissorhands" abermals Indiz für die Begeisterung gegenüber dem Frankenstein-Stoff), treffen zusammengenähte Schönheiten auf sprechende Wölfe und treiben drei Knirpse, die wohl ein Halloween-Fest zu viel feierten, allerlei Schabernack. Diese morbide Welt voller Tod und Verwesung ist bezeichnenderweise um einiges lebendiger, farbenfroher und verspielter gestaltet als die gradlinige, leer erscheinende „Wirklichkeit“ geschenkgieriger Kinder und steifer Erwachsener, die der Film zudem niemals als ganze Figuren zeigt, sondern sie quasi ausblendet. Burtons Sympathien gehören ohne Zweifel dem sympathischen Gruselstädtchen.

Die Geschichte vom Kürbiskönig Jack, der die alljährliche Halloween-Vorbereitung gegen die begeisterte Planung des Weihnachtsfestes eintauscht, nachdem er zufällig im nahe gelegenen Christmas-Town vorbeischnuppern durfte und entzückt wurde durch die leuchtenden Ketten, Kugeln und Tannenbäume, den funkelnden Schmuck und meterhohen Schnee („What’s this? What’s this?“), die ist übersichtlich und ordnet sich allmählich dem Ideenreichtum unter. Dafür garantiert allein die musikalische Gestaltung, selten zuvor wurden Songs und Themen im Genre so sehr in einen Zusammenhang gebracht, standen so stark im Zeichen klassischer Disneyarbeiten, wo Bewegungen musikalisch betont wurden, wie im Falle von "Nightmare Before Christmas". Danny Elfman komponierte und schrieb den vollständigen Soundtrack, seine wilden Musicalnummern integrieren sich übergangslos in den Erzählfluss der Handlung, präsentieren gleich zu Beginn auf clevere wie gelungene Weise Settings und Figurenspektrum, und tragen bedeutend zur mal ausgelassenen, mal dramatischen Atmosphäre des Films bei. Zudem erweist sich Burtons Stammkomponist als hervorragender Vokalist, übernimmt er doch die Gesangsstimme des holprigen Jack.

Das große Augenmerk liegt auf dem künstlerischen Stil, wie bereits in seinem Kurzfilm "Vincent", der mit ähnlicher Technik inszeniert wurde, unterstreicht Burton sein Faible für Ecken und Kanten, Schatten und Lichtkontraste des expressionistischen Films, durchgehend weisen die von verschiedenen Kunstepochen beeinflussten Ausstattungsmerkmale auf die Vorliebe zum Verschrobenen hin. Während die Computertechnologie mittlerweile in der Lage war, ganze Tiere digital zu erzeugen, wählt "Nightmare Before Christmas" für seine rasante Photographie das Motion-Control-Verfahren, bei dem computergesteuerte Kameras die starren Einstellungen vergangener Stop-Motion-Filme ablösen, und vereinbart so traditionelle Animation mit modernen Tricks, musste gegenüber Steven Spielbergs gigantischen Dinosauriern bei der Oscarverleihung allerdings den kürzeren ziehen. Denn von ganz besonderer Spezialität und Eleganz sind die feinen Puppen, die sich auf dürren langen Beinen bewegen und kugelrunde Köpfe besitzen, mit ihrer filigranen Beweglichkeit markieren sie genau das Zerbrechliche und Sensible, das die dunklen, morbiden Fantasien in ihrer letztendlichen Liebenswürdigkeit auszeichnet, während die Welt dieser Charaktere und Anthropomorphismen grenzenlos in ihrer Vielfalt scheint.

80%

Dezember 23, 2006

DVD: CRASH (2004)

"Million Dollar Baby"-Autor Paul Haggis unternimmt in seinem Spielfilmdebüt den Versuch, den mal latenten, mal offensichtlichen Rassismus in Alltags- und Stresssituationen fragmentartig zu verweben, in mehreren Einzelepisoden porträtiert er Menschen in der Metropole Los Angeles, Menschen schwarzer und weißer Hautfarbe, Mexikaner, Chinesen, Puertoricaner, und lässt ihre Schicksale einander tangieren. Korrupte weiße Polizisten, die ihrer rassistischen Gesinnung tagtäglich Luft machen, irakische Ladenbesitzer, die mexikanische Schlosser beschuldigen und angreifen, farbige Regisseure, die sich diskriminieren und beschneiden lassen, Staatsanwälte, Ermittler, Straßenjungs - Haggis beleuchtet all diese Figuren in ihrem ganz persönlichen Lebenselend, um sie am Ende der Erlösung zu übergeben.

Der Ansatz mag ambitionierter Natur sein, den immer wiederkehrenden, Titel gebenden Autocrash betrachtet der Film als Metapher für den Crash der Kulturen, wie Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft aneinander stoßen, sich verspotten, beschimpfen, mit Vorurteilen begegnen. Autounfälle- oder Überfälle sind bei Haggis ein beständiges Symbol für die entlarvende Äußerung von Rassismus in all seinen Ausprägungen, als Scheingrund für den Hass, als Exempel für dessen unmaskierte Darstellung. Die scheinbar fatalen Differenzen zwischen den Kulturen und Rassen, die sind in "Crash" also eine Anhäufung von Unfällen, doch ohne Polemik möchte der Film seine These nicht formulieren. Tatsächlich betreibt Haggis eine folgenschwere Ursachenforschung, an deren Ende er sich mit belehrenden, überambitionierten Lösungsvorschlägen leider grandios verzettelt.

Denn bei aller Mühe, die sorgfältig entwickelten Stränge in einen Zusammenhang zu bringen, krankt der Film an seinen plump aufbereiteten Ansprachen, die er vor dem Zuschauer hält und ihn dabei einer aufdringlich moralinen Lehrstunde aussetzt. Auf die anfänglich abschreckenden, den automatischen Antirassismus des Publikums herauf- beschwörenden Sequenzen voller Gewalt in Wort und Tat folgen alsbald Zufälle und überkonstruierte Begegnungen der Figuren, die ausschließlich Läuterung und Selbsterkenntnis mit aussöhnender Vergebung koppeln und floskelartige Weisheiten predigen, anstatt den ungemütlichen Weg differenzierter Konfrontation zu gehen. Nicht Ohnmacht, nicht Unlösbarkeit finden hier Erwähnung, sondern vielmehr die bemüht unbemühte Erforschung der Ursachen des Rassismusproblems, die in verkalkuliertem Populismus mündet.

Haggis unterstützt seine Zuschauer eifrig dabei, sich entweder gewissenstark bestätigt zu sehen, oder andernfalls einer lauten Anklage beizuwohnen – ohne seine Gedanken einer tiefgründigen Analyse zu unterziehen. Fraglicherweise ist Rassismus in "Crash" letztlich nur ein Konstrukt aus individuell zusammengesetztem Lebensunmut, sowohl die wohlhabende Anwaltsfrau, die ihre Haushälterin demütigt, als auch der Streifenpolizist, der eine junge Frau sexuell belästigt, enttarnen sich als Opfer ihrer Frustration, ihre privaten Probleme und Unglückszustände machen aus ihnen offenbar die Monster des Alltags, als die sie gezeichnet werden. Diese massiv verkürzte wie simple These scheitert schon an ihrer Blindheit gegenüber der Realität, in dem sie das Problem verharmlost und als vereinfacht lösbar darstellt – schließlich müssen alle Rassisten offenbar nur ein wenig Selbstreflexion durchleben, um ihren Hass als ungerechtfertigt zu erkennen.

Der Crash ist dabei nicht nur Auslöser für dieses ungehemmte Deutlichmachen von blankem Rassismus, sondern Beginn einer Ereigniskette, die gleichsam auch wieder zur befreienden Versöhnung führt (Matt Dillon rettet die zuvor missbrauchte Frau aus den Flammen ihres Autowracks). Die dafür entwickelte Bild- und Motivwahl fällt ähnlich grob aus, erdrückende Ethno-Gesänge stören die sensiblen Momente des Drehbuchs, während die Kamera das Geschehen allzu majestätisch ablichtet. Die emotional überkandidelte Schlussmontage ist mit süßlichen Popsongs unterlegt und verzichtet auch nicht auf visuelle kathartische Effekte, wenn wallendes Feuer und flockiger Schnee als verschmelzende Elemente die Reinigung der Figuren bebildern. Die profane Offensichtlichkeit in Haggis’ Inszenierung ist bedauerlich vor allem für die durchweg brillanten Leistungen seines Ensembles, deren talentierte Schauspieler sich jedoch auf verlorenem Posten befinden.


20%
- erschienen bei: filmzentrale

TV: Fernsehtipps 23.12. - 29.12.06

Samstag, 23.12.

14:30 Uhr – „Hexen hexen“ (RTL2)

Liebevolle, wunderbar getrickste Gruselkomödie, die mit sehr strenger Komik aufwartet.

20:15 Uhr – „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ (SAT.1)

Spektakulärer, dynamischer Abschluss der Reihe mit viel Humor und etwas alberner Mystik, aber unschlagbar pointierten Dialogen.

20:15 Uhr – „Versprochen ist versprochen“ (VOX)

Für Kinder leidlich amüsant, ansonsten ziemlich doof.

22:00 Uhr – „In the Line of Fire“ (ZDF)

Solide Mörder-Jagd nach Formel. Relativ Spannend, aber facettenlos inszeniert.

22:00 Uhr – „Critters“ (Tele 5)

Sympathische Sci-Fi-Hommage, die vor allem als Parodie auf den American Way of Life funktioniert.

22:20 Uhr – „Tödliche Weihnachten“ (Pro7)

Etwas konfuse, nicht immer schlüssige, aber rasante und ungemein unterhaltsame Action mit leichten parodistischen Ansätzen und einer großartigen Geena Davis.

23:30 Uhr – „Das Appartement“ (RBB)

Neben „Some like it Hot“ und „One, Two, Three“ der beste Film seines Genres. Kongeniale Tragikomödie, die man einfach gesehen haben muss.

0:00 Uhr – „Stephen Kings Stark: The Dark Half“ (K1)

Meine absolute Lieblingsverfilmung eines Stephen King-Romans, atmosphärisch dicht und sehr niveauvoll übersetzt George Romero den süffisanten Konflikt eines Buchautors – Timothy Hutton ist unschlagbar in seiner Doppelrolle. Ein wahrlich meisterhafter Film.

0:05 Uhr – „Heat“ (ZDF)

Stilvolle, herausragend photographierte Großstadtodyssee, die beeindruckend erzählt ist und nur gelegentlich an ihrer etwas angestrengten Erscheinung krankt.

Sonntag, 24.12.

10:30 Uhr – „Now and then“ (Pro7)

Anrührende, ehrliche und wunderbar leichte Coming of Age-Geschichte, die immer wieder schön ist. „Stand by me“ für Mädchen (na ja, nicht wirklich).

12:15 Uhr – „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“ (Pro7)

Lieblingsfilm aus Kindertagen, bedarf keines Kommentars. „Now and then“ für Jungen (ich fühle mich schäbig dabei).

13:50 Uhr – „Allein mit Onkel Buck“ (RTL)

Mit einigen störenden Längen und etwas angestaubtem Humor versteht sich der Film wohl eher als Fingerübung für den kurze Zeit später entstandenen „Home Alone“.

15:50 Uhr – „Moonlight Mile“ (Pro7)

Jake Gyllenhaal ist einfach fantastisch.

20:15 Uhr – „Beverly Hills Cop“ (Pro7)

Fand ich schon immer nervig und albern. Nichts für mich. Die Fortsetzung gibt’s gleich im Anschluss, damit man's hinter sich hat.

20:15 Uhr – „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (K1)

Charmant, aber die Auflösung ist banal und entwertet die Brillanz Bill Murrays ein wenig.

21:45 Uhr – „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (WDR)

Da möchte ich mich meiner Programmzeitschrift anschließen: „Gehört zum Fest wie Krippe & Christbaum“.

22:00 Uhr – „Stirb Langsam“ (Pro7)

Immer noch das beste, was das Genre des Actionfilms je hervorgebracht hat. Mal ganz salopp formuliert.

22:15 Uhr – „Big“ (K1)

Mochte ich als Kind sehr gern, heute wäre mir das aber sicherlich eine Spur zu blöd.

22:25 Uhr – „The Frighteners“ (RTL)

Der Film, bei dem Peter Jackson beschloss, sich an die „Lord of the Rings“-Saga zu wagen. Eine spritzige, effektvolle und auch recht originelle Geisterkomödie, die sich ersten hinten raus etwas verliert.

23:05 Uhr – „Ist das Leben nicht schön?“ (ZDF)

Überkandidelt, aber Weihnachten passt’s schon. Mit Jimmy Stewart-Bonus.

Montag, 25.12.

16:50 Uhr – „Flubber“ (RTL)

Kompletter Unsinn, der fast schon schmerzt. Aber Danny Elfmans Musik entschädigt für einiges.

20:15 Uhr – „Cast Away“ (K1)

Ein Mann, eine Insel, ein Wort: Uninteressant.

20:15 Uhr – „Tatsächlich…Liebe“ (RTL)

Sehr britische, aber auch wahnsinnig betuliche RomCom, die mir eigentlich nur wegen Bill Nighy im Gedächtnis blieb.

22:00 Uhr – „Poltergeist“ (RTL2)

Mal überaus amüsante, mal schaurige Spukhausgeschichte der besonders verspielten Art.

22:10 Uhr – „Bram Stoker’s Dracula“ (K1)

Oppulent insznierte Verfilmung mit einigen Ecken und Kanten.

22:30 Uhr – „Vom Suchen und Finden der Liebe“ (ZDF)

Ein Film wie Körperverletzung, unsteigerbar bescheuerter Schwachsinn.

22:55 Uhr – „Léon – Der Profi“ (Pro7)

Einfühlsam gespieltes Melodram, das ganz gern mal etwas überbewertet wird.

23:00 Uhr – Eraser“ (RTL)

Schwer unterhaltsame Actionnummer mit einem selten gut aufgelegten Schwarzenegger.

1:30 Uhr – „Citizen Kane“ (3SAT)

Ein künstlerisch einmaliger Geniestreich, der seinen Mythos aber nur schwer überlebt.

Dienstag, 26.12.

20:15 Uhr – „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ (RTL)

Brillante Interpretation, meisterlich inszeniert. Großartiges, komplexes Kino.

20:15 Uhr – „Die Wutprobe“ (SAT.1)

Unfassbar peinliche Blödelnummer.

20:15 Uhr – „Forrest Gump“ (Pro7)

Banal, trivial, undifferenziert, fehl konzipiert.

20:15 Uhr – „Vertigo“ (VOX)

Hitchcocks beste Arbeit, ein Meilenstein der Filmgeschichte.

1:30 Uhr – „Dem Himmel so fern“ (RBB)

Eindrucksvolle Douglas Sirk-Adaption.

Mittwoch, 27.12.

9:20 Uhr – „Batman“ (RTL2)

Fingerübung Tim Burtons, guter, niveauvoller Einstieg, aber noch weit entfernt von der Vielschichtigkeit des Nachfolgers.

20:15 Uhr – „James Bond – GoldenEye“ (ZDF)

Etwas laue Neuauflage des Mythos’ mit einem leicht verschnarchten Brosnan.

20:15 Uhr – „Saturday Night Fever“ (K1)

So einen Film schaut man nicht am Mittwoch, sondern nur Samstag Nacht…

0:00 Uhr – „Stephen King: Salem’s Lot“ (ZDF)

Donnerstag, 28.12.

19:25 Uhr – “Men in Black” (ZDF)

Amüsante, effektvolle, charmant gespielte Komödie mit schöner Musik von Danny Elfman.

20:40 Uhr – „Der Leopard“ (ARTE)

Manches mal überladenes, aber großartig ausgestattetes Drama.

Freitag, 29.12.

20:15 Uhr – „Die Goonies“ (RTL2)

Liebevoller Abenteuer-Film über Freundschaft, „Indiana Jones“ für die Kleinen.

22:04 Uhr – „Der General“ (ARTE)

Stummfilmklassiker mit Buster Keaton.

Dezember 22, 2006

Retro: HOME ALONE (1990)

Jedes Kind träumt davon, wenigstens einmal völlig auf sich allein gestellt, ohne belehrende Aufsicht dem eigenen Haus überlassen zu sein, um so richtig eben jene Dinge tun zu können, die man als 8jähriger ja eigentlich eher weniger darf: So viel Eis wie der Magen Platz hat, große Käse-Pizzas im Überfluss, spät aufbleiben, im großen Bett der Eltern nächtigen, R-Rated-Filme schauen und so weiter und so fort. Diese These stellt zumindest Chris Columbus’ Film "Home Alone" auf und adressiert neben den kleineren Zuschauern, die all den verbotenen Schabernack ihres Identifikations- freundes Kevin ein wenig miterleben dürfen, gleichzeitig auch deren Eltern, die manches Mal den Kopf schütteln, sich in ihrer fürsorglich schützenden Rolle unterm Strich aber bestätigt fühlen werden – die von John Hughes produzierte Weihnachtskomödie vereint gelungen mehr oder weniger frechen Humor mit viel Kitsch und Schmalz, ohne dass ihr das offensichtliche Kalkül, als perfekter Familienfilm konstruiert zu sein, zum Verhängnis wird.
Die Ausgangsidee bleibt dann auch die einzige wirkliche Idee, auf ihr stützt das stimmige Drehbuch, um zahlreiche Variationen des Themas aufsagen und zelebrieren zu können, sowie verschiedene Nebenplots, die sich um den daheim gebliebenen Knirps bilden, zu verknüpfen und bis zuletzt geschickt ausformulieren zu können. Überhaupt ist "Home Alone" wenig strapaziös für seine kleinen und großen Zuschauer, weil abgerundet und geschlossen erzählt, vor allem aber simplifiziert in seiner Dramaturgie, bei der Aktion auf Gegenaktion und Ursache auf Wirkung folgen. Die beim Zuschauer aufgebauten Erwartungen – Kevin wünscht sich lautstark, am nächsten Morgen ohne Familie aufzuwachen, der erste Auftritt des als Polizist verkleideten Banditen etc. – werden fortlaufend bestätigt und durchaus erfüllt, ebenso wie auch die deutliche Bildsprache stets eindeutig bleibt.
Seinen Charakter als Familienfilm erhält der hierzulande noch vorgreifender betitelte "Kevin – Allein zu Haus" einerseits durch die kindgerechte Darbietung von Streichen und Scherzen, die nie die Grenzen des wirklich Bösen tangieren (Kinder scheuen bekanntlich das Zähneputzen, während Kevin sich gar auf den Weg macht, um sich eine Zahnbürste zu besorgen), aber erstaunlich originell, zuweilen auch wirklich komisch daherkommen und die Sympathien zur Hauptfigur unterstreichen. Darüber hinaus thematisiert er (ungleich oberflächlicher) die Sicht der Erwachsenen und anderen Familienmitglieder, die der unbeschwerten Darstellung einer „sturmfreien Bude“ daheim mit einigen ernsthaften Momenten und sorgenvollen Gestiken gegenübersteht. Aufgelöst wird die (an und für sich ja sehr ernste) Thematik über den offensichtlichen Nenner, dass es ohne die Familie doch nur halb so schön sei. Der süßliche Touch behindert trotz seiner eigentlichen Penetranz nicht die frechen und dynamischen Comedy-Elemente des Films, deren halsbrecherische Slapstickeinlagen im Finale zu den Highlights zählen, obwohl das ursprüngliche Script weitaus weniger weihnachtliche Moral vorsah.
Die größte Stärke von "Home Alone" ist jedoch genau diese Vereinbarung, die ihn zum Film für jung und alt werden lässt. Die Figuren sind ihrer inhaltlichen Notwendigkeit entsprechend sorgfältig ausgearbeitet, wobei neben Kevin als kindlicher Charakter dessen Film-Mutter, gespielt von der sträflich unterschätzten Catherine O’Hara, gleichwertig erscheint und somit genau jenes Prinzip institutionalisiert, nach dem sich alle Zuschauergruppen angesprochen fühlen. Dass die Schärfe des ganzen an Wirkung verlieren könne, wenn die christlich-familiäre Botschaft über zwei Ecken daher schreitet, erscheint wegen der Unbeschwertheit des Films nicht zwingend. Denn der Kitsch, den die warmherzigen Aufnahmen von festlichem Kaminschmuck und flockigem Schnee aufweisen, und der sich von der sehr dominanten Musik aus der Feder John Williams’ über den Drang zu allgemeinen Liebesbekundungen gegen Ende erstreckt, hallt bedeutend weniger nach als die perfiden Gags und witzigen Dialoge, die durch das rotzfreche Spiel Macaulay Culkins und der sichtlichen Lust an der Freude der beiden Gegenspieler Joe Pesci und Daniel Stern bestärkt werden. 

80%

Dezember 19, 2006

Retro: FRANKENWEENIE (1984)

Tim Burtons zweite Kurzfilmarbeit (seine anderen Short Films und der fürs Fernsehen inszenierte "Hansel and Gretel" sind bislang nicht veröffentlicht und bleiben hier daher unberücksichtigt), die er 1984 während seiner Anstellung bei Disney produzieren konnte, heißt "Frankenweenie", ein 30minütiger Realfilm über einen kleinen Jungen namens Viktor, einem selfmade director, der im Garten lieber Super-8- Monsterfilme inszeniert, statt im sonnigen Suburbia auf Baumhäusern Baseball-Karten mit anderen Kindern zu tauschen. Als Viktors Hund Sparky bei einem Autounfall ums Leben kommt, reanimiert er den toten Tierkörper kurzerhand in einem waghalsigen Experiment - und muss den zusammengenähten Hund fortan mit einem hysterischen Umfeld neugieriger Vorortnachbarn und Spießbürger verein- baren. Wie bereits in "Vincent", in dem das Motiv des Zombiehundes schon verankert ist, sind die autobio- graphischen Elemente der Geschichte nicht zu übersehen, ordnen sich allerdings einer munteren Eskapade klassischer Horrorfilmklischees unter, die der Regisseur für seine Beschwörung des Universal-Klassikers "Frankenstein" und mehr noch "The Bride of Frankenstein" genussvoll zelebriert. Burtons friedhofshumoriger Realfilm-Exkurs war seiner Außenseiterstellung bei Disney mehr als zuträglich: Statt der erwarteten Freigabe für das Zielpublikum erhielt "Frankenweenie" ein PG-Rating und sollte trotz seines relativ hohen Budgets von ca. 1 Mio. US-Dollar erst einmal für viele Jahre unaufgeführt im Giftschrank (neben "Vincent") landen, ehe Burtons Popularität Disney Anfang der 90er zu einer Veröffentlichung des Films auf Video bewog.

Es überrascht natürlich wenig, dass Burtons düstere, verschrobene, schwarzhumorige Kindervariation des Mary Shelley-Stoffes bei seinem Arbeitgeber keinen Anklang fand, obwohl der Spaß verhältnismäßig harmlos, eher noch liebenswürdig-schräg, erscheint. "Frankenweenie" jedoch muss als wertvolle Erfahrung für Burton gewertet werden. Zum einen bedeutete er sicherlich eine bittere Enttäuschung, gleichzeitig jedoch auch einen wichtigen Erkenntnisgewinn darüber, welche kunstfremden Mechanismen ein großes Studiotriebwerk letztlich antreiben und am Laufen halten. Als Fingerübung im Umgang mit einigen Stil-Elementen und festen Zeichen, die auch seine fortlaufenden Filme aufweisen sollten, seien es visuelle Referenzen, ironisch verkehrte Horror- versatzstücke oder die überspitzte Darstellung Suburbias als einen Hort gräulicher Uniformität und Ablehnung alles Fremden, hat "Frankenweenie", vielleicht sogar auch als ein heimlicher Bewerbungsfilm für künftige Regiearbeiten, Burton zweifellos weiter gebracht auf seinem Weg, den Hollywood- Mainstream letztlich von innen heraus aufzubrechen.


65% - erschienen bei: WICKED-VISION

Dezember 17, 2006

Das war's: Rückblick 2006 - Die Flop 10

Letzte Woche gab es an gleicher Stelle die Top 10 mit meinen Lieblingsfilmen 2006, da darf nun auch die Kehrseite der Medaille nicht fehlen. Und da waren viele, viele schlechte Filme in diesem Jahr, aber nur folgende haben es in die Spitzenpositionen geschafft.

10. Eragon

Eigentlich hätte es hier "Silent Hill" zu Ehren gebracht, doch dann wurde ich freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht, dass es da ja noch diesen komischen Fantasy- Schinken gab, den ich offenbar nur wenige Tage nach Sichtung schon wieder aus meinem Gedächtnis verbannte. Erwartet hatte ich einen mehr oder weniger witzigen Film, der vor allem mit Kreativität, guter Action und schönen Effekten aufwarten würde, doch geboten bekam ich einen komplett uninspirierten, lustlos und ohne jegliche Ideen inszenierten TV-Film, der sich inhaltlich 1:1 bei "Star Wars", formal beim "Herr der Ringe" bedient. Das ist nicht nur unfassbar langatmig, sondern einfach komplett öde.

9. The Lady in the Water

Fürchterlich belehrende, durch und durch triviale Gute-Nacht- Geschichte, die an die Fantasie ihrer Zuschauer appelliert, ohne sie allerdings anregen zu wollen. Noch dazu verfängt sich Shyamalan in christlichen Konnotationen, die die freiwillige Distanz zum Publikum penetrant überschreiten. Die größte Enttäuschung des Jahres.

8. Klick

Eine Komödie mit Adam Sandler, die durchaus lehrreich ist: Zu viel Arbeit zahlt sich nicht aus, die Familie ist das wichtigste Gut des Mannes und Frauen gehören schick und sexy, aber unaufgefordert in die Küche gestellt. Der Film zum Eva Herman-Buch.

7. Pulse

Bemüht sich kläglich, die Essenz der japanischen Vorlage zu amerikanisieren, doch verliert sich leider in formelhaften Spukklischees und Zugeständnissen an das jugendliche Publikum. In endzeitlich-triste Bilder getaucht, versucht der verquaste Film subtilen Grusel gegen orientierungsloses Schnitttempo einzutauschen. Heraus kommt dabei nur ein weiteres unausgegorenes Remake, das niemand wirklich gebraucht hat.

6. Hostel

Nach „Cabin Fever“ hatte ich mir einiges von „Hostel“ versprochen, doch was Eli Roth hier fabriziert, ist schon eine gewisse Frechheit. Nach der noch leidlich amüsanten ersten Hälfte, bei der man ja fast vermuten könnte, hier würden Teenager-Klischees ordentlich verballhornt, bestätigt der latent rassistische Film jegliche Vorbehalte seiner Figuren, indem er die Pimps undifferenziert zu Helden verklärt und sie für ihre Dummheit belohnt. Die intellektuelle Presse ist dem jungen Roth damit reihenweise auf den Leim gegangen, weil sie darin die gutmütig hineinkonstruierte Reflexion auf die Terrorbilder der Gegenwart vermutete. Pustekuchen, die angebrachten Vergleiche mit Craven, Hooper und Romero sind für mich nichts weiter der blanke Hohn!

5. Basic Instinct 2

Frisch gedehnt und überarbeitet verzieht Sharon Stone nach 15 Jahren noch einmal ihre lüsternen Blicke und schwafelt allerlei albernes Zeug. Ihrer mangelnden, vergeblich forcierten Erotik wegen scheitert der Film nur sekundär, in erster Linie ist er grottenschlecht geschrieben und so unfreiwillig komisch, dass niemand noch ernsthaft an ein Comeback der Faltenbraut glauben dürfte.

4. The Omen

Das sicherlich schlechteste Remake seit Gus van Sants „Psycho“, die Lustlosigkeit des ganzen ist kaum steigerbar. Szene für Szene wird das Original aufgesagt, sich fürchterlich ernst genommen und die Kunst der Langeweile fast schon zelebriert. Bleibt nur die Frage, was man mit den vergeudeten Millionen nicht alles hätte Gutes tun können.

3. Rohtenburg

Das war sicherlich der witzigste Film des Jahres, ohne es selbst zu wissen: Was hier an Peinlichkeiten aufgefahren wird, das sucht schon ein wenig seinesgleichen. Komplett unsinnig konstruiert, wirft der Film mit plumpen Motiven und Verweisen um sich, erstickt in wahnsinniger Schwerfälligkeit und unfassbar blöden Dialogen („Hallo. Ich bin dein Fleisch.“), nur um letztlich die Lust an der Exploitation zu erfüllen. Inszeniert auf Vorschulfilmniveau, wird „Rohtenburg“ früher oder später – unfreiwillig natürlich – als Klassiker des absurden Schunds gelten.

2. Running Scared

So doof manch einer der genannten Filme hier auch sein mag, nicht alle sind so ärgerlich wie dieser. Was „Running Scared“, als Taran- tino-Neffe getarnt, an Menschen verachtenden Ausdünsten pro- duziert, das überschreitet die Grenze des Erträglichen bei weitem. Kaum ein Film seiner Art zieht so primitiv und grobschlächtig zu Felde, um seinen Milchbubbis Härte und Gewalt einzuflößen, um dabei reaktionäre Werte – am Ende einer ultrabrutalen Gewaltodyssee, die ihre Blutspritzer konsequent selbst zweckhaft inszeniert, muss der Patriarch bestätigt sein – mit Mord und Totschlag zu legitimieren.

1. World Trade Center

Das ist wohl Oliver Stones künstlerischer Tiefstpunkt, der Film ist eine reine Zumutung, fragwürdig ohne Ende und absolut unnötig. Da wird ein 08/15-Katastrophen- szenario kreiert, das mit seinem Einzelschicksalspopulismus nur dem Zwecke dient, Hass und Wut zu schüren. „World Trade Center“ ist alles andere als unpolitisch, sondern ein deutliches Statement pro Irakkrieg – die guten Christen können sich ihrer Unterstützung durch Jesus (der hier mit Mineralwasserflasche sogar persönlich auftritt!) gewiss sein, die braven Soldaten (heldenhaft aus der Unterperspektive gefilmt) werden diesen Anschlag rächen, während der böse Muslim der unsichtbare Schurke bleiben muss. Das ist nicht einmal ansatzweise differenziert (und somit äußerst rückwärts gerichtet) und zu allem Überdruss auch komplett konservativ, was insbesondere das Frauenbild betrifft. Für mich zwei traurig-dumme Stunden Kino, einfach ärgerlich.


Weitere schlechte, unterdurchschnittliche oder enttäu- schende Filme des Jahres:

"Deutschland - Ein Sommermärchen", "Silent Hill", "Eine unbequeme Wahrheit", "Der Pakt – The Covenant", "Miami Vice", "The Departed", "Bandidas", "Die Chaoscamper", "Unbekannter Anrufer", "Severance", "Eine Hochzeit zu Dritt", "The Sentinel", "The Da Vinci Code"

Retro: A HISTORY OF VIOLENCE (2005)

Am Anfang steht die Idylle. Das Grauen ereilt die Familie Stall allerhöchstens einmal in Form harmloser nächtlicher Alpträume, die dann gleichsam auch an Ort und Stelle bewältigt werden. Diese Familie ist in sich geschlossen und intakt; skrupellose Gangster, wie sie die Eröffnungssequenz zeigt, die gibt es in dieser Welt nicht. In dem gemütlichen kleinen Städtchen irgendwo im Mittelwesten der USA verläuft das Leben in geordneten Bahnen, der Film bedient und füttert den Zuschauer ganz bewusst mit Klischees, umgarnt ihn mit Sehkonventionen zu warmherziger Musik, nur um das Geregelte, das Vertraute dieser Bilder zu unterstreichen. Der Morgen beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück, bei dem die kleinen Dinge des Alltags verhandelt werden – eine unzerstörbare Harmonie bestimmt dieses Bild.

Bis zu dem Moment, in dem Tom Stall durch einen unvorhersehbaren Zwischenfall von seiner verbrecherischen Vergangenheit eingeholt scheint, inszeniert David Cronenberg diese kleine Welt analog zur Erwartungshaltung eines Mainstreampublikums: Bunte Farben, weiche Filter dominieren das erste Drittel, in mitunter übersteigert künstlichen Aufnahmen wird die eigentliche Irrealistik dieser vermeintlichen Realität verdeutlicht, mit der Bebilderung des gutbürgerlichen Lebens, das einem sonnigen Traum gleicht. Doch zunehmend changiert der Fokus, mit einer leisen Wucht beschädigt Cronenberg das heile Antlitz des Perfekten, verwandelt die freundlichen Bilder in naturalistische Herbstmotive.

Der erste Ausbruch Toms aus der friedvollen Vaterrolle in seinem Café, eine scheinbare Affekthandlung in Notwehr, bringt die Eigendynamik der Gewalt schlagartig zurück, ihre Inhärenz scheint in den Bewegungen des kontrollierten Mannes mit der neuen Identität jedoch nie verschwunden zu sein. Denn die glatte Oberfläche des Beginns bröckelt unaufhörlich, Gewalt erhält nicht unvorbereitet, urplötzlich Einzug in dieses Leben, sondern sie transformiert sich – anders als in den anderen Filmen des Kanadiers nicht außer- sondern innerhalb der Figuren – lediglich zu einem drastischeren Ausdruck: Wenn Toms Sohn seinem High-School-Rivalen zunächst mit Worten die Stirn bietet, ihn intellektuell attackiert, ist das in ihrem grundsätzlichen Prinzip nur scheinbar eine andere Form der Brutalität als die später demonstrierte Prügelei, das Resultat bleibt dennoch gewalttätiger Natur. Und so ist Geschichte hier kaum etwas, das von längst Geschehenem berichtet, sondern ein Prozess, bei dem das Verborgene einer tiefen Vergangenheit zunehmend in die Gegenwart überführt wird.

Damit erarbeitet Cronenberg eine erschreckende, vielschichtige Dekonstruktion des Kleinbürgerbildes, das gleichzeitig auch eine Dekonstruktion des US-amerikanischen Kulturverständnisses bedeutet, Symbole und Ikonen – Baseball, Cheerleader, High Schools – werden von ihm erst konsequent bedient und bestätigt, um später still und heimlich als leere Hülsen enttarnt zu werden. Synonym montiert Cronenberg zwei Sexszenen zwischen Tom und seiner Frau Edie. Das erste Mal ist es spielerisch, im jugendlichen Dress wollen beide unschuldigen Teenagerverkehr imitieren, den sie nie hatten, doch es ist – obwohl Tom alle Stofftiere vom Ehebett entfernt – nicht mehr als braver Kuschelsex, bei dem Komponist Howard Shore zurückhaltend verrät, dass die bemühte Frechheit letztlich unwahr ist, indem er dieselben friedlichen Töne anklingen lässt, die er auch unter die anfänglichen Alltagsbanalitäten legte, gleichwohl deren musikalische Ursprünge aus dem Western-Genre bereits Bände sprechen.

Die zweite, korrelative Sequenz bürgt dann die wahre Exploration der beiden, die sie sich zuvor versprachen. Auf der Holztreppe findet der eigentliche, animalische Sex statt, Tom und Edie entdecken ihre dunklen, unbekannten Seiten. Cronenberg formuliert nicht alle Zusammenhänge zwischen den dargestellten Emotionen vollständig aus, Fragen nach der schlüssigen Verbindung von Gewalt und Geschlechtsverkehr müssen mitunter selbstständig beantwortet werden. Auf der DVD des Films umschreibt Viggo Mortensen in Hinblick auf seine persönliche Interpretation des Tom Stall treffend die untrennbare Analogie darin: Die Darstellung der Sexszenen sei für ihn dieselbe wie in Szenen voller physischer Gewalt, weil es um die Kraft gehe, die er in diesem Moment verspüren und seiner Figur verleihen würde.

Die Grausamkeit der Vergangenheit lässt sich also kaum einfach abstreifen, das verdeutlicht auch eine geschnittene Traumsequenz, in der Tom seinen Widersacher Fogarty (Ed Harris) kaltblütig erschießt, dieser jedoch selbst mit offenem Brustkorb unzerstörbar scheint. Die erneute Gewaltanwendung, die Reanimation der Brutalität aus dem Innern, ist da nur Beleg für die Verselbstständigung jener Gewalt als das direkteste und primitivste Mittel der Kommunikation, als Nenner aller etwaigen kulturellen oder ethnischen Unterschiede – in Bezug auf das wortlose Töten, das schnelle Handeln, da sprechen Tom und Fogarty ein und dieselbe Sprache. Ironischerweise beschreibt diese Szene die banale Erwartungshaltung an einen Cronenberg-Film, Bilder zerfetzter Leiber über sich ergehen zu lassen, wirkt jedoch wie ein defekter Fremdkörper und wurde aus der fertigen Fassung entfernt.

„In this family, we do not solve our problems by hitting people!“ –
“No, in this family, we shoot them!”


Der letzte Kampf gegen den mafiösen Bruder von einst wirkt dann nur noch wie eine Abfolge oszillierter Vorgänge. Zuletzt hat Tom das getan, was jeder amerikanische Held tun würde: Er hat seine Familie verteidigt, seinem selbst auferlegten Ideal genügt. Die beeindruckend intime Tischszene kurz vor Schluss ist der krasse Gegensatz zu der des Anfangs. Trotz leiser Hoffnungsschimmer ist es alles andere als gewiss, ob die Stalls nach alledem noch immer den Zusammenhalt werden bewahren können. Denn die radikale Entfremdung wird kaum umkehrbar sein: Diese Familie hat eine Unschuld verloren, die sie eigentlich nie besessen hat.


90% - erschienen bei: Wicked-Vision

Dezember 16, 2006

TV: MOH #6 - PELTS

So ein weiches, edles Tierfell kann schon eine sehr anzügliche Wirkung haben, nicht umsonst hüllen sich die Schönen und Reichen und Doofen so gern in ganzen Mänteln aus sanftem Pelz. Die kleinen Waschbären, die sich auf einer abgelegenen Farm tummeln, die haben sogar ein besonders außergewöhnliches Fell. So außergewöhnlich nämlich, dass alle, die in die Nähe eben jenes kommen, sich auf sehr kreative Weise selbst verstümmeln.

Dario Argento hat es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, auch ein zweites Mal die gesellige Runde der "Masters of Horror" zu beehren. Nach "Jennifer", einer freizügigen wie unangenehm intensiven Liebesgeschichte, die letztlich nur an ihrer Vorhersehbarkeit krankte, wagt sich der italienische Regisseur, der in den letzten Jahren kaum noch Nennenswertes auf die Genregemeinde losgelassen hat, an eine schwarzhumorige Parabel, die nicht nur ausnehmend brutal geriet, sondern auch schwer unterhaltsam ist. Dabei lebt die insgesamt sehr amüsante Episode von ihrer unbemühten Leichtigkeit, Argento möchte wohl niemandem etwas beweisen (obwohl er das durchaus müsste) und schickt seine spielfreudigen Akteure mit sicherer Hand ins Verderben, ohne sich durch das TV-Format stilistisch einengen zu lassen. Meat Loaf ist vorzüglich in der Rolle als brüskierter Pelzhändler, ebenso wie auch B-Film-Legende John Saxon schnell vergessen lässt, dass formale Gruselstimmung und der Einsatz extremer Splatterszenen weit über dem stehen, was da inhaltlich eigentlich erzählt werden soll – als bissige Abrechnung mit dem Schrecken aller Tierschützer eignet sich "Pelts" vorzüglich.


65%

Dezember 15, 2006

TV: Fernsehtipps 16.12. - 22.12.06

Samstag, 16.12.

20:15 Uhr – „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ (SAT.1)

Spielbergs zweiter Film der Serie wird zwar ausschließlich von oberflächlicher Spannung getragen, macht sich jedoch das Motto, letztlich nur wie eine wilde Achterbahnfahrt zu funktionieren, sprichwörtlich und selbstreflexiv zum Prinzip. Die übersteigerte Actiondramaturgie wurde vielfach kritisiert, das technische Niveau immer wieder unterschätzt. Ich mag den Film.

20:15 Uhr – „Ein Schlitzohr namens Santa Claus“ (RTL2)

Ich weiß nicht, vielleicht schaut manch einer sich so was ja an, immerhin sind Tony Danza und Lea Thompson dabei.

23:25 Uhr – „Terminator“ (RTL)

Ein Lichtblick des verbrecherischen 80er-Jahre-Kinos. Umschifft sein inhaltliches Paradoxon durch elliptische Gestaltungsmittel und prägt die Ästhetik des Genres maßgeblich.

0:00 Uhr – „Höllenbrut“ (RTL2)

Brian Yuzna ist nun alles andere als ein vernünftiger Regisseur, in diesem Fall einer hanebüchenen Alien-Geschichte allerdings sind sie dann wohl endgültig mit ihm durchgegangen.

0:05 Uhr – „The Way of the Gun“ (Pro7)

Grottenschlechter Gangster-Thriller.

0:40 Uhr – „A Nightmare On Elm Street 5: Das Trauma“ (K1)

Stephen Hopkins interpretiert mit seinem Beitrag der Reihe den Mythos Freddy Krueger als teuflische Ausgeburt der Hölle, ohne sich allerdings in ähnlich christliche Albernheiten wie der dritte Teil zu verlieren. Mit einer comicartigen, visuellen Brillanz kreiert er wahrhafte Traumwelten, die für eine ansprechende Geschichte aber keinen Platz mehr zulassen.

Sonntag, 17.12.

12:50 Uhr – „Das zauberhafte Land“ (HR)

Ein Freund von mir hält das Muscial mit der süßen Judy Garland für den subversivsten Hollywoodfilm seiner Zeit. Doch als Kind haben mich ein schwuler Löwe und andere singende Tiere einfach noch nicht recht interessieren wollen. Vielleicht gebe ich ihm aber noch einmal eine Chance.

20:15 Uhr – „Master and Commander“ (RTL)

Nach dem gelungenen “The Truman Show” durfte man von Peter Weir wohl etwas mehr erwarten als eine derart nervige, angestrengte Ozeannummer, die mit Russell Crowe auch noch so furchtbar fehlbesetzt ist.

22:00 Uhr – „Blinde Wut“ (K1)

Läuft stark geschnitten, ist aber eine amüsante Selbstjustiznummer mit Esoterik-Touch.

22:15 Uhr – „Sleepy Hollow“ (Pro7)

Da brauche ich nicht mehr viel zu sagen. Ein Film, der seinesgleichen sucht.

2:05 Uhr – „Holiday – Die Schwester der Braut“ (ARD)

Eine der schönsten Screwball-Komödien aller Zeiten.

2:10 Uhr – „Das Geheime Fenster“ (Pro7)

Anfänglich stimmige Stephen-King-Adaption, deren verquastes Ende dann selbst der großartige Timothy Hutton nicht mehr retten kann.

Montag, 18.12. (ARD)

22:15 Uhr – „Der Schakal“ (ZDF)

Uninteressant. Was für Leute, die mit Attributen wie „Popcornkino“ argumentieren.

23:00 Uhr – „Live Flesh“ (RBB)

…dann doch lieber dem wunderbaren Pedro Aldomóvar beim Zaubern zusehen.

0:50 Uhr – „Amistad – Das Sklavenschiff“ (ARD)

Als großer Spielberg-Fan muss ich zugeben, dass das insgesamt eher ein Schuss in den Ofen war. Ähnlich wie schon in „Die Farbe Lila“ verhebt sich der gute etwas beim Aufrichten des Zeigefingers gegen Rassismus. Man fragt sich hinterher dann doch ein wenig, warum die Sklaverei bei so vielen Gutmenschen überhaupt existiert hat…

Dienstag, 19.12.

20:15 Uhr – „Die Geister, die ich rief“ (SAT.1)

Ich finde den Film nicht nur grauenvoll inszeniert, sondern seine Massage auch etwas bedenklich. Aber Bill Murray ist einfach so verdammt komisch!

Mittwoch, 20.12.

0:40 Uhr – „Das süße Leben“ (WDR)

Das ist ein Abend nach meinem Geschmack. Hat diesen Film überhaupt jemand noch nicht gesehen?

1:35 Uhr – „Out of the Past – Goldenes Gift“ (ZDF)

Jacques Tourneurs Klassiker, vielleicht der beste Film-Noir aller Zeiten. Nihilistisch wie kein zweiter seiner Zunft.

Donnerstag, 21.12.

22:00 Uhr – „Freitag der 13.“ (Tele5)

Lief 25 Jahre überhaupt nie im Free-TV, jetzt ein sicherer Todläufer, der alle zwei Wochen wiederholt wird. Deshalb kurz: Genial, grausam und geschnitten.

0:50 Uhr – „Zeugin der Anklage“ (ARD)

Courtroom-Drama, an dem sich jeder andere Genrefilm messen lassen muss. Billy Wilder beherrscht nicht nur die Spielart der Komödie, sondern ist auch ein perfekter Thriller-Regisseur.

Freitag, 22.12.

20:15 Uhr – „Die Monster AG“ (Pro7)

Der Film ist wahnsinnig niedlich. Pixar auf gewohntem Niveau.

20:15 Uhr – „Billy Elliot“ (RTL2)

Ein schöner Film für das Mädchen im Jungen. Toller Soundtrack, lebendig gespielt.

20:15 Uhr – „The Big Lebowski“ (Tele5)

Eine meiner alltime-Lieblingskomödien. Jeff Bridges ist Gott!

22:25 Uhr – „Freitag, der 13. – Todesfalle Manhattan“ (Tele5)

Läuft erstmals im Free-TV, dürfte aufgrund der Indizierung aber ordentlich geschnitten sein. Der Film selbst ist kaum besser oder schlechter als seine Vorgänger, sondern einfach herrlich primitiv.